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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zielsetzungen der Rehabilitation bei rheumatischen Erkrankungen und Rehabilitationsformen


Autor/in:

Gutenbrunner, Christoph


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Aktuelle Rheumatologie, 2004, 29. Jahrgang (Heft 5), Seite 227-231, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0341-051x


Jahr:

2004



Abstract:


Rehabilitation wird heute als ein multi- und interdisziplinäres Management der funktionalen Gesundheit einer Person definiert. Sie zielt auf die Beseitigung negativer Krankheitsfolgen und eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Da die meisten rheumatischen Erkrankungen chronische Verläufe aufweisen und zu Einschränkungen verschiedener Funktionen des Bewegungssystems führen, begründen sie trotz des Fortschritts in der medikamentösen Therapie einen erheblichen Rehabilitationsbedarf.

Die für die funktionale Gesundheit relevanten und somit für die Rehabilitation entscheidenden Faktoren der Körperfunktionen und Strukturen, Aktivitäten und Teilhabe sowie der Umweltfaktoren sind in der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) klassifiziert.

Die meisten rehabilitationsrelevanten Rechtsvorschriften in Deutschland sind im Sozialgesetzbuch IX unter dem Titel Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen zusammengefasst. Aus klinischer Sicht stehen im Bereich der Funktionen die Schmerzen, die Gelenkbeweglichkeit und/oder -stabilität sowie Muskelkraft und -ausdauer im Zentrum der rehabilitativen Interventionen. Hinzu kommen je nach Krankheitsbild motorische und sensible Störungen sowie Fehlregulationen im sensomotorischen System.

Bei den Aktivitäten müssen als wichtigste Rehabilitationsziele bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen die Mobilität sowie die Fähigkeit, Körperpositionen beizubehalten, genannt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Rehabilitation im Bereich der Aktivitäten liegt auf den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und der Selbstversorgung. Wichtige Faktoren der Partizipation sind die Erhaltung oder Wiederherstellung der beruflichen Leistungsfähigkeit und die soziale Integration. Beeinflussende persönliche Faktoren wie zum Beispiel Persönlichkeitsmerkmale und das Krankheitsverhalten sind für die Rehabilitation wichtige Einflussvariablen und können zumindest teilweise im Rahmen von verhaltensmedizinischen Maßnahmen beeinflusst werden.

Bei den Umweltfaktoren, die im Rahmen komplexer Rehabilitationsmaßnahmen zu beeinflussen sind, spielen die Adaptation der Wohnumgebung oder des Arbeitsplatzes eine zentrale Rolle. Organisatorisch besteht in Deutschland das Rehabilitationssystem einerseits aus den wohnortfern durchgeführten stationären Heilverfahren und neueren Rehabilitationsformen, wie der fachübergreifenden Frührehabilitation im Akutkrankenhaus, den teilstationären Heilverfahren sowie den Nachsorgemaßnahmen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Goals of Rehabilitation in Rheumatoid Diseases and Types of Rehabilitation


Abstract:


Today, rehabilitation is defined as multi- and interdisciplinary management of a person's functional health with the aim to eliminate negative sequelae of a disease and to improve health-related quality of life.

Most rheumatic diseases have a chronic course that leads to impairment of various functions of the locomotor system and, in spite of all advancements in drug therapy, still requires considerable rehabilitative measures.

The most relevant factors of physical functions and structures, activities and participation as well as environmental factors relevant to functional health are classified in the International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF).

In Germany, most regulations relating to rehabilitation are laid down in the IXth Book of Social Laws entitled 'Rehabilitation and Participation of Disabled People.' From a clinical point of view, the central functional concerns in rehabilitative intervention are pain, mobility and/ or stability of the joints as well as muscle strength and endurance.

Depending on the clinical state, motoric and sensory disturbances as well as dysregulations of the sensormotor system are also present. Concerning activities, the most important targets in rehabilitation of patients with rheumatic diseases are restoring and/or maintaining mobility and physical control. Rehabilitation centers also concentrate on the individual patient's requirements regarding activities and self-sufficiency.

Important factors determining participation are maintenance and/or restoration of fitness for work and social integration. Individual factors, such as personality traits and disease pattern, are significant variables in rehabilitation, which for instance can be influenced within the framework of behavioral-medical therapy. Among the environmental factors affected by the setting of complex rehabilitation, adaptation of the living environment and type and/ or work environment play a central role.

In Germany, the rehabilitation system includes curative treatment in an inpatient setting and newer forms of rehabilitation, such as interdisciplinary early rehabilitation provided in the hospital initially treating the patient, as well as curative measures in a partial inpatient setting and after-care measures.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Aktuelle Rheumatologie
Homepage: https://www.thieme.de/de/aktuelle-rheumatologie/profil-13507...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2776


Informationsstand: 09.08.2006

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