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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fragerecht des Arbeitgebers: Bedeutung für die Einstellung


Autor/in:

Klier, Gerd


Herausgeber/in:

Bundesärztekammer (BÄK); Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)


Quelle:

Deutsches Ärzteblatt, 2014, 111. Jahrgang (Heft 43), Köln: Ärzte-Verlag, ISSN: 0176-3695


Jahr:

2014



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Abstract:


Darf ein Arbeitgeber die Ärztin oder den Arzt im Einstellungsgespräch nach laufenden oder beendeten Ermittlungsverfahren fragen? Darf die junge Ärztin bei der Einstellung nach einer bestehenden Schwangerschaft gefragt werden?

Wenn solche Fragen bei einer Einstellung vom Arbeitgeber gestellt werden, müssen die Bewerber in der Regel davon ausgehen, dass die Antwort für den Arbeitgeber für die Einstellungsentscheidung sehr bedeutend ist. Nun fragen sich die Bewerber, ob und wann man die Wahrheit sagen sollte, um nicht eine spätere Kündigung und Anfechtung des Arbeitsvertrages zu riskieren und andererseits nicht wegen der richtigen Beantwortung der Frage erst gar nicht eingestellt zu werden. In der Rechtsprechung gibt es hierzu vielfältige Entscheidungen.

Der Arbeitgeber hat ein berechtigtes Interesse an Informationen zu dem Stellenbewerber. Der Stellenbewerber ist seinerseits im Rahmen seiner Persönlichkeitsrechte und Datenschutzrechte dahingehend zu schützen, dass er für die Stelle irrelevante Daten nicht offenbaren muss. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass in jedem Einzelfall die Verhältnismäßigkeit zwischen den berechtigten Informationsinteressen des Arbeitgebers und der Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Bewerbers gewahrt sein muss. Diese vielsagende Formulierung kann in der Praxis zu erheblichen Schwierigkeiten führen, da oftmals erst im Rahmen von gerichtlichen Entscheidungen feststeht, wie diese Interessenabwägung im Einzelfall ausgeht.

Grundsätzlich muss die Frage des Arbeitgebers zu Erkenntnissen führen, welche für die Beschäftigung relevant sind. Gesetzlich wird dieses Fragerecht an verschiedenen Stellen zusätzlich eingeschränkt. Beispielsweise sind Fragen grundsätzlich unzulässig, welche Merkmale des § 1 des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) betreffen oder nicht im Einklang mit § 32 Abs. 1 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) stehen.

[...]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsches Ärzteblatt
Homepage: https://www.aerzteblatt.de/archiv

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Referenznummer:

R/ZA6807


Informationsstand: 10.11.2014

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