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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebsarzt und medizinische Rehabilitation

Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, aus dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin



Autor/in:

Tavs, Hans-Jürgen


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Ulm: Eigenverlag, Online-Ressource, 2005, 86 Seiten


Jahr:

2005



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Abstract:


Zusammengefasst werden in der Arbeit die Defizite an der Schnittstelle zwischen Betriebsarzt und Rehabilitationsarzt auf dem Hintergrund der neuen Sozialgesetzgebung aus Sicht der Betriebsärzte aufgezeigt.

Befragt wurden per Anschreiben mehr als 450 Betriebs- und Werksärzte aus Bayern zur gegenwärtigen Praxis, wobei der Schwerpunkt des Fragebogens auf Fragen zu den Reha-Entlassberichten und dem neuen Sozialgesetzbuch IX lag. Dank einer erfreulich hohen Rücklaufquote konnten fast 300 Fragebögen ausgewertet werden.

Zu 83 Prozent geben die Betriebsärzte an, Reha-Maßnahmen auch selbst anzuregen. Die Maßnahmen werden ihnen jedoch nur zu 16 Prozent systematisch zur Kenntnis gebracht, und nur 17 Prozent geben an, dass Entlassberichte schließlich alle bei ihnen landen.

Die Kooperation zwischen Betriebs-, Haus und Rehabilitationsärzten wird als durchweg wichtig eingeschätzt; in der Realität arbeiten jedoch 93 Prozent der Betriebsärzte eher selten mit Rehabilitationskliniken zusammen.

Die Aussagen zum Gesundheitsstatus im Reha-Entlassbericht werden von über zwei Drittel (69 Prozent) als hilfreich angesehen und ergänzen das Bild durch bisher unbekannte medizinische Informationen.

Fast drei Viertel der Betriebsärzte (73 Prozent) nutzen dies bei der Wiedereingliederung am Arbeitsplatz. Aussagen zur beruflichen Tätigkeit im Entlassbericht werden häufig als realitätsfern eingestuft. Über zwei Drittel sehen große Unterschiede von Klinik zu Klinik, wobei nur gut ein Viertel eine Klinik nennen konnte, mit der sie gute Erfahrung gemacht haben.

Die Nennung der Betriebs- und Werksärzte im SGB IX wird einhellig begrüßt, allerdings haben sich auch ein Jahr nach der in Baden-Württemberg durchgeführten Befragung ebenfalls nur wenige auch tatsächlich mit dem SGB IX befasst.

Wie ein Jahr zuvor haben auch in Bayern nur 17 Prozent etwas von Servicestellen in ihrer Region gehört. Jeweils über die Hälfte erwarten vom SGB IX eine höhere Transparenz sowie eine Beratung für das eigene Vorgehen, 40 Prozent eine größere Rechtssicherheit.

Von den Betriebsärzten wird die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit mit den Rehabilitationsärzten gesehen. In der Realität sind direkte Kontakte - sowohl vor, als auch während und nach dem Verfahren - selten. Hier sind die Servicestellen des SGB IX als Institution der Kommunikation zu begrüßen, um gemeinsam intensiver auf das Rehabilitationsziel der Wiedereingliederung am Arbeitsplatz hinzuarbeiten.

Kommunikationsdefizite als durchgängige Problematik behindern trotz geänderter gesetzlicher Grundlage weiterhin die als notwendig erkannte Vernetzung. Die Betriebsärzte sollten die Chance nutzen, damit die vom Gesetzgeber erkannte und auch in dieser Erhebung deutlich gewordene Schnittstellenproblematik verringert wird.

[Aus: Autorenreferat]


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Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Kommunikations- und Informationszentrum Ulm (kiz)
Homepage: https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/kiz/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV4753


Informationsstand: 05.08.2009

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