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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter in die variantenreiche Serienmontage


Sammelwerk / Reihe:

Forschungsberichte IWB, Band 243


Autor/in:

Prasch, Martin Georg


Herausgeber/in:

Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften Technische Universität München (IWB)


Quelle:

München: Utz, 2011, 257 Seiten, ISBN: 978-3-8316-4033-1


Jahr:

2011



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Link zu der Dissertation (PDF | 3,5 MB)


Abstract:


Die Arbeit ist zugleich eine Dissertation an der Technischen Universität München, 2010.

Der Demografische Wandel und in der Folge davon alternde Belegschaften beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und anderer Industrienationen vor allem im Bereich der Produktion. Besonders betroffen davon ist die wieder zunehmend durch manuelle Tätigkeiten gekennzeichnete variantenreiche Serienmontage.

Ältere und vor allem leistungsgewandelte Mitarbeiter können die erhöhten Wirtschaftlichkeitsanforderungen vielfach nicht mehr oder nur mehr eingeschränkt erfüllen. Ausgehend von den Grundlagen einer wirtschaftlichen Montagesystemgestaltung greift die vorliegende Arbeit bestehende Ansätze zur Prävention von Leistungsbeeinträchtigungen sowie zur organisatorischen Integration leistungsgewandelter Personen auf. Bereits gegenwärtig und in zunehmendem Maß in den kommenden Jahren des demografischen Übergangs reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, um alle älteren Arbeiter bestehender Belegschaften dauerhaft wertschöpfend zu beschäftigen.

Die vorliegende Arbeit entwickelt erstmals auf Basis eines unternehmensunabhängigen Vergleichs von Anforderungen und Beeinträchtigungen klar priorisierte Gestaltungsvorgaben für die Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter in die variantenreiche Serienmontage. Die dafür entwickelten technisch-strukturellen Maßnahmen nutzen und ergänzen die bestehenden Lösungsansätze, ohne jedoch eine generelle Abkehr von den wirtschaftlichsten Organsiationsformen und -strukturen zu fordern, wie bisher vielfach üblich. Mitunter konkurrieren aber verschiedene Empfehlungen je nach Integrationsfall.

Daher ist es wichtig, dass sich die Lösungen auch nachträglich und gegebenenfalls temporär-reversibel einsetzen lassen. Zusammen mit dem vorgeschlagenen betrieblichen Umsetzungsvorgehen ermöglichen sie eine weitergehende Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter entsprechend des system- oder unternehmenspezifischen Handlungsbedarfs. Das beschriebene Anwendungsbeispiel belegt die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Effektivität der Methode. Zudem konnte gezeigt werden, dass sich ergonomische Optimierungen und auch spezifische Integrationsmaßnahmen mit Effizienzsteigerungen verbinden lassen.

Eine Umkehr des Trends von der Alters-Pyramide zur Alters-Säule mit einem annähernd gleich hohen Anteil Älterer wie Jüngerer in der Bevölkerung und in Unternehmen ist in Industrieländern nicht absehbar oder zu erwarten. Vielmehr wird diese Entwicklung zukünftig auch derzeitige Schwellenländer treffen. Dementsprechend wichtig ist es, schnell implementierbare Lösungen für gegenwärtige Produktionsstrukturen zu entwickeln, bis eine neue alter(n)sgerechte Arbeitswelt zusammen mit dem medizinischen Fortschritt das Auftreten von Leistungswandlungen weitgehend eliminiert.

Die Wirtschaftlichkeit technisch-struktureller Maßnahmen ist dabei stets im gesamten Unternehmenskontext zu sehen. Den
Investitionen oder sogar erhöhten Betriebskosten ist die (abfindungsfreie) wertschöpfende Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeiter gegenüberzustellen. Darüber hinaus können die Maßnahmen zur technologischen Weiterentwicklung von Montage- und Produktionsprozessen genutzt werden. Die im Rahmen der Arbeit entwickelten Integrations-Checklisten unterstützen den Abwägungsprozess und fördern kreative Lösungen.

Die industriellen Arbeitsbedingungen in Deutschland gehören fraglos zu den besten der Welt, und der Nutzen des Informationsrückflusses aus einer lokalen Produktion ist allgemein anerkannt (vgl. SPATH U. A. 2004). Angesichts der Globalisierung
sollte die Frage gestellt werden, wie sich daraus zusätzliches wirtschaftliches Potenzial generieren lässt, beispielsweise durch den Export von Ingenieurs-Dienstleistungen für eine ergonomische und alter(n)sgerechte Produktionstechnik. Weiterhin sollte die Verknüpfung der Prozesstechnologie mit der Produktentwicklung, in Richtung einer weitergehenden montage- und integrationsförderlichen Baugruppen- und Bauteilstrukturierung, näher beleuchtet werden. Unterstützend voranzutreiben sind integrationsförderliche Entlohnungs- und Anreizsysteme.

Der Handlungsbedarf ist vielfältig: Schnelles und konkretes Handeln im Detail ist wettbewerbsbedingt kurz- und mittelfristig unerlässlich. Langfristig sollte eine Abkehr vom reaktiven Vorgehen, hin zu innovativen Entwicklungen mit und für ältere Arbeitnehmer angestrebt werden.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Herbert Utz Verlag
Homepage: https://www.utzverlag.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV4621


Informationsstand: 18.01.2011

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