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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Screeninginstrument SIMBO-C zur Identifikation besonderer beruflicher Problemlagen bei Rehabilitanden der Rentenversicherung

Analysen zur Validität bei psychischen Erkrankungen



Autor/in:

Streibelt, Marco


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2016, 29. Jahrgang (Heft 98), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2016



Abstract:


Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitationsleistungen (MBOR) sind erfolgreich, um Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL) wieder in das Arbeitsleben zu reintegrieren. Zur Identifikation von BBPL-Patienten wurden Screeninginstrumente wie der SIMBO-C entwickelt. Offen ist, ob der SIMBO-C auch bei psychischen Erkrankungen valide berufsbezogene Probleme vorhersagen kann.

Die verwendeten Daten entstammen zwei Studien zur Validität des SIMBO-C, deren Studiendesign identisch war. Die Patienten (Alter: 18 bis 65 Jahre) wurden zu Reha-Beginn und 3 Monate nach Ende der Rehabilitation schriftlich befragt. Als primäres Outcome wurde eine dichotome Kombination folgender kritischer beruflicher Ereignisse im Follow-up verwendet: Erwerbslosigkeit, Fehlzeiten > 5 Wochen, Durchführung weiterer Leistungen (LTA, STW), Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Der Test der prädiktiven Güte erfolgte durch ROC-Analysen und die Kalkulation von AUC-Kriterien. Mittels Optimierung des Youden-Index erfolgte die Festlegung des optimalen Cutoff.

263 Patienten wurden eingeschlossen. Durchschnittlich waren die Patienten 48 Jahre alt; 68 % waren weiblich. 51,7 % litten unter einer affektiven Störung (ICD-10: F32-F34), 42,6 % unter einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störung (F40-F48). Das kombinierte RTW-Kriterium wurde sehr gut durch den SIMBO-C vorhergesagt (AUC = .88, .84-.92). Der optimale Cutoff lag bei 27 Punkten. 83,1 % der Patienten konnten damit in Bezug auf das primäre Outcome richtig vorhergesagt werden (Sensitivität: 86,7 %; Spezifität: 79,8 %). Die BBPL-Prävalenz unter Verwendung des Cutoff wurde in der Stichprobe mit 50,2 % angegeben. Bei Existenz einer BBPL gemäß dieser Definition war die Chance eines kritischen beruflichen Ereignisses im Follow-up 26-fach erhöht (OR = 25,9, 12,9-51,8; Nagelkerke R2 = .35).

Der SIMBO-C ist diesen Analysen zufolge bei psychischen Erkrankungen als Screeninginstrument zur Steuerung von MBOR-Patienten in entsprechende Behandlungskonzepte geeignet.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA6946


Informationsstand: 10.06.2016

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