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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Rechtspflicht und Chance



Autor/in:

Gagel, Alexander


Herausgeber/in:

Bauer, J.-H.; Dieterich, Th.; Gentz, M.


Quelle:

Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht - NZA, 2004, 21. Jahrgang, Nummer 24, Seite 1359-1362, München: C.H.BECK, ISSN: 0943-7525


Jahr:

2004



Abstract:


Der Verfasser weist darauf hin, dass das Eingliederungsmanagement seit dem 1.5.2004 in den §§ 83 Absatz 2 a Nummer 5, 84 Absatz 2 SGB IX seinen Niederschlag gefunden hat. Er geht auf die rechtliche Ausgestaltung des Eingliederungsmanagement ein, wobei er meint, den Arbeitgeber treffe eine Rechtspflicht, dieses Modell umzusetzen.

Ein Arbeitgeber ist gemäß § 84 Absatz 2 SGB IX zur Einleitung des Eingliederungsverfahrens verpflichtet, sobald der Arbeitnehmer mehr als 6 Wochen innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten arbeitsunfähig war. Hierbei muss er sich zunächst um die Zustimmung des Arbeitnehmers für das Verfahren bemühen.

Der Verfasser nennt die Ziele des Eingliederungsverfahrens, wonach Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und der Arbeitsplatz zu erhalten ist. Dabei begreift er die Zeit der Arbeitsunfähigkeit als Phase der Aktivität zur Erhaltung der Arbeitsplatzes.

Er vertritt die These, dass der Arbeitsvertrag kein Hindernis für die (Wieder-)Eingliederung sein darf, sondern dieser gegebenenfalls umzuwandeln ist. Nach Auffassung des Autors ist für das Eingliederungsmanagement eine Verfahrensregelung notwendig, die in einer Integrationsvereinbarung niedergelegt sein kann, die jedoch nur zwischen Arbeitgeber und betrieblicher Interessenvertretung wirke. Deshalb bevorzugt er die Regelung durch Betriebsvereinbarungen.

Im weiteren Verlauf ist nach Meinung des Autors der Betriebs- beziehungsweise Personalrat und gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung zu beteiligen, die unter anderem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben achten sollen. Ein weiterer großer Bereich des Eingliederungsmanagement sieht der Verfasser in der Einbindung der Rehabilitationsträger und des Integrationsamtes, insbesondere der Integrationsfachdienste.

Nach seiner Meinung ist hierfür ein besonders geschulter Mitarbeiter notwendig. Er verweist darauf, dass zur reibungslosen Zusammenarbeit der Sozialleistungsträger gemäß §§ 22 folgende SGB IX das Institut der gemeinsamen Servicestelle eingerichtet wurde.

Der Autor sieht das oben dargestellte Modell als Basismodell, das weiter ausgebaut werden kann, insbesondere im Hinblick auf eine betriebliche Gesundheitspolitik.

(Rezension von Dr. H. Keller, FA ArbR.)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 166 SGB IX Inklusionsvereinbarung
§ 167 SGB IX Prävention/Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht (NZA)
Homepage: https://beck-online.beck.de/?vpath=bibdata%2Fzeits%2FNZA%2Fc...

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Referenznummer:

R/ZA2420


Informationsstand: 22.02.2005

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