Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Eingliederungsmanagement - Die Auswirkungen auf krankheitsbedingte Kündigungen


Autor/in:

Löw, Stefan


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Monatsschrift für Deutsches Recht (MDR), 2005, Heft 11, Seite 608-609, Köln: Schmidt, ISSN: 0340-1812


Jahr:

2005



Abstract:


Der Beitrag befasst sich mit der Neufassung des § 84 Absatz 2 SGB IX, wonach Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen zu einem betrieblichen Eingliederungsmanagement verpflichtet sind. Der Verfasser beschäftigt sich mit der bisherigen Rechtslage, indem er das Prüfungsschema für die Wirksamkeit einer krankheitsbedingten Kündigung ausführt.

Erforderlich seien eine negative Gesundheitsprognose, das Vorliegen einer erheblichen Beeinträchtigung von betrieblichen Belangen und die Durchführung einer Interessenabwägung, ob die Kündigung das letzte in Betracht kommende Mittel sei. Bei der Abwägung der Interessen sei zu prüfen, ob der die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer an einen anderen innerbetrieblichen Arbeitsplatz versetzt werden könne oder die betrieblichen Beeinträchtigungen durch sonstige Überbrückungsmaßnahmen verhindert werden könnten.

In einem weiteren Schritt stellt der Autor die Neuregelungen des § 84 Absatz 2 SGB IX dar, der durch das am 01. 05.2004 in Kraft getretene Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen novelliert worden sei. Dadurch sei auch die betriebliche Prävention geändert worden. Sei eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig krank, so sei die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber zum Eingliederungsmanagement verpflichtet. Dies gelte für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement unterliege als Maßnahme des Gesundheitsschutzes der zwingenden betrieblichen Mitbestimmung des § 87 Absatz 1 Nummer 7 BetrVG. Falls das Eingliederungsmanagement unterlassen und krankheitsbedingt gekündigt werde, könne sich die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer in einem Kündigungsschutzprozess darauf berufen.

Bewertung: Die Änderungen werden übersichtlich dargestellt und die Konsequenzen besprochen. Letztendlich weiß auch der Verfasser nicht, wie sich das Unterlassen des Eingliederungsmanagements in einem Kündigungsschutzprozess auswirkt. Durch seine Empfehlungen kann diese 'noch' Rechtsunsicherheit jedoch abgefangen werden.

[Gem. Rezension bei http://www.lexonline.info]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 167 SGB IX Prävention/Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


MDR - Monatsschrift für Deutsches Recht
Homepage: https://www.mdr-recht.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2999


Informationsstand: 26.10.2005

in Literatur blättern