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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erworbene, visuell bedingte Lesestörungen

Standardisierte Diagnostik und Therapie mit READ



Autor/in:

Kerkhoff, Georg; Marquardt, C.


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)


Quelle:

Der Nervenarzt, 2009, 80. Jahrgang (Heft 12), Seite 1424-1439, Heidelberg: Springer, ISSN: 0028-2804 (Print); 1433-0407 (Online)


Jahr:

2009



Abstract:


Visuell bedingte Leseprobleme gehören mit zu den häufigsten Einbußen nach Hirnschädigung. Diese können durch homonyme Gesichtsfeldausfälle, beeinträchtigte elementare Sehleistungen (Kontrast, Visus, Fusion, Augenbewegungsstörungen), einen halbseitigen visuellen Neglekt sowie das Balint-Holmes-Syndrom bedingt sein.

Lesen ist jedoch nicht nur in Alltag und Beruf relevant, es ist auch eine wichtige Voraussetzung für kognitive Leistungen (wie etwa das Sprachverständnis oder das kurzfristige Behalten und Weiterverarbeiten verbaler Informationen im Arbeitsgedächtnis).

Trotz dieser Bedeutung gibt es für die differenzierte Diagnostik und Therapie visuell bedingter Lesestörungen bislang kein standardisiertes und hinsichtlich der therapeutischen Wirksamkeit evidenzbasiertes Verfahren im deutschen Sprachraum.

Im vorliegenden Beitrag beschreiben wir die wichtigsten Merkmale eines zu diesem Zweck neu entwickelten PC-basierten Verfahrens (READ). Nach einer kurzen Darstellung der Ursachen visuell bedingter Lesestörungen und ihrer Anamnese wird auf die Konstruktion, diagnostische Möglichkeiten, Normierung und Auswertung von Leseleistungen anhand des neuen Systems eingegangen. Anschließend werden die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten dargestellt.

Ausgewählte Ergebnisse aus laufenden Studien belegen die diagnostische Sensitivität und therapeutische Wirksamkeit des neuen Verfahrens, welches somit eine Lücke in der neurologisch-neuropsychologischen Rehabilitation schließt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Visually based reading disorders after brain damage

Standardised assessment and treatment with READ

Abstract:


Visually based reading disorders are frequently encountered in patients with acquired brain damage. Homonymous visual field defects, impaired elementary visual capacities (acuity, contrast sensitivity, convergent fusion, ocular motor disorders), visual neglect or Balint-Holmes syndrome are the most frequent causes of such reading disorders. Reading is not only an important prerequisite for vocational and private life, but is also indispensable for subsequent cognitive abilities such as verbal working memory and long-term memory. Despite this importance no comprehensive system exists for the standardised assessment and treatment of visually based reading capacities in the German-speaking area. Here, we describe the basic properties of such a system (READ). After a short survey of the main causes of visually based reading disorders after brain damage, the anamnesis, diagnostic facilities, normative data as well as a variety of treatment techniques of the novel system are described. Selected results from ongoing clinical group studies as well as case examples highlight the diagnostic sensitivity and therapeutic efficiency of the new system for better management of visually based reading disorders after brain damage.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Nervenarzt
Homepage: https://link.springer.com/journal/115

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Referenznummer:

R/ZA0465


Informationsstand: 10.12.2009

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