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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter

Historische, konzeptuelle und wissenschaftliche Aspekte



Autor/in:

Eikelmann, Bernd; Reker, Thomas


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 1996, 58. Jahrgang (Supplement 1), Seite 72-78, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790


Jahr:

1996



Abstract:


Die Psychiatrie setzt sich seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert mit chronischen Krankheitsverläufen und psychischen Behinderungen wissenschaftlich auseinander. Besonders durch den Enquete-Bericht des Jahres 1975 haben sich Fortschritte im Versorgungssystem ergeben, die es erlauben, psychisch Kranke mit drohenden oder bereits verfestigten Behinderungen zu rehabilitieren oder langfristig in unterschiedlicher Intensität und selbst zu Hause zu betreuen. Im Besonderen wurden differenzierte und gestufte Einrichtungen des betreuten Wohnens, des beschützten Arbeitsmarktes und der Unterstützung in der Freizeit geschaffen.

Rehabilitation kann bei Behinderten ansetzen und dessen Fertigkeiten verbessern. Sie kann aber auch darauf abzielen, die angemessene Lebensumgebung zu suchen oder zu strukturieren, so dass der Behinderte optimal zurecht kommt.

Es ist ferner zwischen einer frühen und einer späten Rehabilitation zu unterscheiden: Die späte Rehabilitation betrifft vor allem jene Kranken, deren Behinderungen nach langjähriger Krankheit relativ irreversibel geworden sind. Ziel ist hier der Erhalt der sozialen Integration. Frühe Rehabilitation sollte heute angestrebt werden, wenn sich abzeichnet, dass es im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung zu funktionellen Defiziten und Behinderungen kommt. Sollte trotz intensiver Rehabilitationsbemühungen eine erhebliche Behinderung zurückbleiben, kann durch Anpassung der Lebensumgebung eine ausreichende Wiedereingliederung des Betroffenen erfolgen.

Während der Entwicklungsstand der Praxis vielversprechend ist, sind theoretische und wissenschaftliche Probleme in großer Zahl ungeklärt. Besonders das Thema psychiatrische Arbeitsrehabilitation wirft zunehmend Fragen auf. Erkenntnisse über die Zahl der chronisch psychisch Kranken in der Gemeinde und ihre Bedürfnisse, also die Zahl der möglichen Nutzer, fehlen. Weitere Untersuchungen zu den Wirkungen, der Effektivität und dem Verlauf der psychiatrischen Rehabilitation sind wünschenswert.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Rehabilitation of psychiatrically ill and handicapped patients

Historical, conceptual and scientific aspects

Abstract:


Since the early days in the 19th century, psychiatry has been dealing with chronic courses of illness and mental disabilities. The 1975 German 'Psychiatry Enquete Report' has played a major role in archieving progress in the care system, allowing mentally ill patients with impending or established handicaps to be rehabilitated or to have long-term care of varying intensity and even at home. In particular, differentiated and graduated systems of sheltered accommodation, a sheltered labour market and leisure-time support have been created.

Rehabilitation may induce a response in the disabled patient and improve his skills. It may, however, also be aimed at finding or structuring an adequate living environment to enable the patient to cope. A distinction must also be drawn between early and late rehabilitation: late rehabilitation applies primarily to those patients whose disabilities have become relatively irreversible after protracted illness. The objective in this case is to maintain social integration. Early rehabilitation is desirable today if functional deficits and impairments are found to occur in conjunction with a mental illness. If a substantial disability remains in spite of intensive efforts towards rehabilitation, adequate reintegration of the affected patient may be achieved by adapting the living environment.

Although the practical state of development is promising, a large number of theoretical and scientific problems remains unsolved. The topic of psychiatric vocational rehabilitation particular is raising more and more questions. There is a lack of information on the number of chronically mentally ill patients in the community and their needs, i.e. on the number of potential users. Further studies are needed to investigate the effects, the efficacy and the course of psychiatric rehabilitation.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0535


Informationsstand: 18.02.2004

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