Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wiedereingliederung von Langzeitkranken


Sammelwerk / Reihe:

Kombinierte Belastungen am Arbeitsplatz - Der chronisch Erkrankte im Betrieb


Autor/in:

Sohnius, R.


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin e.V.


Quelle:

Stuttgart: Gentner, 1982, Seite 415


Jahr:

1982



Abstract:


Das Recht der sozialen Krankenversicherung kennt nur den Gesunden oder den Kranken. Eine Möglichkeit, teilweise arbeitsfähig zu sein oder noch nicht ganz arbeitsfähig zu sein, gibt es nicht. In der Praxis wirkt sich dies nachteilig für den Genesenden aus. Je länger er der Arbeit fernbleiben muss, um so schwerer wird es für ihn, zu seiner regelmäßigen Arbeitszeit ganztägig zurückzufinden. Aus diesem Grunde sind Überlegungen angestellt worden, wie man diesem Umstand abhelfen kann. Es hat schließlich Modellversuche gegeben, die einen so guten Ansatz zeigten, dass man dieses Modell erweitert hat. Ursprünglich war nur an den Herzinfarkt gedacht.

Im Jahre 1972 haben sich die Spitzenverbände der Betriebskrankenkassen mit der Notwendigkeit der Wiedereingliederung von Rekonvaleszenten nach Herzoperationen oder nach Herzinfarkten befasst. Dabei wurde als Ergebnis festgehalten, dass die Beschäftigung eines derart Erkrankten für wenige Stunden täglich nach wie vor Arbeitsunfähigkeit bedeutet. Es musste Krankengeld weitergezahlt werden. Diese Maßnahme hatte sich bewährt, so dass schließlich 1977 die Spitzenverbände dafür eingetreten sind, dass die Grundsätze einer stundenweisen Beschäftigung von Versicherten zum Zwecke der Wiedereingliederung nicht nur nach Herzoperationen oder Herzinfarkten gelten sollten, sondern auf alle Krankheitsbilder ausgedehnt werden. Die Maßnahme musste medizinisch begründet sein, und es musste sichergestellt sein, dass der Wiedereinzugliedernde unter Beobachtung eines Betriebsarztes war.

In einem überschaubaren Zeitraum von etwa einem Vierteljahr sollte unter Beibehaltung der Arbeitsunfähigkeit (im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung) ein Langzeitkranker in Absprache zwischen dem behandelnden Arzt und dem Betriebsarzt, der Personalabteilung des Arbeitgebers und der zuständigen Krankenkasse einer Wiedereingliederungsmaßnahme zugeführt werden.

[Nachdruck] 1


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Kombinierte Belastungen am Arbeitsplatz - Der chronisch Erkrankte im Betrieb'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Gentner Verlag
Homepage: https://www.gentner.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6825X05


Informationsstand: 01.01.1989

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