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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Umgang mit kranken Mitarbeitern: Aktuelle Entwicklungen und Praxistipps


Autor/in:

Keilich, Jochen; Alscher, Britta


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 2012, 67. Jahrgang (Heft 5), Seite 286-288, Berlin: Huss, ISSN: 0323-4568


Jahr:

2012



Abstract:


Der Umgang mit kranken Mitarbeitern wirft im Arbeitsleben immer wieder Fragen auf, die zunehmend durch die Europäische Rechtsprechung geprägt sind. Für das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit trägt der Arbeitnehmer die Darlegungs- und Beweislast. Dazu gehört zunächst die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Urteil des BAG vom 15.7.1992, Aktenzeichen: 5 AZR 312/91).

Hat der Arbeitgeber Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit, so muss er dies darlegen und beweisen. Bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus dem Ausland ist der inländische Arbeitgeber grundsätzlich an den Beweiswert einer solchen aus Ländern der Europäischen Union gebunden.

Die Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) ist nach § 84, Absatz 2 SGB IX notwendig, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt sind. Ein unterlassenes betriebliches Eingliederungsmanagement wirkt sich bei einem Kündigungsrechtsstreit für das Unternehmen nachteilig aus. Ein formalisiertes Verfahren der Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements sollte daher vorbereitet sein. Außerdem gehen die AutorInnen auf die diversen Entscheidungen der deutschen Arbeitsgerichte und des Europäischen Gerichtshof beim Urlaubsanspruch erkrankter Mitarbeiter ein.

Sie kommen zu dem Fazit, dass bei häufigen Fehlzeiten von Mitarbeitern oft an den Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung gedacht wird, diese allerdings nur dann erfolgreich sein kann, wenn der Arbeitgeber bereits im Vorfeld die ihn treffenden gesetzlichen Pflichten beachtet hat. Daneben eröffnen die vorgestellten Maßnahmen eine Steuerungsmöglichkeit für den Arbeitgeber, auch wenn dies vom Gesetzgeber so nicht unbedingt beabsichtigt war.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Urteil mit Aktenzeichen 5 AZR 312/91 Arbeit und Krankheit




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Arbeit und Arbeitsrecht (AuA)
Homepage: https://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/

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Referenznummer:

R/ZA6711


Informationsstand: 20.09.2012

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