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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zeitgemäße Möglichkeiten visueller Rehabilitation


Autor/in:

Trauzettel-Klosinski, Susanne


Herausgeber/in:

Bundesärztekammer (BÄK); Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)


Quelle:

Deutsches Ärzteblatt International, 2011, 108. Jahrgang (Heft 52/52), Seite 871-878, Köln: Ärzte-Verlag, ISSN: 1866-0452


Jahr:

2011



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Abstract:


Hintergrund:

Trotz therapeutischer Fortschritte führen viele Augen- und Sehbahnerkrankungen zu bleibenden visuellen Defiziten - mit unterschiedlichen Auswirkungen auf das Alltagsleben. Rehabilitationsmaßnahmen haben das Ziel, die Einschränkungen durch Optimierung des Restsehvermögens zu kompensieren. Der Bedarf an visueller Rehabilitation wird in den nächsten Jahren stark steigen.

Methode:

Diese Übersichtsarbeit fasst den aktuellen Kenntnisstand zusammen - basierend auf einer selektiven Literaturrecherche nach Cochrane Reviews und nach randomisierten kontrollierten Studien (RKS, RCT) bei Cochrane Library und PubMed. Zusätzlich wurden Studien, die ein wichtiges Prinzip oder eine klinisch etablierte Methode zeigen, berücksichtigt.

Ergebnisse:

Zentrale Gesichtsfeldausfälle führen zu Lesestörungen. Bei absolutem Zentralskotom kann durch exzentrische Fixation und Textvergrößerung die Lesefähigkeit wiedererlangt werden. Ein weites Spektrum an vergrößernden Sehhilfen steht zur Verfügung. Spezifisches Lesetraining kann die Lesegeschwindigkeit zusätzlich steigern. Periphere Gesichtsfeldausfälle führen zu Orientierungsstörungen. Diese können bei konzentrischer Gesichtsfeldeinengung insbesondere durch taktile Hilfen (Langstock) mit Orientierungs- und Mobilitätstraining, bei Hemianopsie durch kompensatorisches Sakkadentraining verbessert werden.

Schlussfolgerung:

Bei exakter Diagnostik der Sehschädigung und Analyse ihrer Auswirkung können durch geeignete Rehabilitationsmaßnahmen bei den meisten Patienten die Lesefähigkeit wiederhergestellt, die Orientierungsfähigkeit verbessert und dadurch die Selbstständigkeit und Lebensqualität gesteigert werden. Bei zunehmendem Bedarf sind für die visuelle Rehabilitation ein verstärktes Angebot und wegen der teilweise unzureichenden Evidenzlage eine intensivere Forschungsförderung erforderlich.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Current Methods of Visual Rehabilitation


Abstract:


Background:

Despite therapeutic progress, many diseases of the eyes and visual pathways still cause persistent visual deficits that make everyday life more difficult in many ways. Rehabilitation aims to compensate for these limitations by optimizing residual vision. The demand for visual rehabilitation will increase markedly in the near future.

Methods:

We summarize the state of the art in visual rehabilitation on the basis of a selective review of the literature, including randomized, controlled trials (RCTs) in the Cochrane and PubMed databases as well as Cochrane reviews. We also pay particular attention to studies illustrating an important principle or a clinically established method.

Results:

Central visual field defects impair reading. Persons with an absolute central scotoma can regain reading ability by eccentric fixation and text magnification. Many kinds of magnifying visual aids are available. Specific reading training can further improve reading speed. Peripheral field defects impair orientation. Persons with a concentric field defect can be helped by tactile aids, such as a cane, and with orientation and mobility training. Persons with hemianopia can benefit from compensatory saccadic training.

Conclusion:

Suitable rehabilitative measures chosen after the thorough diagnostic evaluation of a visual impairment and analysis of its effects can usually restore reading ability, improve orientation, and thereby enhance the patient's independence and quality of life. As the demand for visual rehabilitation is increasing, steps will need to be taken to make it more widely available. Furthermore, as the scientific basis for visual rehabilitation is currently inadequate in some areas, more research in the field will be needed.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsches Ärzteblatt International
Homepage: https://www.aerzteblatt.de/int

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA4016


Informationsstand: 06.01.2012

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