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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ökonomische Bedingungen der Werkstätten für Behinderte in den 90er Jahren

Referat, gehalten von Prof. Dr. Arnold, Würzburg, anlässlich der Jahresvollversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Behinderte in Bayern am 21.11.89 in Aschaffenburg



Autor/in:

Arnold, Ulli


Herausgeber/in:

Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern - LAGFW


Quelle:

Bayerischer Wohlfahrtsdienst, 1990, 42. Jahrgang (Heft 5), Seite 49-52, München: Eigenverlag, ISSN: 0721-1945


Jahr:

1990



Abstract:


Referat, gehalten von Prof. Dr. Arnold, Würzburg, anlässlich der Jahresvollversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Behinderte in Bayern am 21.11.89 in Aschaffenburg

Werkstätten für Behinderte (WfB) sind in vielfältiger Weise mit den Strukturen der Volkswirtschaft verflochten. Damit sind sie auch jenen Kräften ausgesetzt, die im ökonomischen und gesellschaftlichen Bereich zu Veränderungen führen. Die Analyse der ökonomischen Handlungsbedingungen für WfB muss zwei Gesichtspunkte besonders aufgreifen:

- Wie werden sich die WfB-internen Strukturen, Potenziale und Aufgabenstellungen in Zukunft entwickeln?
- Sofern WfB nicht nur im ökonomischen Sinne 'Kostenverursacher' der Gesellschaft darstellen, sondernauch eigene Output-Leistungen über den Markt zur Verfügung stellen, muss die Entwicklung der allgemeinen Wettbewerbskräfte in eine Analyse einbezogen werden.

Die internen Bedingungen
Zwischen 1987 und 1989 kam es bei der Anzahl der WfB zu einem Zuwachs von 7,6 Prozent. Mittlerweile existieren 370 Hauptwerkstätten. circa 12.000 (+14 Prozent) neue Arbeitsplätze wurden in diesem Zeitraum geschaffen. Die Eingliederung dieser zusätzlichen Behinderten in die WfB führt zwangsläufig zu einem erhöhten Betreuungsaufwand, der gleichzeitig eine Verringerung des ökonomischen Leistungsvermögens bedeutet. Die Produktivität der WfB nimmt ab.

Diese Entwicklung hat zwei unterschiedliche Ursachen:
- Die absolute Zahl behinderter Menschen, die in erwerbswirtschaftliche Arbeitsprozesse nicht mehr integriert werden können, nimmt zu.
- Die Zahl der beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber verringerte sich in den letzten Jahren um rund 6 Prozent. Der Anteil der Arbeitgeber, die ihre Beschäftigungspflicht nur unvollständig beziehungsweise überhaupt nicht nachkommen, nahm zu, so dass die sogenannte Schwerbehindertenquote insgesamt über alle Branchen hinweg abgenommen hat.

Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für WfB
Die Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für WfB in den 90er Jahren wird man nicht allein unter nationalen Aspekten beurteilen dürfen. Gerade weil die Beschäftigung behinderter Mitarbeiter in Unternehmen beziehungsweise die Finanzierung von Arbeitsplätzen in WfB aus der Sicht der Unternehmen als Kostenfaktor gesehen wird, ergibt sich im Hinblick auf die Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes in Europa ein Handlungsbedarf zur Harmonisierung bestehender Regelungen (zum Beispiel Arbeitsschutzbestimmungen, Mitbestimmung von Arbeitnehmern, Beschäftigungspflicht von Behinderten etc.).

Veränderungen von Marktfaktoren
Soweit WfB Güter und Dienstleistungen an andere Wirtschaftssubjekte (private Haushalte, Öffentliche Hand, erwerbswirtschaftliche Unternehmen) veräußern wollen, begeben sie sich in den Marktwettbewerb. Somit sind sie unmittelbar auch der Dynamik des Wettbewerbs ausgeliefert.

Nachhaltige Veränderungen von Marktstrukturen und -prozessen entstehen:
- als Folge von technologieinduzierte Veränderungen,
- durch Änderung des Verbraucherverhaltens, so dass sich bestehende Bedarfs- beziehungsweise Konsumstrukturen wandeln,
- durch den angestrebten EG-Binnenmarkt.

Strategische Überlegungen für WfB
Unternehmen scheinen dann erforderlich zu sein, wenn sie an die Strukturen der Wettbewerbskräfte einer Branche angepasst sind. Man spricht von einem 'optimalen Fit' der wesentlichen Strukturvariablen und meint damit auch die Notwendigkeit zur ständigen Anpassung an die Veränderungen, die intern und extern verursacht werden.

Optimaler Fit von WfB mit ihrer relevanten Umwelt bedeutet dreierlei:
a) Systematische Analyse der eigenen Marktpotenziale im Hinblick auf Stärken und Schwächen.
b) Beachtung der Veränderungsdynamik der Umwelt, aber auch der internen Veränderungskräfte.
c) Ständiges Bemühen darum, Wettbewerbsvorteile am Markt zu erzielen und zwar dadurch,
- dass bedarfsgerechte Produkte hergestellt und in den Markt gebracht und
- dass damit Profil gegenüber den Konkurrenten gewonnen wird.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern
Homepage: https://www.freie-wohlfahrtspflege-bayern.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0321


Informationsstand: 12.09.1994

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