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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die arbeits- und sozialmedizinische Beurteilung der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit mit dem FCE-Assessment ERGOS


Autor/in:

Glatz, Andreas; Anneken, Volker; Schian, Hans-Martin [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 2006, 68. Jahrgang (Heft 7), Seite 68, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790


Jahr:

2006



Abstract:


Hintergrund:

Ein Assessment mit dem ERGOS Work Simulator stellt ein standardisiertes aktivitätsorientiertes Verfahren zur computergestützten Simulation typischer körperlicher Anforderungen der Arbeitswelt dar. Bis heute liegen keine Validitätsstudien bezogen auf das Gesamtverfahren im Rahmen arbeits- und sozialmedizinischer Leistungsbeurteilung vor.

Ziel:

Die Arbeit untersucht die Gültigkeit ERGOS-basierter ärztlicher Stellungnahmen zur spezifischen Fragestellung bezüglich der Fähigkeiten, eine konkrete Tätigkeit ausüben zu können.

Methoden:

Es wurden 170 Probanden (Altersmedian 40 Jahre) untersucht, bei denen chronische Gesundheitsstörungen im Bereich des Rückens oder der Gelenke sowie ein gesundheitsbedingter Tätigkeitsabbruch beziehungsweise -wechsel vorlagen (77,2 Prozent m/22,8 Prozent w). Zehn gutachterlich erfahrene Ärzte wurden zum Arbeitsstatus der Probanden verblindet. Auf der Basis verblindeter Vorinformationen sowie körperlichen Volluntersuchungen der Ärzte wurden ERGOS-freie ärztliche Stellungnahmen zur spezifischen Fragestellung abgegeben (N=164). Zudem nahmen die gleichen Ärzte (verblindet) erneut ERGOS-basiert Stellung (N=163).

Die Beurteilungen wurden hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit vordefinierten Gruppen verglichen. Gruppe Plus war mindestens drei Monate ohne Arbeitsunfähigkeits-Auffälligkeiten in Arbeit, während Gruppe Minus der in Frage stehenden Tätigkeit gesundheitsbedingt nicht nachgehen konnte.

Ergebnisse:

In der Gruppe Minus konnten ohne ERGOS circa 76 Prozent und bei Hinzunahme von ERGOS circa 85 Prozent zutreffend beurteilt werden. In der Gruppe ohne AU-Auffälligkeiten (Plus) - konnten ohne ERGOS circa 59 Prozent und bei Hinzunahme von ERGOS circa 82 Prozent zutreffend beurteilt werden. Es war ein Zugewinn von 23 Prozent zu verzeichnen. Die Differenzierungsfähigkeit der ärztlichen Beurteilung in der Gesamtgruppe zur spezifischen Fragestellung ohne ERGOS beträgt d*=0,86, bei Hinzunahme von ERGOS steigt sie auf d*=1,9.

Schlussfolgerungen:

Im Rahmen der arbeits- und sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung ist in vielen Fällen eine Unterstützung des Arztes durch den ERGOS Work Simulator sinnvoll. Dies ergibt sich neben der Steigerung der Trefferquote zudem daraus, dass ERGOS-basierte ärztliche Stellungnahmen in beiden Gruppen in etwa gleichem Maße zu gültigen Beurteilungen beitragen. Der Nutzeffekt ergibt sich allerdings nicht automatisch, sondern das ERGOS-Ergebnis muss in den gutachterlichen Gesamtprozess eingebunden werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2863


Informationsstand: 17.04.2007

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