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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Intensivierte Nachsorge (INA) ein Verfahren zur Verbesserung der beruflichen Reintegration nach Herzinfarkt und/oder Bypassoperation


Autor/in:

Karoff, Marthin; Röseler, S.; Kittel, Jörg [u. a.]


Herausgeber/in:

Kübler, Wolfgang; Meinertz, T.


Quelle:

Zeitschrift für Kardiologie, 2000, Band 89 (Nummer 5), Seite 423-433, Darmstadt: Steinkopff, ISSN: 0300-5860 (Print); 1435-1285 (Online)


Jahr:

2000



Abstract:


Die berufliche Reintegration bei Versicherten der Arbeiterrentenversicherung gelingt nach einer akuten Herz-Kreislauferkrankung je nach Literaturangabe in 40-60 Prozent der Fälle (3, 4, 6, 8). Arbeitsunfähig aus der Anschlussrehabilitation entlassene Patienten wurden zweimal pro Woche über insgesamt 6 Wochen in ein ganztägiges Programm zur intensivierten Nachsorge aufgenommen. In dieser Zeit bestand weiter Arbeitsunfähigkeit oder es fand an den übrigen drei Tagen parallel eine stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf statt. Die Ergebnisse der in dieser Studie durchgeführten Untersuchungen wurden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen.

Bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung waren auch zwei Jahre nach Beendigung des Programmes zur intensivierten Nachsorge (INA) substantielle und statistisch signifikante Effekte nachweisbar mit einer Wiedereingliederungsquote von 70,2 Prozent in der Interventions- und von 52,6 Prozent in der Kontrollgruppe. Dies ist ein Unterschied von 17,6 Prozentpunkten. Alterskorrigiert* liegt die Wiedereingliederungsquote in der Kontrollgruppe bei 57, 4 Prozent, was einer Differenz zur Interventionsgruppe von 12,8 Prozentpunkten entspricht. Nachsorgemaßnahmen sollten insbesondere bei älteren Patienten mit starker beruflicher Belastung eingesetzt werden, da unsere Untersuchung zeigte, dass bei diesen die Wiedereingliederungsquoten schlechter sind. Der Anteil an den Erwerbsunfähigkeitsrentnern liegt in der Interventionsgruppe nach 2 Jahren bei 5,5 und in der Kontrollgruppe bei 24,0 Prozent. Der Anteil der Berufsunfähigkeitsrentner ist mit 6 Prozent in beiden Gruppen gleich.

Das Instrument der stufenweisen Wiedereingliederung wurde in der Interventionsgruppe bei 44,2 und in der Kontrollgruppe bei 21,9 Prozent der Patienten eingesetzt. In der Interventionsgruppe waren zum Zeitpunkt T4 36,3 Prozent und in der Kontrollgruppe 10,4 Prozent der Patienten Teilnehmer an einer ambulanten Herzgruppe. Auch ist bei den Patienten der Interventionsgruppe eine Verbesserung der Fähigkeit zur Ausübung bestimmter Aktivitäten des Alltages festzustellen. Keine Einflüsse durch das Programm finden sich bei den überprüften Verhaltenskomponenten Ernährung, Entspannung und Rauchen sowie auch nicht im Hinblick auf das psychische Befinden.

Die Leistungsfähigkeit in Watt2Min. lag bei der Kontrollgruppe zum Messzeitpunkt T1 bei 589,46-255,03, stieg zum Messzeitpunkt T3 auf 598, 32-276,01 und lag nach 2 Jahren bei 661,15- 362,01. In der Interventionsgruppe dagegen lag dieser Wert zu T1 mit 658,13-263, 63, zu T3 mit 751,83-318,15 und zu T4 mit 717,93-336,76 stets höher (zu T1 und T3 statistisch signifikant höher, p<0,05) als in der Kontrollgruppe. Bezüglich der Lipidparameter gab es bis auf die Triglyceridwerte, die in der Interventionsgruppe sowohl unmittelbar nach Beendigung der AHB (T1) als auch circa 6 Monate (T3) und zwei Jahre (T4) nach Beendigung der Maßnahme statistisch signifikant niedriger lagen als die entsprechenden Werte der Kontrollgruppe, keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen zu den einzelnen Messzeitpunkten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Intensified after-care - a method for improving occupational reintegration after myocardial infarct and/or bypass operation


Abstract:


Occupational reintegration after coronary heart disease of patients who are insured by the German workers pension (Arbeiterrentenversicherung) succeeds in 40-60% of the recorded cases.

Patients who were not able to return to work after finishing their regular cardiac rehabilitation took part in a program called 'Intensivierte Nachsorge (INA)'. INA is an interdisciplinary support program, taking place twice a week for a whole day over a period of six weeks. On the remaining three days patients were either progressively reintegrated into their working place or stayed at home. The results of the INA group were compared to those of a control group.

Two years after patients had terminated the cardiac rehabilitation, statistically significant effects could still be found: 70.2% of the INA group had returned to work compared to 52.6% of the control group. This is a difference of 17.6%. After the results had been corrected by considering age differences between the two groups, the control group had a recalculated return to work rate of 57.4%. A significant difference of 12.8% could still be identified with respect to the INA group.

Support programs which follow regular cardiac rehabilitation seem to be specially suitable for older patients with highly perceived job strain, because our results showed that these patients had lower return to work rates. 44.2% of the INA group and 21.9% of the control group were progressively reintegrated into their work place. Two years after their regular rehabilitation 36.3% of the INA group patients took part in ambulatory heart groups compared with 10.4% of the control group.

It was also found that patients of the INA group showed improvements in activities of daily life. The INA program however does not seem to have an influence on behavioral components such as eating habits, relaxation, and smoking as well as on the psychological status.

The physical fitness measured in watt2min at the beginning of the INA program (T1) was 589.46-255.03 in the control group. This number increased to 598.32-276.01 six months after regular rehabilitation (T3) and continued to rise to 661.15-362.01 after two years (T4). In the INA group the numbers were as follows: 658.13-263.63 at T1, 751. 83- 318.15 at T3, and 717.93-336.76 at T4. The differences between the groups are significant at T1 and T3, whereas at T4 there is no significant difference. It should also be stated that the lipid parameters indicated no differences between the groups except for the triglyceride values which were significantly lower statistically in the INA group than in the control group.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen der Zeitschrift wurde im Jahre 2005 eingestellt.

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Referenznummer:

R/ZA0411


Informationsstand: 07.04.2006

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