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Bibliographische Angaben zur Publikation

Orthopädische Therapie der Poliomyelitis acuta anterior

Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg



Autor/in:

Schramm, Anja


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Erlangen: Eigenverlag, Online-Ressource, 2011, 315 Seiten


Jahr:

2011



Link(s):


Link zu der Dissertation (PDF | 26,4 MB)


Abstract:


Dissertation an der Universität Erlangen Nürnberg, 2011.

Diese Promotionsarbeit beschäftigt sich mit den Folgen der Poliomyelitis an den Bewegungs- und Stützorganen sowie mit den operativen und konservativen Therapiemöglichkeiten in der Orthopädie. Dabei handelt es sich um einen historischen Abriss der Behandlungsmöglichkeiten der Poliomyelitis.

Die Virusinfektion kann zu einer entzündlichen, perivaskulären Infiltration mit später gliöser Vernarbung in den Vorderhörnern des Rückenmarks führen. Auch die Hirnnervenkerne der Medulla oblongata, der Pons und des Mittelhirns können betroffen sein. Dadurch kommt es zu schlaffen Lähmungen der Muskulatur und muskulärer Dysbalance, welche zu Skelettdeformierungen, Kontrakturen und pathologischer Funktion der Gelenke führen.

Die reduzierte Ökonomie der Bewegungsabläufe verstärkt die Ermüdung und die Schwäche der Muskulatur, kann Muskelschmerzen auslösen oder potenzieren und die Funktion und Aktivität einschränken. Zudem verfügt die betroffene Muskulatur nicht über die physiologischen Adaptationsfähigkeiten. Eine chronische Überlastung der partiell denervierten Muskeln führt deshalb zu Atrophien.

Eine besondere Aufgabe der krankengymnastischen Behandlung ist die Schulung und Verfeinerung von Kompensations- und Trickbewegungen, die den Patienten ein hohes Maß an Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Viele Patienten benutzen Orthesen, Gehhilfen und zahlreiche Hilfsmittel zur Reduktion von Gelenkfehlstellungen und Erleichterung der Mobilität.

Einige Deformitäten können auch chirurgisch behandelt werden. Es wurden zahlreiche Verfahren zur Stabilisierung des Gelenkes oder Verbesserung der Gelenkfunktion entwickelt. Im Allgemeinen unterscheidet man dabei Weichteil- und knöcherne Operationsverfahren. Zu den Weichteiloperationen gehören Muskel- und Sehnenverlagerungen, Fasziotomien, Kapsulotomien, Sehnenverlängerungen und Weichteilrelease.

Bei den knöchernen Verfahren unterscheidet man Arthrodesen, Osteotomien und Implantationen von Endoprothesen. Der Schwerpunkt der operativen Therapie soll nicht nur auf die Korrektur der Deformitäten, sondern auch auf die Stabilisierung der Gelenke und Herstellung muskulärer Balance gelegt werden. Dafür ist eine exakte präoperative Analyse der Deformität, der Restmuskelkraft bzw. des Paresemusters von essentieller Bedeutung.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Orthopaedic treatments of poliomyelitis acuta anterior


Abstract:


This doctoral dissertation describes the consequences of poliomyelitis of the musculoskeletal system as well as surgical interventions and conservative orthopaedic (therapeutic principles) treatments. It concerns a historical summary of the various treatments of poliomyelitis.

An infection with the poliomyelitic virus can cause an inflammatory perivascular infiltration with the risk of glios scarring of the anterior horn of the spinal cord, the nucleus of the cerebral nerves in the medulla oblongata, pons and the midbrain. The clinical appearance is flaccid paralysis and muscular dysbalance which can be responsible for skeletal deformities, contractures and abnormal function of the joints. The reduced economy of movement may contribute to increased fatigue, weakness, pain and loss of function and activity. The muscles affected by poliomyelitis do not have the physiologic capacity to adapt. Chronic overuse of partially denervated muscles leads to muscle atrophy.

A main role in physiotherapeutic treatment is the instruction and training of compensatory movements and tricks to enable the patient to gain a high level of independence in everyday life. The balance between activity and regeneration, lifestyle modification, support of family and friends and ergonomic changes in the work place are essential. To reduce a deformation of the joints and to increase mobility many patients use orthoses, walking aids and various other aids.

Several deformities following the poliomyelitic infection can be corrected surgically. Many procedures to stabilize joints or increase functionality thereof have been developed. Generally, surgical interventions can be divided into operations on the bone (e.g. arthrodesis, osteotomy, and arthroplasty) and on soft tissue (e.g. transfer of muscle and tendon, capsulotomy, fasciotomy, tendon lengthening, and soft tissue release). Operative treatment should focus not only on correction of the deformity but also on stabilization of joints and muscle balance. The exact preoperative analysis of the deformity is essential.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/NV5049


Informationsstand: 06.11.2012

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