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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einwilligungsunfähige Personen - Rechtskonzept der Einwilligungsfähigkeit und Teilhaberecht


Autor/in:

Damm, Reinhard


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Bundesgesundheitsblatt, 2016, Band 59 (Nummer 9), Seite 1075-1084, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 1436-9990 (Print); 1437-1588 (Online)


Jahr:

2016



Abstract:


Rechtliche Probleme der Einwilligungs- und Entscheidungsfähigkeit haben in jüngerer Zeit an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es um die Voraussetzungen und Grenzen rechtlicher Teilhabe als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe. Als einschlägige Sozialbereiche und Handlungsfelder sind insbesondere Medizin und Gesundheitsversorgung sowie Behinderung und Pflege betroffen. Auf normativer Ebene resultieren mit Blick auf betroffene Personen grundsätzliche Fragen aus dem Spannungsverhältnis zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge als rechtliche und ethische Basisnormen.

Auf empirischer Ebene gibt es Diskussionen zwischen Recht und Fachwissenschaften über die relevante Wissensbasis der Beurteilung von Einwilligungs(un)fähigkeit. Zu überkommenen Kontroversen hinsichtlich der maßgeblichen rechtlichen Kriterien für die Feststellung des Vorliegens oder Fehlens von Einwilligungsfähigkeit haben sich in jüngster Zeit neue Rechtsentwicklungen ergeben, von denen zwei besonders hervorzuheben sind.

Dies betrifft zum einen das von Gerichten und Gesetzgeber zunehmend betonte Postulat der jedenfalls kommunikativen Einbeziehung auch nicht einwilligungsfähiger Personen in die Entscheidungsfindung. Zum anderen ist eine grundsätzliche medizinethische Diskussion zu Konzepten assistierter Selbstbestimmung und unterstützter Entscheidungsfähigkeit im Gange, deren Auswirkungen auch auf rechtlicher Ebene relevant werden. Insofern kommt der Entwicklung des Betreuungsrechts und den rechtlichen Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention besondere Bedeutung zu.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Incapacitated persons - participation rights and the legal concept of the capacity to consent


Abstract:


Legal problems related to the capacity to consent and decision-making have recently become increasingly important. This concerns the prerequisites and limitations of legal participation as a basis of social participation. Among the relevant social spheres and fields of action, this particulary concerns medicine and health care as well as disability and care. At the normative level, with a view to those concerned, this leads to fundamental questions resulting from the tension between self-determination and care as basic legal and ethical standards.

At the empirical level, there are debates between the law and the sciences with regard to the relevant knowledge base for the assessment of (in)capacity to consent. The traditional controversies about the relevant legal criteria determining the existence or absence of capacity to consent are intensified by some recent legal developments, two of which must be highlighted.

One of these is the postulate, increasingly emphasized by courts and legislator, of an at least communicative involvement of persons incapable to give consent in the decision-making process. The other is the fundamental discussion of medical ethics on concepts of assisted self-determination and supported decision-making, the consequences of which will also be of relevance at the legal level. Insofar, the development of guardianship law and the legal requirements of the UN Disability Rights Convention are of particular importance.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesgesundheitsblatt
Homepage: https://www.springer.com/medicine/family/journal/103

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Referenznummer:

R/ZA7370


Informationsstand: 01.12.2016

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