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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Integrationsamt unterstützt Sie bei der betrieblichen Ausbildung behinderter Jugendlicher


Autor/in:

Welsch, Michael


Herausgeber/in:

Industrie- und Handelskammer (IHK); Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK Chemnitz)


Quelle:

Wirtschaft in Südwestsachsen, 2006, Heft 6, 06, Seite 8, Chemnitz: WochenSpiegel Sachsen Verlag GmbH


Jahr:

2006



Abstract:


Aufgabe des Integrationsamtes ist es, mit seinen Leistungen die Chancen schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben zu verbessern. Das bedeutet gleichzeitig, den Arbeitgebern Unterstützung zu geben, mögliche Unsicherheiten oder Probleme bei Einstellungen und in der Beschäftigung zu beseitigen und eine dauerhafte für beide Seiten erfolgreiche Arbeit zu sichern.

Mit der zum 1. Mai 2004 erfolgten Novellierung des Schwerbehindertenrechts verfolgte der Gesetzgeber als wesentliches Ziel die Verbesserung der Ausbildungssituation von behinderten Jugendlichen. Dem Integrationsamt wurden dabei zusätzlich zu den Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung durch die Agentur für Arbeit Fördermöglichkeiten aus der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabe für bestimmte Gruppen behinderter Jugendlicher eingeräumt.

Besonders interessant ist dabei die Fördermöglichkeit nach § 26 b SchwbAV (Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung). Nach dieser Regelung können Arbeitgeber für behinderte Auszubildende mit Defiziten, welche noch nicht das Ausmaß einer Schwerbehinderung beziehungsweise einer Gleichstellung mit diesem Personenkreis rechtfertigen, Leistungen erhalten. Ist nämlich nur ein Grad der Behinderung von 20 festgestellt (damit konnten bisher keinerlei Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden) oder erbringt ein Kostenträger Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder liegt eine entsprechende Stellungnahme der Agentur für Arbeit zur Zugehörigkeit zum Personenkreis nach § 68 Absatz 4 SGB IX (Neuntes Buch des Sozialgesetzbuches) vor, kann ein pauschaler Zuschuss von 2.000 Euro pro Ausbildungsjahr gewährt werden. Daneben erfolgt die Übernahme von Kammergebühren und Kosten für überbetriebliche Ausbildungsabschnitte. Insbesondere lernbehinderte Jugendliche sollten hierdurch verbesserte Chancen auf eine betriebliche Ausbildung haben.

Eine andere Fördermöglichkeit bietet § 26 a SchwbAV. Danach können Arbeitgeber mit weniger als 20 Beschäftigten zur Ausbildung besonders betroffener schwerbehinderter Jugendlicher (hierzu zählen: Notwendigkeit einer besonderen Hilfskraft, wesentlich verminderte Arbeitsleistung, außergewöhnliche Aufwendungen für den Arbeitgeber oder Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft allein wegen geistiger oder seelischer Behinderung beziehungsweise einem Anfallsleiden) ebenfalls von den Kammergebühren und den Kosten für überbetriebliche Ausbildungsabschnitte entlastet werden.

Daneben sei ergänzend auf schon immer mögliche Förderungen nach § 15 SchwbAV verwiesen. Für schwerbehinderte beziehungsweise diesen gleichgestellte Jugendliche kann das Integrationsamt einen Investitionskostenzuschuss erbringen, wenn für die Ausstattung eines neuen Ausbildungsplatzes Kosten anfallen. Maßgeblich für alle Förderinstrumente ist, dass der Azubi das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und es sich um eine betriebliche Ausbildung auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) handelt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


IHK-Zeitschrift Wirtschaft Südwestsachsen
Homepage: https://www.chemnitz.ihk24.de/servicemarken/presse/Wirtschaf...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2756


Informationsstand: 03.08.2006

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