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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Auszubildende mit Hörschädigung in der Berufsausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt

Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München



Autor/in:

Wild, Markus


Herausgeber/in:

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)


Quelle:

München: Eigenverlag, 2017, 433 Seiten


Jahr:

2017



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Link zu der Dissertation (PDF | 7 MB)


Abstract:


Seit einigen Jahren vollzieht sich ein Perspektivwechsel in Bezug auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Wesentliche Impulse gehen dabei auf nationaler Ebene von der Änderung des Grundgesetzes und im internationalen Kontext von der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) aus. Die veränderte Sichtweise wird auf begrifflicher Ebene im deutschen Sprachraum besonders deutlich, da der Begriff der 'Inklusion' den bisherigen Begriff der 'Integration' ablöst. Die Forderung nach uneingeschränkter und gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allen Bereichen der Gesellschaft gilt auch für Menschen mit Hörschädigung.

Die aktuelle Diskussion um Integration/Inklusion findet in der Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik seit mehreren Jahrzehnten verstärkt statt (vgl. Leonhardt 2010) und wurde durch die Ratifizierung der UN-BRK sowie dem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) 2011 weiter angeregt. Neben den Fortschritten in der Hörgerätetechnologie und bei Cochlea Implantationen ermöglichen mittlerweile Verbesserungen in der Früherkennung die zeitnah einsetzende Versorgung mit individuellen Hörhilfen und somit eine frühzeitig beginnende Förderung (vgl. Leonhardt 2010). Dadurch erreichen die meisten Jugendlichen mit Hörschädigung inzwischen eine Sprachentwicklung auf hohem Niveau, wodurch ihnen der Weg zu lebenslangen Wahlmöglichkeiten geebnet wird (vgl. Gräfen 2015).

Die Arbeit widmet sich der Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Hörschädigung, die sich in einer Berufsausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt befinden und unternimmt eine Annäherung an die Frage, wie diese selbst ihre Integrationssituation in diesem Bereich des gesellschaftlichen Lebens wahrnehmen. Zu diesem Zweck wurde eine qualitative Erhebung unter Betroffenen in Bayern und Baden-Württemberg durchgeführt.

Im ersten Kapitel wird zunächst die Verankerung des Inklusionsgedankens im Kontext nationaler Rechtsnormen reflektiert. Dabei wird auf den Impuls eingegangen, den die UN-BRK auf die gesellschaftliche und politische Diskussion ausübt. Der Fokus wird auf die Bereiche der Bildung und des Arbeitslebens gelegt, da diese für die berufliche Rehabilitation junger Menschen mit Hörschädigung relevant sind. Bevor die Umsetzung von Inklusion im Bereich der Bildung und des Arbeitslebens thematisiert wird, erfolgt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Begriffen 'Integration' und 'Inklusion'.

Im zweiten Kapitel werden vor dem Hintergrund des Berufsbildungssystems in Deutschland besondere Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation dargestellt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Hörschädigung aktuell zur Verfügung stehen.

Das dritte Kapitel dient der theoretischen Fundierung dieser Studie und beschäftigt sich auf der Basis wissenschaftlicher Literatur, Theorien und Erkenntnisse mit Aspekten, die im Kontext der Integration von Menschen mit Hörschädigung in den Bereichen Bildung und Arbeit zu reflektieren sind. Dabei wird auf Faktoren eingegangen, die bislang als bedeutend für gelingende Integration Hörgeschädigter angesehen werden. Außer auf die Kommunikationssituation von Menschen mit Hörschädigung und den Möglichkeiten technischer und personeller Hilfen wird vertieft auf die Dimension der sozialen, emotionalen und leistungsmotivationalen Integration Hörgeschädigter im Bereich der Bildung und des Arbeitslebens eingegangen. Um das Bild abzurunden, wird ein Blick in den Bereich der Freizeit geworfen.

Im vierten Kapitel wird erläutert, wie das Forschungsdesign der vorgestellten Studie angelegt wurde, um dem Ziel nachzukommen, Jugendliche und junge Erwachsenen mit Hörschädigung selbst zu ihrer Integrationssituation in der Berufsausbildung zu Wort kommen zu lassen. Dazu werden nach der Einbettung der Studie in den wissenschaftlichen Kontext und der Klärung der Forschungsziele und des Forschungsgegenstands die Forschungsfragen der Studie konkretisiert. Anschließend werden die wissenschaftlichen Methoden beschrieben und begründet, die zur Erhebung und Auswertung der Daten dienten sowie die Schritte des Forschungsprozesses erläutert. Abschließend erfolgen eine kritische Reflexion des Forschungsdesigns anhand gültiger Gütekriterien qualitativer Forschung sowie die erforderliche Limitation der Ergebnisse im Hinblick auf die untersuchte Stichprobe.

Im fünften Kapitel werden schließlich die Ergebnisse der Studie zur Integrationssituation der Auszubildenden mit Hörschädigung in der Berufsausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt präsentiert. Zu Beginn werden dazu die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Untersuchung anhand soziodemografischer Angaben vorgestellt. Darauf folgt die Beschreibung der vorschulischen und schulischen Laufbahn sowie des Berufsorientierungs- und Berufswahlprozesses der untersuchten Gruppe.

Die anschließenden Ausführungen erfolgen jeweils differenziert nach den beiden Orten der Ausbildung, dem Betrieb des ersten Arbeitsmarktes und der allgemeinen berufsbildenden Schule. Schwerpunkte stellen die Kommunikationssituation sowie kompensatorische Maßnahmen an den beiden Ausbildungsorten dar. Der Fokus der Studie liegt jedoch darauf, wie die Auszubildenden persönlich ihre Integration in Bezug auf die untersuchten drei Dimensionen - sozial, emotional, leistungsmotivational - an beiden Orten der Ausbildung einschätzen. Dabei werden die in den Interviews gewonnenen Erkenntnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen interpretiert. Am Ende jedes Kapitels erfolgt eine Gegenüberstellung der jeweiligen Situation an den beiden Orten der Ausbildung.

Kapitel 6 dient der Zusammenfassung der Ergebnisse sowie der Beantwortung der Forschungsfragen. Dabei werden Faktoren abgeleitet, die die Integration Auszubildender mit Hörschädigung im theoretischen und praktischen Bereich ihrer Ausbildung bedingen können.

In Kapitel 7 werden nach einem Fazit vor dem Hintergrund des Inklusionsgedankens Impulse für pädagogisches Handeln gegeben und weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Download unter:
Homepage: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/20787/
URN des Dokumentes: urn:nbn:de:bvb:19-207874
Abrufdatum: 28.08.2017

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV8362


Informationsstand: 28.08.2017

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