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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

IDF Diabetes Atlas

Sixth edition



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

International Diabetes Federation (IDF)


Quelle:

Brüssel: Eigenverlag, 2013, 160 Seiten, ISBN: 2-930229-85-3


Jahr:

2013



Abstract:


Die dargelegten Schätzungen des Diabetes Atlas zeigen, dass Diabetes mellitus nach wie vor zu den drängendsten Gesundheitsproblemen weltweit gehört. Laut Schätzungen der nun veröffentlichten sechsten Ausgabe des Diabetes-Atlas der International Diabetes Federation (IDF) sind derzeit rund 382 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 79 Jahren weltweit und davon 56 Millionen Europäer an Diabetes erkrankt. In Deutschland betrifft die Erkrankung einschließlich der geschätzten hohen Dunkelziffer zwölf Prozent bzw. rund 7,5 Millionen Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Von diesen Menschen wissen nach Schätzungen der IDF etwa ein Drittel bzw. rund 2,7 Millionen Menschen nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind. Da sich diese Hochrechnungen auf die Altersgruppen zwischen 20 und 79 beziehen, bleiben schätzungsweise etwas mehr als eine Million Menschen mit Diabetes ab 80 Jahren unberücksichtigt.

Als Erkrankung des höheren Lebensalters hängen die Diabeteszahlen von der Altersstruktur der Gesellschaft ab. Für den internationalen Vergleich publiziert die IDF daher neben nationalen Diabeteszahlen eine 'Vergleichshäufigkeit', die an die Weltbevölkerung angepasst ist. Hiernach wären in Deutschland 8,3 Prozent der Menschen zwischen 20 und 79 Jahren an Diabetes erkrankt, wenn die deutsche Altersstruktur der jüngeren Weltbevölkerung entspräche.

'Der IDF Atlas hat das primäre Ziel, international vergleichbare Schätzungen für einzelne Länder mit hoher Repräsentativität zu generieren, bei der Beurteilung der Zahlen für Deutschland lohnt sich ein Blick auf die zugrundeliegenden Studien und Methoden, betont PD Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), der mit weiteren Mitarbeitern des DDZ an der aktuellen Version des IDF-Atlas mitgewirkt hat.

Was steckt hinter den Zahlen des IDF-Atlas für Deutschland?
Als Datenbasis für den bekannten Diabetes in Deutschland im aktuellen Atlas diente in erster Linie die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) des Robert Koch Instituts (RKI) aus den Jahren 2008 bis 2011. In dieser deutschlandweiten Studie wurde die Häufigkeit des bekannten, selbst-berichteten Diabetes auf 7,2 Prozent geschätzt (Alter 20-79 Jahre).

Zur Beurteilung des unentdeckten Diabetes wurden nationale und internationale Studien herangezogen. Orale Glukosetoleranztests (oGTT), der Goldstandard für epidemiologische Studien zur Schätzung des unbekannten Diabetes, wurden jedoch nur in vier Ländern Europas auf nationaler Ebene durchgeführt. Bei der Erstellung des Atlas wählte die IDF daher einen Kompromiss und berechnete den mittleren Anteil des nicht-diagnostizierten Diabetes in großräumigeren Regionen mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden wie oGTT, Bestimmung des HbA1c- Werts (Langzeitzuckerwert) oder die Bestimmung der Nüchternglukose im Blut.

Für Deutschland bedeutete dies, dass nicht etwa die oGTT-basierte KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) Studie aus der Region Augsburg berücksichtigt wurde (knapp 50 Prozent Anteil des unentdeckten Diabetes an der Gesamtprävalenz), sondern ein mittlerer Schätzwert aus französischen, spanischen und finnischen Studien, der sich aus unterschiedlichen Diabetesdefinitionen zusammensetzte, ermittelt wurde (Anteil 36,6 Prozent an der Gesamtprävalenz). Die Dunkelziffer von ca. 4,3 Prozent unterschätzt somit vermutlich die tatsächliche Häufigkeit des nicht diagnostizierten Diabetes in Deutschland.

Deutschland im europäischen und weltweiten Vergleich
Mit rund 7,5 Millionen Betroffenen gehört Deutschland anhand des IDF Atlas in Europa zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Dieser Spitzenplatz ist zum Teil der Altersstruktur der deutschen Gesellschaft geschuldet. Doch auch nach Standardisierung auf die deutlich jüngere Weltbevölkerung findet sich in Deutschland mit 8,3 Prozent eine höhere Diabeteshäufigkeit (Prävalenz) als in den direkten europäischen Nachbarländern, in welchen diese 'Vergleichshäufigkeit' zwischen 5,1 und 5,4 Prozent liegt (Frankreich, Niederlande, Italien, Polen). Höhere 'Vergleichshäufigkeiten' wurden insbesondere für die südlicheren Länder wie Spanien (8,1 %), Portugal (9,6 %) und die Türkei (14,9 %) geschätzt.

Die genauen Ursachen für die länderspezifischen Unterschiede sind noch unklar, es ist jedoch anzunehmen, dass der Anteil stark übergewichtiger Menschen sowie das Sport- oder Ernährungsverhalten sich in den einzelnen Ländern ebenfalls unterscheiden.

Fazit
Der IDF-Atlas stellt einen wertvollen Beitrag zum Monitoring der Diabeteshäufigkeit im weltweiten Vergleich dar. Die Datenlage hat sich für einige Länder Europas verbessert, ist jedoch in vielen kleineren und mehreren osteuropäischen Ländern immer noch unzureichend. Für Deutschland fehlt insbesondere eine nationale Studie, die auf der Basis von oralen Glukosetoleranztests die Dunkelziffer verlässlich und überregional abschätzt.

Aus dem Inhalt:

- Kapitel 1: Was ist Diabetes? (What is diabetes?)
- Kapitel 2: Die globale Belastung (The global burden)
- Kapitel 3: Regionale Übersichten (Regional overviews)
- Kapitel 4: Globale Fragen (Global issues in diabetes)
- Kapitel 5: Verknüpfung lokal - global (Linking local to global)
- Kapitel 6: Ressourcen und Lösungen (Resources and Solutions)


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

IDF Diabetes Atlas

Sixth edition

Abstract:


Diabetes in all its forms imposes unacceptably high human, social and economic costs on countries at all income levels. Since the publication of the first International Diabetes Federation Diabetes Atlas in 2000 successive editions have provided consistent evidence of the continuing growth in rates of diabetes incidence and prevalence worldwide.

This 6th edition brings new evidence of the same kind, and carries a bitter but unavoidable message: despite the array of tools at our disposal to tackle the disease - effective drug therapies, advanced technology, ever-improving education and preventive strategies - the battle to protect people from diabetes and its disabling, life-threatening complications is being lost.

IDF's most recent estimates indicate that 8.3 % of adults - 382 million people - have diabetes, and the number of people with the disease is set to rise beyond 592 million in less than 25 years. Yet, with 175 million of cases currently undiagnosed, a vast amount of people with diabetes are progressing towards complications unawares. Moreover, with 80 % of the total number affected living in low- and middle-income countries, where the epidemic is gathering pace at alarming rates, the IDF Diabetes Atlas' latest figures provide a worrying indication of the future impact of diabetes as a major threat to global development.

Content:
- Chapter 1: What is diabetes?
- Chapter 2: The global burden
- Chapter 3: Regional overviews
- Chapter 4: Global issues in diabetes
- Chapter 5: Linking local to global
- Chapter 6: Resources and Solutions


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


International Diabetes Federation (IDF)
Homepage: https://www.idf.org

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7714x06


Informationsstand: 05.11.2015

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