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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Weißbuch Adipositas

Versorgungssituation in Deutschland



Autor/in:

Klein, Silvia; Krupka, Simon; Behrendt, Susann [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016, 239 Seiten: PDF, ISBN: 978-3-95466-274-6 (Print); 978-3-95466-275-3 (E-Book)


Jahr:

2016



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Link zu der Veröffentlichung (PDF | 3,9 MB)


Abstract:


Die steigende Zahl Erwachsener, die an besonders schwerer Adipositas leiden, alarmiert die Experten. Dabei existieren wirksame Therapieansätze, um das Körpergewicht langfristig zu verringern und damit begleitende Erkrankungen zu lindern oder zu vermeiden. Diese Angebote zu finden, ist jedoch für Betroffene oft mühsam. Zudem übernehmen die Krankenkassen nicht durchgehend die Kosten, wie Wissenschaftler des IGES Instituts im Weißbuch Adipositas analysieren.

Vor allem bei Männern hat der Anteil laut Untersuchungsergebnissen mit schwerer Adipositas zugenommen, seit 1998 um 55 Prozent. Bei Frauen, die generell mehr betroffen sind, waren dies 16 Prozent. Insgesamt litten im Jahr 2011 acht Prozent der erwachsenen Frauen und rund fünf Prozent der erwachsenen Männer an erheblicher und extremer Fettleibigkeit.

Adipositas als Krankheit ernst nehmen
'Adipositas muss als Krankheit ernst genommen und nicht mehr nur als Lebensstilproblem angesehen werden, damit in ihre Behandlung mehr investiert wird', sagt Professor Matthias Blüher, Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und beratender Experte des Weißbuchs. Er verweist dabei auf die seit nunmehr zehn Jahren bereitstehenden, wissenschaftlich fundierten Vorgaben für eine individuelle Behandlung Betroffener.

Defizite an allen entscheidenden Stellen der Versorgung
Das Weißbuch konstatiert jedoch für eine leitliniengerechte Behandlung zahlreiche Hürden. Das beginne bei Vorurteilen gegenüber Adipösen und einer mangelnden Akzeptanz der Adipositas als Krankheit sowohl bei Betroffenen selbst als auch bei Ärzten. Beides verhindere häufig einen Therapiebeginn. Zudem existiere kein flächendeckendes Angebot an spezialisierten Ärzten und qualifizierten Gewichtsreduktionsprogrammen, deren Kosten Krankenkassen ohnehin lediglich anteilig übernehmen. Kosten für Operationen tragen die Krankenkassen nur nach Einzelfallprüfungen. Weiter fehlten laut Bleß Strukturen für eine optimale Langzeitbetreuung.

Folgekrankheiten treiben Behandlungskosten in die Höhe
Das Weißbuch zeigt, wie vor allem die Begleit- und Folgekrankheiten von starkem Übergewicht die Behandlungskosten in die Höhe treiben: So gehen Studien zufolge zwei Drittel der direkten Behandlungskosten auf die Therapie einer hinzugekommenen Diabeteserkrankung, Bluthochdruck oder koronaren Herzkrankheit und 13 Prozent auf die Versorgung des Übergewichts zurück.

Jüngste Studien nennen unter Einbezug der Therapiekosten für Begleiterkrankungen und aller anderen verbundenen Ausgaben etwa für Pflege jährliche Gesamtkosten der Adipositas in Deutschland von bis zu 30 Milliarden Euro.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Homepage: https://www.mwv-berlin.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7468


Informationsstand: 04.06.2020

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