Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Klinischer Verlauf sechs Monate nach einer ambulanten/teilstationären Anschlussrehabilitation

Erweiterte Ergebnisse aus dem Kölner Modell der ambulanten kardialen Rehabilitation der Phase II



Autor/in:

Bjarnason-Wehrens, Birna; Predel, Hans-Georg; Graf, Christine [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Herz, 1999, Band 24 (Supplement 1), Seite 73-79, München: Urban & Vogel, ISSN: 0340-9937


Jahr:

1999



Abstract:


Vom 1.1.1992 bis 31.12.1994 wurde in Köln ein Modell der ambulanten kardialen Rehabilitation (AR) der Phase II durch-und bis heute fortgeführt. Ziel des 'Kölner Modells' war es, zu überprüfen, inwieweit und unter welchen Bedingungen sich die Inhalte der stationären Rehabilitation ohne Qualitätsverlust in den ambulanten Bereich übertragen lassen.

Die Ergebnisse sollen der Standardisierung und der Qualitätskontrolle einer zukünftigen AR dienen. 1992 bis 1994 haben 108 Patienten mit koronarer Herzkrankheit, die den Modellkriterien entsprachen, (94 Männer und 14 Frauen, 52,3 ¦ 8 Jahre alt, kardiale Indikation in 74 Fällen Herzinfarkt, in 34 Fällen koronare Herzkrankheit mit invasiver Gefäßerweiterung) die AR begonnen. Hinzu kamen 45 'Nichtmodellpatienten' mit höherem kardialen Risiko.

Sieben Modellpatienten brachen die AR vorzeitig ab, davon zwei aus kardialen Gründen. Für die Wahl der AR nannten 40, 6 Prozent der Patienten Abneigung gegen die Klinikatmosphäre, 43,6 Prozent familiäre und 12,9 Prozent berufliche Gruende. Während der vierwöchigen AR absolvierten die Patienten im Mittel 72,9 ¦ 6,7 Therapiestunden. Durch die AR wurde die Belastbarkeit von 116,4 ¦ 28,8 auf 129,9 ¦ 34,6 Watt hochsignifikant (**) gesteigert.

Dieser Effekt war sowohl ein als auch drei Jahre nach AR (128,7 ¦ 35,8**) noch nachweisbar.

Ein Jahr nach AR gaben 77 Prozent der Patienten an, in der ambulanten Herzgruppe (AHG) (27,6 Prozent) oder selbstständig (49,4 Prozent) Sport zu treiben.

Drei Jahre nach AR waren immer noch 59,2 Prozent der Patienten regelmäßig körperlich aktiv. Durch die AR wurde das Ernährungsverhalten veraendert. Unter anderem wurden die Fettzufuhr um 20,8 Prozent, die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren um 30,7 Prozent und die von Cholesterin um 30,5 Prozent reduziert.

Die Cholesterinwerte wurden von 231 ¦ 49,8 auf 213,2 ¦ 35,9 mg Prozent** reduziert. Sechs (und zwölf) Monate nach AR waren sie auf 225,6 ¦ 39,4 mg Prozent wieder angestiegen.

Drei Jahre nach AR lagen die Cholesterinwerte im Mittel bei 219,1 ¦ 39,3 mg Prozent.In der Risikogruppe (> 220 mg Prozent) wurden sie von 266 ¦ 44 auf 232 ¦ 31,9 mg Prozent** gesenkt. Sechs und zwölf Monate nach AR lagen sie mit 239, 7 ¦ 35,8 mg Prozent beziehungsweise 245,8 ¦ 32,6 mg Prozent immer noch hochsignifikant niedriger als vor AR, obwohl nur 19 Prozent der Patienten mit Lipidsenkern behandelt wurden.

Drei Jahre nach AR lagen sie in dieser Gruppe bei 234,6 ¦ 37,7mg Prozent**.

34,2 Prozent der Patienten wurden zu diesem Zeitpunkt mit Lipidsenkern behandelt. Das Körpergewicht konnte im Mittelnicht beeinflusst werden. Das Rauchverhalten wurde im akuten Verlauf unwesentlich verändert: Vor dem Ereignis hatten 67,3 Prozent der Patienten geraucht. Zu Beginn und am Ende der AR rauchten 20,8 Prozent. Ihr Konsum war von 32,4 ¦ 15,2 auf 6,9 ¦5,2 Zigaretten pro Tag gesunken.

Ein Jahr nach AR rauchten 23 Prozent.

Drei Jahre nach AR war der Raucheranteil auf 30,3 Prozent angestiegen. Vor der AR waren 73,3 Prozent der Patienten berufstätig. Von diesen waren sechs Monate nach AR 68,2 Prozent und einJahr nach AR 73 Prozent berufstätig.

Die Ergebnisse zeigen, dass es gelingt, die Inhalte der bewährten stationären Rehabilitation für bestimmte Patientengruppen ohne Qualitätsverlust oder erhöhtes Risiko in den ambulanten Bereich zu übertragen und dass hierdurch vergleichbar gute Resultate erzielt werden koennen. Die Befunde bestätigen die Notwendigkeit von generellen Langzeitkontrollen der Rehabilitationserfolge. Hierdurch können Defizite des derzeitigen Rehabilitationssystems und der ambulanten Weiterversorgung der Patienten aufgedeckt und konstruktive Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Clinical follow-up 6 months after ambulatory/partial inpatient after-care rehabilitation

Further results of the Cologne model of ambulatory cardiac phase II rehabilitation

Abstract:


Three hundred and thirty patients with coronary artery disease(CAD) (288 men, 42 women, age of 55.5 +/-10. 0 years) participated in a 4-week ambulatory cardiac rehabilitation program (ACR) (Table 1). The cardiovascular indication for ACR was in 229 cases a myocardial infarction. In 101 patients a CAD with invasive revascularization but without a history of MI was present. In 92 patients with myocardial infarction additionally an invasive revascularization was performed.

Eighty-three patients were included after a CABG-procedure (Tables 2 to 5). Six months after the ACR 290 (87. 9%) patients presented for clinical reevaluation. In 235 (81.0%) of the 290 examined patients the cardiovascular diagnosis was unaltered. In the first 6 months after ACR in 76 (26.2%) patients a coronarography was performed, in 44 patients a restenosis was diagnosed. In 36 patients an additional invasive procedure (in 28 patients a PTCA, in 5 patients with additional stent-implantation, in 1 case with rotablation, in 8 patients CABG) was performed. In 1 patients a pace-maker was implanted. Since the ACR 1 patient experienced a myocardial infarction and 2 a recurrent myocardial infarction. In 1 patient myocardial fibrillation occurred. Totally, 70 patients (24.1%) required stationary-hospital treatment during the first 6 months after ACR (Table 6).

In 11 cases an acute admission to hospital treatment because of cardiovascular reasons was documented. The majority of the hospital admission was elective, because of diagnostic or therapeutic procedures. In 6 patients a CABG-surgery was performed. In approximately 80% of the patients the cardiovascular status was stable during the first 6 months after ACR. Though 24.1% of the patients required stationary hospital treatment, the majority of the admissions was elective of interest, there was a high rate of hospital admissions in the PTCA-group in combination with recoronarographies and revascularization because of early reocclusion.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Herz
Homepage: https://link.springer.com/journal/59

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA6093


Informationsstand: 27.04.2000

in Literatur blättern