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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Beitrag von Sozialmedizin und ICF zu einer integrativen psychiatrischen Diagnostik


Autor/in:

Linden, Michael


Herausgeber/in:

Gaebel, W.; Marneros, A.; Müller-Spahn, F. [u. a.]


Quelle:

Die Psychiatrie, 2007, 4. Jahrgang (Heft 4), Seite 209-215, Stuttgart: Schattauer, ISSN: 1614-4864


Jahr:

2007



Abstract:


Die sozialen oder beruflichen Folgen von Krankheiten beziehungsweise Krankheitssymptomen bestimmen wesentlich ihre Krankheitswertigkeit, die Schwere und die Kosten. Die Beschreibung und Messung der funktionalen Gesundheit, das heißt von Aktivitäts- und Teilhabestörungen hat in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit erfahren durch die Publikation der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF).

Die ICF gibt detaillierte Definitionen und Operationalisierungen psychopathologischer Symptome, die zukünftig bei der Beschreibung psychischer Störungen berücksichtigt werden müssen. Sie definiert im Weiteren Leistung (performance) als das, was Personen in ihrer gegenwärtigen, tatsächlichen Umwelt tun und Leistungsfähigkeit (capacity) als das höchstmögliche Niveau der Funktionsfähigkeit, das eine Person in einer Lebensdomäne erreicht.

Die Definition der Krankheitsfolgen in der ICF stellt eine Erweiterung des Krankheitsverständnisses um den Aspekt der funktionalen Gesundheit dar und ist damit die Basis für eine ganzheitliche Sicht von Krankheit und Kranksein, die ein unverzichtbar er Teil einer integrativen psychiatrischen Diagnostik ist. Ein speziell für die psychiatrische Praxis entwickeltes Instrument zur Erfassung der funktionalen Gesundheit ist das Mini-ICF-P.

Die Entwicklung einer integrativen psychiatrischen Diagnostik kommt ohne eine sozialmedizinische Perspektive nicht aus. Im Alltag der Patientenversorgung betrifft dies Stichworte wie Krankschreibung, Vorbeugung vor negativen Krankheitsfolgen, Schwere- und Prognosebeurteilung oder Unterstützung bei der Lebensbewältigung. In der Therapieforschung und -evaluation entspricht die sozialmedizinische Perspektive dem Übergang von der Erfassung therapeutischer Wirkungen (efficacy) zur Erfassung der therapeutischen Wirksamkeit (efficiency).


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

The role of social medicine and ICF for integrative psychiatric diagnoses


Abstract:


Social and occupational impairment are important to define illnesses, their severity, or costs. The assessment of functional health has gained interest by the publication of the ICF. First, the ICF gives detailled definitions for psychopathological terms which must be recognized in the description of mental illnesses. Secondly, it defines performance as what a person is doing and capacity as what he/she is able to do.

These definitons of consequences of illnesses include functional health in definitions of illness and open a holistic view on patients. This is indispensible for an integrative psychiatric diagnosis. The Mini-ICF-P has been developed for the assessment of disorders of capacity in the context of mental illness. The development of an integrative psychiatric diagnosis needs to include the perspective of social medicine.

This refers to definitions of sick leave, prevention of negative illness consequences, assessment of severity and prognosis, or therapeutic support of patients. In research this refers to the difference between treatment efficacy and efficiency.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Psychiatrie
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde inzwischen eingestellt.

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Referenznummer:

R/ZA3884


Informationsstand: 06.11.2007

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