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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Implantierbare Mittelohrhörgeräte


Autor/in:

Wengen, D. F.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Therapeutische Umschau, 2004, Band 61, Heft 1, Seite 47-52, Bern: Huber, ISSN: 0040-5930 (Print); 1664-2864 (Online)


Jahr:

2004



Abstract:


Konventionelle akustische Hörgeräte bleiben trotz stetigen technischen Verbesserungen in ihrer Leistungsfähigkeit beschränkt. Aus physikalischen Gründen können damit Frequenzen über 5 kHz nicht oder nur sehr schwach übertragen werden. Der Hochfrequenzbereich ist aber für das Verstehen von Konsonanten entscheidend. Erst damit kann der Inhalt von Worten erfasst und verstanden werden.

Im Weiteren ist das Problem der Lärmverstärkung durch akustische Hörgeräte nicht gelöst. Weitere Problemgebiete sind: hartnäckige Gehörgangsinfekte, Intoleranz für Ohrpassstücke, Feedbackpfeifen und Resonanzen beim Sprechen oder Singen. Implantierbare Hörgeräte wie die Soundbridge von Symphonix-Siemens und das MET von Otologics bieten neue Möglichkeiten der Hörverbesserung und der akustisch schöneren Versorgung.

Seit der ersten Implantation einer Soundbridge im Jahr 1996 in der Schweiz profitieren seither weltweit fast tausend Patienten von diesem Quantensprung der Rehabilitation ihrer Schwerhörigkeit. Es handelt sich bei diesen Systemen um Teilimplantate. Ein externer Audioprozessor mit Mikrofon, Batterie, Computerchip und Sendean lage wird mit Magnethaftung hinter dem Ohr im Haarbereich getragen. In der Regel werden vor einer Implantation zuerst die Möglichkeiten der konventionellen Hörgeräte ausgeschöpft. Im Erwerbsalter ist die Finanzierung in der Schweiz durch die IV gesichert. Im AHV-Alter werden die Kosten des externen Teils von der AHV übernommen. Für die Kosten der Implantation fragen wir die Krankenkassen an.

In der Schweiz haben sich bisher erst einige wenige Otologen für dieses neue Gebiet interessiert. Die initial höheren Kosten eines Implantats werden durch die längere Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren kompensiert. Konventionelle Hörgeräte müssen alle 5 bis 6 Jahre gewechselt werden. Wegen der qualitativen Verbesserung des Hörens und Verstehens wird die Zahl der Patienten mit implantierten Hörgeräten in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Weitere Implantatsysteme sind in klinischer Erprobung.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Implantable middle ear hearing aids


Abstract:


Conventional acoustic hearing aids are limited in their performance. Due to physical laws their amplification of sound is limited to within 5 kHz. However, the frequencies between 5 and 10 kHz are essential for understanding consonants. Words can only be understood correctly if their consonants can be understood. Furthermore noise amplification remains a problem with hearing aids. Other problems consist of recurrent infections of the external auditory canal, intolerance for occlusion of the ear canal, feedback noise, and resonances in speech or singing.

Implantable middle ear hearing aids like the Soundbridge of Symphonix-Siemens and the MET of Otologics offer improved amplification and a more natural sound. Since the first implantation of a Soundbridge in Switzerland in 1996 almost one thousand patients have been implanted worldwide. The currents systems are semi-implantable. The external audio processor containing the microphone, computer chip, battery and radio system is worn in the hair bearing area behind the ear. Implantation is only considered after unsuccessful fitting of conventional hearing aids.

In Switzerland the cost for these implantable hearing aids is covered by social insurances. Initially the cost for an implant is higher than for hearing aids. However, hearing aids need replacement every 5 or 6 years whereas implants will last 20 to 30 years. Due to the superior sound quality and the improved understanding of speech in noise, the number of patients with implantable hearing aids will certainly increase in the next years. Other middle ear implants are in clinical testing.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Therapeutische Umschau
Homepage: https://econtent.hogrefe.com/loi/tum

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2417


Informationsstand: 15.02.2005

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