Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Work Ability und Rehabilitationsbedarf: Ergebnisse des Sozialmedizinischen Panels für Erwerbspersonen (SPE)


Autor/in:

Bethge, Matthias; Radoschewski, Friedrich Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2010, 23. Jahrgang (Heft 86), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2010



Abstract:


Hintergrund:

Für die Rentenversicherung stellt sich die Herausforderung, wie sie unter den gegebenen sozialrechtlichen Bedingungen aktiv auf ihre Versicherten zugehen kann, um Rehabilitationsbedarf frühzeitig zu erkennen, die betroffenen Versicherten zur Antragstellung zu motivieren und so bestehende Diskrepanzen zwischen latentem Bedarf und Antragsverhalten zu überwinden.

Ziel:

Die vorgestellten Analysen sollten die Validität des Work Ability Index (WAI) zur Feststellung von Rehabilitationsbedarf überprüfen.

Methoden:

Die Datenbasis für die Untersuchung bildeten Erhebungsdaten der Ersterhebung des Sozialmedizinischen Panels für Erwerbspersonen. Einschränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit wurden mit dem Work Ability Index erfasst. Zudem wurden verschiedene Indikatoren der Inanspruchnahme erhoben. Der Rücklauf der Ersterhebung betrug 34,5 % (n = 2092). Die vorgestellten Analysen berücksichtigten ausschließlich abhängig beschäftigte Arbeitnehmer ohne Rentenbezug, die für alle hier untersuchten Variablen vollständige Werte aufwiesen (n = 1289).

Ergebnisse:

8,8 % der eingeschlossenen Studienteilnehmer wurden als Personen mit schlechter Arbeitsfähigkeit (WAI £ 27) identifiziert. Diese Versicherten waren häufiger durch physische und psychische Stressoren stark beansprucht, erlebten häufiger ein Ungleichgewicht von Verausgabung und Belohnung und waren unzufriedener mit ihrer Arbeitssituation. Über die Hälfte (57,0 %) der Personen mit schlechter Arbeitsfähigkeit äußerte einen subjektiven Bedarf an Rehabilitationsleistungen und fast ein Drittel (30,7 %) dieser Gruppe sah eine Frühberentung als beste Lösung zur Bewältigung ihrer gesundheitsbedingten Einschränkungen an. Personen mit schlechter Arbeitsfähigkeit waren zudem durch eine sehr viel stärkere Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung charakterisiert und äußerten häufiger die Absicht weiterer Antragstellungen zu Teilhabeleistungen (zum Beispiel 48,2 % Antragsabsicht zur Medizinischen Rehabilitation). Trotz dieser Zusammenhänge deuteten die Ergebnisse jedoch auch auf bestehende Diskrepanzen zwischen latentem Bedarf und Antragsverhalten hin. Immerhin 27,2 % der Personen mit schlechter Arbeitsfähigkeit hatten noch nie eine Rehabilitation in Anspruch genommen und beabsichtigten auch keine Beantragung entsprechender Leistungen.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse zeigen, dass der Work Ability Index ein valides Screening zur Feststellung von Rehabilitationsbedarf ist. Er erkennt Personen mit hoher beruflicher Beanspruchungssituation und einer intensiven Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Von besonderer Relevanz ist, dass das Instrument auch solche Personen identifizieren kann, die trotz starker gesundheitsbedingter Einschränkungen im Berufsleben die Möglichkeiten medizinischer Rehabilitationsleistungen bislang nicht nutzen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA6890


Informationsstand: 06.06.2013

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