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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Therapeutischer Stellenwert der BGSW bei Verletzungen des Bewegungsapparats

Unter besonderer Berücksichtigung der beruflichen Reintegration



Autor/in:

Wolff, David


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Trauma und Berufskrankheit, 2007, Volume 9 (Issue 2), Seite 143-147, Heidelberg: Springer, ISSN: 1436-6274 (Print); 1436-6282 (Online)


Jahr:

2007



Abstract:


Fragestellung:

Die berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung (BGSW) ist Teil des besonderen Heilverfahrens der gesetzlichen Unfallversicherung. Diese stationäre Maßnahme dient der intensiven medizinischen Rehabilitation mit dem Ziel der beruflichen Reintegration und kann bei Eintreten eines Verharrungszustandes oder eines komplizierten Verlaufes als komplexe stationäre Rehabilitation an berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken durchgeführt werden. Es stellt sich hierbei die Frage, ob der zeitliche Faktor und die Schwere der Verletzungsfolgen einen Einfluss auf das vorrangige Ziel der beruflichen Reintegration haben.

Material und Methode:

Es wurde eine prospektive Studie zum Behandlungsverlauf aller im Jahr 2004 an der BG Unfallklinik Murnau erstmalig im Rahmen der BGSW behandelten Patienten durchgeführt. Hierbei wurden die bis zum Aufnahmezeitpunkt erfolgten diagnostischen, konservativen und operativen Maßnahmen analysiert. Rückenmarkverletzte und Patienten mit Schädel-Hirn-Traumata wurden aufgrund der besonderen Verletzungsfolgeproblematik nicht in die Untersuchung eingeschlossen. Der Verlauf hinsichtlich Arbeitstätigkeit und beruflicher Reintegration wurde nach Ende der BGSW ebenfalls dokumentiert. Das durchschnittliche Follow-up betrug 12 Monate (6-18 Monate). Ebenfalls evaluiert wurden die Zeitdauer zwischen Heilregelverlauf für die jeweilige Verletzung und Beginn der BGSW-Maßnahme und die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) als Ausdruck der Verletzungsschwere. Insgesamt wurden 209 Patienten (152 Männer, 57 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren (15-74 Jahre) untersucht.

Ergebnisse:

Es vergingen im Durchschnitt 4,2 Monate zwischen dem zu erwartenden Ende des Heilregelverlaufes und dem Beginn der BGSW-Maßnahme an der BG Unfallklinik Murnau. Die berufliche Reintegrationsrate lag zum Nachuntersuchungszeitpunkt bei 62 Prozent. Die durchschnittliche Minderung der Erwerbsfähigkeit lag bei 13,1 Prozent (0-40 Prozent). Unbefriedigende Verläufe fanden sich insbesondere bei Patienten mit Schulterverletzungen und mit Verletzungen an Sprunggelenk oder Fuß, wogegen Patienten mit Wirbelsäulenverletzungen überdurchschnittliche Verläufe zeigten.

Diskussion:

Die BGSW-Maßnahme sollte frühzeitig und konsequent eingeleitet werden, um das Ziel der beruflichen Reintegration zu erreichen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Unfallversicherungsträger ist hierbei unerlässlich. Dabei ist die Schwere der Verletzungsfolgen nicht das entscheidende Kriterium für den Erfolg der beruflichen Wiedereingliederung.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Therapeutic value of the employers’ liability insurance inpatient treatment in cases of injury of the musculoskeletal system

Taking occupational reintegration into particular consideration

Abstract:


Aims:

Inpatient follow-up treatment approved by an employersrsquo liability insurance is part of the special statuary accident insurance treatment program. This inpatient procedure aims at intensive medical rehabilitation leading to occupational reintegration. In case of an obstinate condition or a complicated course, a complex inpatient rehabilitation can be carried out at an employersrsquo liability insurance hospital. Here we question the effects of time and the severity of the injury on the major aim of occupational rehabilitation.

Methods and materials:

A prospective study was made on the course of therapy of all patients treated under the employersrsquo liability insurance inpatient treatment scheme in the occupational insurance hospital in Murnau in the year 2004. The diagnostic, conservative and surgical procedures which had been carried out up to the point of admission were analysed. Patients with spinal chord or craniocerebral trauma were not included in this examination due to the particular long-term problems following such injuries. The course with respect to future work and occupational reintegration was also determined at the end of the treatment program. The mean follow-up was 12 months (range 6-18 months). In addition, the duration between the healing process for each injury, the beginning of the employersrsquo liability insurance treatment and the reduction in work capability as a measure of the severity of the injury was evaluated. A total of 209 patients (152 males and 57 females) with an average age of 45 years (range 15-74 years) were examined.

Results:

There were an average of 4.2 months between the end of the treatment process and the beginning of occupational rehabilitation at the Murnau hospital. The occupational reintegration rate was 62 per cent at the time of the follow-up examination. The average reduction in work capability was 13.1 per cent (0-40 per cent). Unsatisfactory results were most common in patients with shoulder, ankle and foot injuries, while patients with vertebral injuries were more successful than average.

Discussion:

Employersrs liability insurance inpatient treatment should begin early and be carried out consistently with the aim of occupational reintegration. Close cooperation with the accident insurance carrier is essential. Here, the severity of the injury is not the deciding factor for the success of the reintegration.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Trauma und Berufskrankheit
Homepage: https://link.springer.com/journal/10039

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Referenznummer:

R/ZA3925


Informationsstand: 11.12.2009

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