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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Validierung von Personbezogenen Faktoren im Bereich der onkologischen Brustkrebsrehabilitation - eine Delphi-Befragung auf nationaler Ebene


Autor/in:

Rapp, Ramona Sofie; Queri, Silvia


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 2017, 79. Jahrgang (Heft 02), Seite 96-104, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790 (Print); 1439-4421 (Online)


Jahr:

2017



Abstract:


Hintergrund:

In der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) können Umweltfaktoren und personbezogene Faktoren als Kontextfaktoren erhoben werden, die als sogenannte Förderfaktoren oder Barrieren wirken können bezüglich der möglichen Konsequenzen, die eine Erkrankung auf die Funktionsfähigkeit eines Menschen haben kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher keine Klassifikation der personbezogenen Faktoren vorgenommen, was vor allem mit kulturellen Unterschieden begründet wird. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) hat hier Pionierarbeit geleistet und einen Klassifikationsentwurf erstellt. Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Validierung dieses Entwurfs für die onkologische Rehabilitation in Deutschland am Beispiel Brustkrebs.

Methodik:

Brustkrebsexperten aus ganz Deutschland wurden zu personbezogenen Faktoren in der Rehabilitation mithilfe der Delphi-Technik befragt. Insgesamt 21 Experten aus 8 Rehabilitationskliniken nahmen teil, darunter Ärzte, Pflegepersonal, Therapeuten und Psychologen mit Erfahrung in der Brustkrebsrehabilitation sowie Betroffene aus 2 deutschlandweiten Selbsthilfegruppen. Zuerst wurde eine qualitative und danach eine quantitative Befragungsrunde durchgeführt. Die Antworten der Experten aus der ersten Delphi-Runde wurden dem DGSMP-Entwurf mithilfe eines Verlinkungsverfahrens zugeordnet. Zwei unabhängige Beurteiler nahmen das Linking vor, wobei die Güte ihrer Übereinstimmung geprüft wurde. In der zweiten Befragungsrunde wurde quantitativ die Zustimmung oder Ablehnung der zuvor genannten personbezogenen Faktoren ermittelt.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 244 Faktoren identifiziert, von denen 203 zu dem DGSMP-Entwurf in Bezug gesetzt werden konnten. Von den insgesamt 77 Items im Entwurf wurden durch die Aussagen der Experten im ersten Durchgang 43 Items eingeschlossen. 34 Items wurden nicht genannt (Kappa-Wert 0,776; 95 % Bootstrap Konfidenzintervall von 0,712 bis 0,817). Im zweiten Durchgang erhielten von den 43 zuvor genannten Items des DGSMP-Entwurfes 34 eine Mehrheit von mindestens 75 %.

Schlussfolgerung:

Anhand der Ergebnisse kommen die Autoren zu dem Schluss, dass der Entwurf 'Personbezogene Kontextfaktoren' der DGSMP-Arbeitsgruppe eine vollständige Sammlung möglicher personbezogener Förder- bzw. Barrierefaktoren darstellt, der sinnvollerweise in der Brustkrebsrehabilitation zu berücksichtigen ist. Es bleibt aber vielfach noch zu erforschen, welchen konkreten Einfluss die genannten Faktoren in Wechselwirkung mit der Erkrankung Brustkrebs tatsächlich auf die Funktionsfähigkeit haben.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Validation of Personal Factors in Breast Cancer Rehabilitation - A National Delphi Survey


Abstract:


Objective:

In the International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF), data on environmental and personal factors, the so-called facilitators or barriers, can be gathered. The World Health Organization (WHO) has not classified personal factors. This is justified with the cultural differences among countries. The German society for social medicine and prevention (DGSMP) has performed pioneering work and has provided a classification draft. The aim of this study is to validate this draft in the context of oncological rehabilitation of breast cancer patients in Germany.

Design:

21 experts from 8 rehabilitation centers and 2 breast cancer support groups in Germany were interviewed about personal factors in a 2-round survey using the Delphi technique. The expert group included doctors, nurses, therapists, psychologists with experience in rehabilitation of breast cancer patients and breast cancer patients. The responses of the first round were linked to the DGSMP draft. The degree of fit was calculated by means of the kappa statistic. In the second round, the focus was on the agreement of the personal factors determined in the first round.

Results:

The experts identified 244 factors out of which 203 (83.2%) were linked to the DGSMP draft. There are 77 categories in the DGSMP draft; 43 of them were included by the experts in the first round and 34 were not mentioned (kappa coefficient 0.776; 95% bootstrapped confidence interval 0.712-0.817). In the second round, 34 of the 43 named DGSMP categories achieved an agreement of at least 75% among the experts.

Conclusions:

The draft of the DGSMP working group is a comprehensive collection of facilitators and barriers in breast cancer rehabilitation and should be integrated reasonably in rehabilitation. More research on personal facilitators and barriers has to be carried out to show their concrete influence on functioning ability of breast cancer patients.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA4737


Informationsstand: 09.03.2017

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