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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Adipositas-Grad und psychosoziale Belastung


Autor/in:

Jolivet, Benedicte; Rosemeyer, Dierk


Herausgeber/in:

Druml, W.; Berger, M.; Koletzko, B.


Quelle:

Aktuelle Ernährungsmedizin, 2006, 31. Jahrgang (Heft 5), Seite Poster 26, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0341-0501


Jahr:

2006



Abstract:


Poster auf der 22. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft

Einleitung:

Die psychosoziale Situation gehört zu den individuellen Kontextfaktoren (nach ICF) die zusammen mit dem Gesundheitsschaden die gesundheitliche Einschränkung und Belastung bewirken. Die Betrachtung und möglichst therapeutische Verbesserung der psychosozialen Situation ist ein Spezifikum der medizinischen Rehabilitation. Psychosoziale Daten insbesondere in Zusammenhang mit dem Grad der Adipositas sind wenig bekannt.

Patienten und Methoden:

2072 Adipöse (46±10 Jahre, 66% Männer, 39±7kg/m2) der Arbeiterrentenversicherung Westfalen, die nicht wegen Hauptdiagnosen aus den Bereichen Onkologie, Gastroenterologie oder Psychosomatik aufgenommen waren, wurden anhand eines standardisierten Dokumentationsverfahrens bezüglich Sozialdaten, psychischer Belastung, Reha-Bedürftigkeit und Selbsteinschätzung ihrer Gesundheit bei Aufnahme und Entlassung befragt.

Ergebnisse:

Soziales Umfeld: Die aktuelle Arbeitslosigkeit betrug 23%, bei Adipositas Grad I 19%, bei Adipositas Grad III 30%.
Arbeitsunfähig bei Aufnahme waren insgesamt 29% aller Patienten (mehr als doppelt soviel wie im deutschen Durchschnitt).
Allein lebend waren insgesamt 29%, bei Grad I 23%, bei Grad III 35%.

Psychische Belastung und Reha-Bedürftigkeit:
Besondere Ängstlichkeit (Score ?90. Percentile) fand sich bei 26% unserer Adipösen, bei Grad I 22%, bei Grad III 30% (p<0,0001).
Besondere depressive Verstimmung (Score ?90. Percentile) fand sich bei 19% unserer adipösen Patienten, bei Grad I 17%, bei Grad III 23% (p<0,0001).
Reha-Bedürftigkeit (gemessen mit Mini-IRES) steigt mit dem Grad der Adipositas insbesondere in der Unterdimension 'Schmerz' und 'Einschränkung im Alltag' (p<0,0001).

Änderung des Gesundheitszustandes während der Reha:
Die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes bei Aufnahme und bei Entlassung ist signifikant schlechter bei Adipositas Grad III (p<0,001).
Die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes steigt am Ende des Reha-Aufenthaltes signifikant: sehr gut/gut von 6 auf 27%, weniger gut/schlecht verringert sich von 66 auf 26%.

Die soziale Belastung von Reha-Patienten der Arbeiterrentenversicherung ist erheblich. Dies betrifft speziell die Adipositas, deren schichtgebundene Häufung bekannt ist. Die psychische Belastung insbesondere durch Angst und Depression sollte diagnostisch und therapeutisch mehr Berücksichtigung finden. Stärker Adipöse sind in fast allen Bereichen stärker belastet. In einer dreiwöchigen medizinischen Rehabilitation gelingt es, die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes in allen Schweregraden vergleichbar gut zu verbessern.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Aktuelle Ernährungsmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/aktuelle-ernaehrungsmedizin/profil-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3482


Informationsstand: 15.11.2011

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