Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Pflichtquote nicht praxisgerecht


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)


Quelle:

iwd, 1997, 23. Jahrgang, Nummer 21, Seite 6, Köln: IW Medien, ISSN: 0344-919X


Jahr:

1997



Abstract:


Im Oktober 1995 waren in ganz Deutschland 844.351 Schwerbehinderte beschäftigt - umgerechnet 4 Prozent aller abhängigen Beschäftigten in Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern. Nach dem Schwerbehindertengesetz sind private und öffentliche Arbeitgeber mit mehr als 15 Mitarbeitern verpflichtet, 6 Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Arbeitgeber, die diese Quote unterschreiten, müssen eine Ausgleichsabgabe an die Hauptfürsorgestellen entrichten.

Um die Pflichtquote von 6 Prozent zu erfüllen, müssten rein rechnerisch zusätzlich 408.000 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden - tatsächlich waren den Arbeitsämtern 1996 in Westdeutschland aber nur 157.000 arbeitslose Schwerbehinderte gemeldet. Hier stellt sich die Frage, ob die Pflichtquote noch praxisgerecht ist. Berücksichtigt man die Überfüllung der Pflichtquote einiger Unternehmen sowie die zusätzlich beschäftigten Schwerbehinderten in Unternehmen mit weniger als 16 Mitarbeitern, so erhält man eine effektive Quote von 5 Prozent.

Noch zwei weitere Gründe werden gegen die Fortsetzung der bisherigen Quotenpraxis angeführt: Das Verhältnis zwischen offenen Stellen speziell für Behinderte und arbeitslosen Schwerbehinderten war im September 1996 fast ausgeglichen. Außerdem so wird argumentiert, fänden Schwerbehinderte auf dem Arbeitsmarkt immer noch leichter eine neue Stelle als andere Arbeitnehmer. Hierfür spräche der deutlich geringere Anstieg der Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten im Vergleich zu den Arbeitslosen insgesamt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


iwd: Informationen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft
Homepage: https://www.iwd.de/

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Referenznummer:

R/ZA4163


Informationsstand: 13.03.1998

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