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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schwerpunktthema: Studie zu Bildungschancen - Was wirklich zählt


Autor/in:

Rensinghoff, Carsten


Herausgeber/in:

Deutscher Caritasverband e.V. (DCV)


Quelle:

neue caritas, 2012, spezial 1, 113. Jahrgang, spezial 1, Freiburg im Breisgau: Eigenverlag, ISSN: 1438-7832


Jahr:

2012



Abstract:


Der Deutsche Caritasverband (DCV) will sich für die Befähigung aller Kinder und Jugendlichen einsetzen. Ein Zeichen für mangelnde Befähigung ist die erschreckend hohe Zahl von Jugendlichen, die keinen Hauptschulabschluss erreichen. Es ist nicht hinzunehmen, dass im Jahr 2009 7,2 Prozent der Jugendlichen in Deutschland ohne einen Abschluss von der Schule gingen. Doch dagegen kann man etwas tun. Das zeigen die Beispiele von Kreisen und Städten, bei denen diese Quote sehr gering ist; 2,4 Prozent ist der beste Wert. Dass einzelne Kommunen jedoch Quoten von bis zu 26 Prozent aufweisen, darf nicht sein.

Eine konsequente Politik der Befähigung kann diesen traurigen Zustand ändern. In einer wissenschaftlichen Studie hat der DCV in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) Faktoren untersucht, die einen statistisch erwiesenen Einfluss auf die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss haben. Die Quote ist dort höher, wo die Arbeitslosigkeit hoch und die wirtschaftliche Lage schlecht ist oder wo es viele ausländische Schüler gibt. Aber diese Faktoren können die großen Unterschiede nicht alleine erklären. Keinen Einfluss hat hingegen die Überschuldungssituation eines Kreises oder einer Stadt. Damit kann sich auch vor Ort niemand entschuldigen, man habe nur deshalb so wenig Befähigungserfolg, weil eben kein Geld vorhanden sei. Auch spielt eine Rolle, in welchem Bundesland ein Kind zur Schule geht. Die Bildungspolitik der Länder trägt damit ebenfalls Verantwortung.

In einem zweiten Schritt haben wir gefragt, weshalb es einige Kommunen schaffen, viele Schüler zum Abschluss zu bringen, und dies, obwohl ihre sozioökonomische Situation gar nicht so rosig aussieht. Vertreter der Caritas aus diesen erfolgreichen Kreisen und Städten haben in einem Workshop die Erfolgsfaktoren zusammengetragen, die ihrer Meinung nach für die gute Befähigungssituation entscheidend sind. Am wichtigsten ist der politische Wille. Wo ein Bürgermeister, ein Schulamtsdirektor, die Leiterin eines Sozialamtes oder freie Träger sich das klare Ziel setzen, für benachteiligte Jugendliche wirklich etwas zu tun, dort schaffen mehr Jugendliche einen Abschluss. Was noch hilft, ist Schulsozialarbeit an allen Schulen, sozialräumliche Arbeit im Stadtteil und eine Befähigung vom frühen Kindesalter an, gezielte Lernförderung, Elternarbeit und Programme für schulmüde Jugendliche. Jede Stadt, jeder Kreis in Deutschland kann jetzt seine Zahlen unter www.caritas.de einsehen. Ursachen für schlechte Befähigungssituationen müssen im Einzelnen vor Ort erkundet werden.

Dabei ist trotz aller sozioökonomischen Einflussfaktoren zu bedenken: Es gibt Kreise und Städte, die es trotz widriger Umstände schaffen, dass Jugendliche einen Schulabschluss erreichen. Befähigung ist möglich! Die Caritas wird auf Bundes-, Landes- und Ortsebene versuchen, bei der Lösungssuche mitzuhelfen, damit sich ein Stück mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land durchsetzt.

[Aus: Vorwort]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


neue caritas
Homepage: https://www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2703


Informationsstand: 14.01.2013

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