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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung in Rheinland-Pfalz

Eine ökonometrische Analyse des Wiedereingliederungserfolgs



Autor/in:

Almus, Matthias; Egeln, Jürgen; Lechner, Michael [u. a.]


Herausgeber/in:

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)


Quelle:

Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 1998, 31. Jahrgang (Heft 3), Seite 558-577, Nürnberg: Eigenverlag, ISSN: 0340-3254


Jahr:

1998



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Abstract:


Der Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse des vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des IAB und des Ministeriums für Arbeit und Soziales Rheinland-Pfalz bearbeiteten Forschungsprojekts (IAB-Projekt 10-483 A) Arbeitsplatzeffekte gemeinnütziger Arbeitnehmerüberlassungen in Rheinland-Pfalz vor.

Vorrangiges Ziel des Projekts ist es, empirisch abzuschätzen, ob arbeitslose Personen, die bei einer gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassungsgesellschaft beschäftigt waren, einen höheren Wiedereingliederungserfolg in den ersten Arbeitsmarkt aufweisen als Arbeitslose, die eine solche Gesellschaft nicht durchlaufen haben.

Dieser Abschätzung liegt Datenmaterial aus zwei Quellen zugrunde. Zum einen wurden die acht untersuchten Überlassungsgesellschaften sowohl schriftlich als auch in qualitativen Interviews zu ihren Charakteristika, zum sozioökonomischen Hintergrund all ihrer Leiharbeitnehmer sowie zu deren detaillierter Verleihhistorie und weiterem Verbleib befragt. Zum anderen stellte die Bundesanstalt für Arbeit Abzüge aus den bei den betroffenen Arbeitsämtern angelegten Dateien zur computerunterstützten Arbeitsvermittlung ('coArb') zur Verfügung.

Anhand der coArb-Daten wird mit ökonometrischen Methoden (Matching) eine Kontrollgruppe von arbeitslosen Nicht-Leiharbeitnehmern ausgewählt, die hinsichtlich ihrer sozio-ökonomischen Struktur und Arbeitsmarktgeschichte der Leiharbeitnehmergruppe möglichst ähnlich ist. Damit wird unter anderem der Tatsache Rechnung getragen, dass die Leiharbeitnehmer im Vergleich zur Grundgesamtheit aller Arbeitslosen jünger, häufiger Männer und zu einem größeren Anteil Ausländer sowie Aus- oder Übersiedler sind. Ferner wird bei der Kontrollgruppenbildung berücksichtigt, dass Leiharbeitnehmer unterdurchschnittlich ausgebildet sind und unstetige Erwerbsgeschichten mit häufigen Wechseln zwischen Arbeitslosigkeits- und Erwerbsepisoden aufweisen.

Der ökonometrische Vergleich des Wiedereingliederungserfolgs zeigt Unterschiede zwischen Leiharbeitnehmern und Kontrollgruppe auf. In der kurzen Frist (bis zu 5 Monaten nach Ende des Aufenthalts in der Gesellschaft) weisen die Leiharbeitnehmer ein im Vergleich zur Kontrollgruppe um bis zu 13 Prozentpunkte besseres Wiedereingliederungsergebnis auf. Sind beispielsweise 2 Monate nach Verlassen der Gesellschaften 27, 4 Prozent der Leiharbeitnehmer im ersten Arbeitsmarkt tätig, sind es in der Kontrollgruppe der Nichtteilnehmer nur 14 Prozent.

Das Ergebnis hält statistischen Tests stand und kann deshalb als signifikant eingestuft werden. Angesichts der Datenlage kann jedoch über den mittel- bis langfristigen Erfolg keine Aussage getroffen werden.

Die Arbeit zeigt, dass die in der Evaluation von Programmen zur Wiedereingliederung spezifischer Arbeitsmarktgruppen noch vergleichsweise wenig verbreitete Matching- Methode in Verbindung mit der hohen Datenqualität, die durch die präzise Aufbereitung der Erwerbsgeschichte in der coArb zustande gekommen ist, eine geeignete Methode zur Abschätzung von Maßnahmeeffekten darstellt.

[IAB]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The Impact of Non-profit Temping Agencies on Individual Labour Market Success in the West German State of Rhineland-Palatinate


Abstract:


This article presents selected results from the research project 'Effects on jobs of non-profit-making temporary employment businesses in Rhineland-Palatinate', which was carried out by the Centre for European Economic Research on the instructions of the IAB and the Rhineland-Palatinate Ministry for Labour and Social Affairs (IAB project 10-483 A).

The primary objective of the project is to assess empirically whether unemployed individuals who have worked for a temporary employment business show a better rate of success in reintegrating into the primary labour market than unemployed individuals who have not worked for such a business. Data material from two sources forms the basis of this assessment.

Firstly the eight temporary employment businesses examined were asked, both in writing and in qualitative interviews, about their characteristic features, the socio-economic background of all of their temporary wor-kers as well as about their detailed temporary employment history and subsequent destinations. Secondly the Federal Employment Services made available copies from the files on computer-assisted job placement ('coArb') which were drawn up at the employment offices concerned.

On the basis of the coArb data, econometric methods (matching) are used to select a control group of unemployed individuals who have not worked for a temporary employment business. This control group is intended to be as similar as possible to the temporary worker group with regard to their socio-economic structure and labour market history. Thus it is taken into account among other things that compared with the unemployed as a whole, the temporary workers are younger, more frequently male and include a larger proportion of foreigners, resettlers of Ger-man origin and people from the former German Democratic Republic.

Furthermore, in forming the control group it is taken into consideration that temporary workers have a lower than average level of education and training and show unsettled employment histories with frequent changes between spells of unemployment and employment. The econometric comparison of the reintegration success shows differences between temporary workers and the control group. In the short period (up to 5 months following the end of the time spent with the temporary employment business) the temporary workers show a reintegration result that is up to 13 percentage points better than that of the control group.

For example, two months after leaving the temporary employment business 27.4 percent of the temporary workers are working in the primary labour market, whereas in the control group of people who did not take part in such a scheme the figure is only 14 percent.

The result withstands statistical tests and can therefore be classified as significant. In view of the data situation, however, it is not possible to make a statement concerning the medium to long-term success. The report shows that the matching method, which is comparatively still not particularly wide-spread in the evaluation of programmes aimed at the reintegration of specific labour market groups, in association with the high quality of data, which was achieved by means of the pre-cise processing of the employment histories in the coArb, constitutes a suitable method for assessing the effects of employment and training measures.

[Author's abstract, IAB-Doku]


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (MittAB)
Homepage: https://www.iab.de/de/publikationen/eingestellte-reihen/mitt...

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Referenznummer:

R/ZA2050


Informationsstand: 05.07.2004

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