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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behinderte im Arbeitsleben - sinkende Chancen?


Autor/in:

Falk, Wolfgang


Herausgeber/in:

Reichsbund der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen e.V.


Quelle:

Die Praxis, 1990, 43. Jahrgang (Heft 3), Seite 1-6, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0173-5594


Jahr:

1990



Abstract:


Seit 1983 sinkt die Erfüllungsquote gegenüber dem gesetzlich vorgeschriebenen Soll von sechs Prozent der mit Schwerbehinderten zu besetzenden Arbeitsplätze kontinuierlich. Die Novellierung des Schwerbehindertengesetzes hat zu keiner Veränderung beigetragen. Arbeitgeber beurteilen Anreize zur Beschäftigung Behinderter skeptisch - nur 16 Prozent nehmen finanzielle Hilfen für behindertengerechte Arbeitsplätze in Anspruch. Bei Stichprobenuntersuchungen der Kündigungen von Schwerbehinderten stellte sich heraus, dass Betriebe auch langjährig beschäftigte Behinderte ausgrenzen.

Das Risiko einer Kündigung sinkt mit zunehmender Betriebsgröße. Auch durch Technisierung der Betriebe hat sich die Situation der Behinderten nicht gebessert. Es ist zu einer Verschiebung des Belastungsprofils gekommen und somit steigt die Zahl Schwerbehinderter, die ihre Behinderung durch ihre Arbeit im Beruf bekommen, auch unaufhörlich an. Der 'Durchschnitts-Schwerbehinderte', der 50 Jahre ist, Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat hat und ungelernt ist, verdankt seine Existenz den belastenden Arbeitsbedingungen und der Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Die Statistik für die Renten wegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zeigen, dass 47 Prozent der Anträge in der Rentenversicherung der Arbeiter gestellt wurden und nur knapp 25 Prozent aus der Angestelltenversicherung kommen. Die Wiederbeschäftigungsquote liegt bei 50 Prozent, jede zweite Vermittlung läuft über das Arbeitsamt und meist handelt es sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Eine Art von Arbeitsplatzerhaltung wäre die Schaffung von Rehabilitationsurlaub für die Zeit der beruflichen Rehabilitation, so dass die Betroffenen nicht erst aus der Arbeitslosigkeit heraus umgeschult werden müssen. Es würde somit die Einarbeitung in einen neuen Betrieb entfallen - was ein Vorteil für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wäre. Ohne weiter Maßnahmen den Behinderten den Arbeitsplatz zu erhalten, ist wohl in den nächsten 10 Jahren mit sinkenden Chancen der Behinderten im Arbeitsleben zu rechnen. Nur für junge Behinderte ist die Lage wohl positiver, da ein Ausbildungsplatzüberhang herrscht. Eine Tabelle zeigt die Erfüllung der Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertengesetz (1982-1988).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesverband Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD)
(Vormals: Reichsbund)
Homepage: https://www.sovd.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2587


Informationsstand: 05.11.1990

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