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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Behinderungen: Einstellen lohnt sich


Autor/in:

Leinenbach, Manfred


Herausgeber/in:

Arbeitskammer des Saarlandes


Quelle:

Arbeitnehmer, 2006, 54. Jahrgang (Heft 08), Saarbrücken: Eigenverlag, ISSN: 0334-8223


Jahr:

2006



Abstract:


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat zusammen mit unterschiedlichen Partnern, zu denen auch Arbeitnehmer- wie Arbeitgebervereinigungen gehören, die Initiative Jobs ohne Barrieren (job) durch das Programm Job 4 000 neu belebt.

Bereits im Rahmen der Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, das im Mai 2004 in Kraft trat, hat die Bundesregierung ausgeführt, dass die angestrebten Verbesserungen für schwerbehinderte Menschen, insbesondere beim Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung sowie bei der Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse, durch Änderungen von gesetzlichen Regelungen allein nicht erreicht werden können. Erforderlich ist hier vielmehr ein Zusammenwirken aller, die Verantwortung für die Teilhabe behinderter und schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben tragen.

Mit der Initiative job soll - auch in wirtschaftlich und konjunkturell schwierigen Zeiten - erreicht werden, dass behinderte und schwerbehinderte Menschen bessere Chancen auf die Teilhabe am Arbeitsleben erhalten.

Jobs ohne Barrieren will in Betrieben und Dienststellen Arbeitgeber, Personalverantwortliche und Interessenvertretungen der Beschäftigten, insbesondere Schwerbehindertenvertretungen, zu Partnern machen, die - in gemeinsamer Verantwortung und unterstützt durch Aktivitäten der an der Initiative Beteiligten - die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation behinderter Menschen und die betriebliche Prävention nachhaltig verbessern.

800 000 Schwerbehinderte zeigen, was sie können
Schon heute beweisen rund 800.000 schwerbehinderte Menschen, dass sie, im Arbeitsleben an der richtigen Stelle tätig, voll leistungsfähig sind. Trotzdem warten immer noch zu viele behinderte und schwerbehinderte Menschen auf die Gelegenheit, am Arbeitsleben (wieder) teilnehmen zu können. Immer wichtiger wird es auch, mit gezielten Maßnahmen die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dauerhaft zu erhalten.

Auch in Anbetracht des demografischen Wandels und des sich bereits jetzt immer stärker abzeichnenden Fachkräftemangels kann die Gesellschaft nicht auf die Fähigkeiten und Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen verzichten.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen aus den Projekten und Aktivitäten der Initiative job - Jobs ohne Barrieren wurde nun auch das Programm Job 4 000 ins Leben gerufen, das am 1. Januar 2007 startet und Bestandteil der Initiative ist. Mit dem Programm soll die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen gezielt vorangetrieben werden.

Hier die Details:
- Beschäftigung: Arbeitgeber, die einen besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen zusätzlich einstellen, erhalten vom Integrationsamt eine finanzielle Unterstützung. Die genaue Höhe und die Förderdauer wird im Einzelfall festgelegt. Möglich sind im Durchschnitt bis zu 600 Euro monatlich auf die Dauer von bis zu fünf Jahren. Zur Zielgruppe gehören beispielsweise schwerbehinderte Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit einer geistigen oder seelischen Behinderung. Für diese Menschen sollen durch das Programm mindestens 1 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
- Ausbildung: Arbeitgeber, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für schwerbehinderte Jugendliche schaffen, erhalten vom Integrationsamt eine Prämie von bis zu 3 000 Euro. Nach Abschluss der Ausbildung und Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis gibt es eine weitere Prämie von bis zu 5.000 Euro. Für schwerbehinderte Jugendliche sollen damit mindestens 500 neue Ausbildungsplätze geschaffen werden.
- Unterstützung: Integrationsfachdienste stehen bereit, um Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu unterstützen. Zielgruppe sind vor allem schwerbehinderte Schulabgänger. Die Integrationsfachdienste erhalten bis zu 250 Euro monatlich für jeden Unterstützungsfall. Durch das Programm sollen mindestens 2500 Unterstützungsfälle finanziert werden. Das Programm Job 4 000 wird am 1. Januar 2007 gestartet.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt Mittel in Höhe von rund 30 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds zur Verfügung. Die Länder stellen zusätzlich rund 20 Millionen Euro bereit. Es ist vorgesehen, dass die Bundesagentur für Arbeit das Programm durch ihre Fördermöglichkeiten nach dem SGB III zielgerichtet und wirkungsorientiert unterstützt. Die Länder führen das Programm Job 4 000 verantwortlich durch.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


arbeitnehmer - Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes
Homepage: https://www.arbeitskammer.de/publikationen/zeitschrift-arbei...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2884


Informationsstand: 20.10.2009

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