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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schlaganfallprävention

Neue Ansätze der Bevölkerungssprache durch den öffentlichen Gesundheitsdienst



Autor/in:

Leifeld, T.; Rau, Rüdiger


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Prävention und Gesundheitsförderung, 2008, Volume 3 (Issue 2), Seite 75-80, Berlin, Heidelberg: Springer Medizin, ISSN: 1861-6755 (Print); 1861-6763 (Online)


Jahr:

2008



Abstract:


Hintergrund und Zielsetzung:

Das Public-Health-Programm 'Gesunder Niederrhein gegen den Schlaganfall' zielt seit seiner Auflegung im Jahre 2003 darauf ab, das Schlaganfallwissen in der Bevölkerung zu verbessern und dadurch die Prähospitalzeit bei Verdacht auf Schlaganfall zu senken. Erste Evaluationsergebnisse bestätigten, dass - neben der Aufklärung durch Massenmedien - der Ansatz der personalen Kommunikation verstärkt werden muss. Vertraute man hinsichtlich der Informationsverbreitung bisher auf die altbewährten Distributionswege (Auslagen in den Apotheken, bei niedergelassenen Ärzten, in den Krankenkassen etc.), galt es nunmehr, neue Wege für eine effiziente und effektive Informationsstrategie des öffentlichen Gesundheitswesens zu finden und deren Praktikabilität zu überprüfen.

Material und Methoden:

Um eine durchschlagende und kostengünstige Informationskampagne zum Thema Schlaganfall in Form der personalen Kommunikation starten zu können, wurden zunächst hausinterne Distributionskanäle der Kreisverwaltung für eine entsprechende Informationsvermittlung nutzbar gemacht. Als publikumsintensive Dienststellen kristallisierten sich schnell die KFZ-Zulassungsstellen heraus. Die beiden Dienstleistungszentren wurden daher aufgefordert, bei jedem Kundenkontakt das sich selbst erklärende Faltblatt 'Schlaganfall' … 'ein Notfall' an die Bürger auszuhändigen.

Mit dem Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst (lögd) entwickelte die untere Gesundheitsbehörde (Fachbereich Gesundheitswesen) zum Themenfeld Schlaganfall eine Quizkarte im Postkartenformat. Als persönliche Kommunikatoren fungierte der Berufsstand der Frisöre. Als Motivation für eine rege Teilnahme waren Preise für die teilnehmenden Frisöre und Kunden ausgelobt. Über 380 Frisörbetriebe im Kreis Wesel wurden schriftlich eingeladen, als Multiplikatoren an diesem Projekt teilzunehmen. Als weiterer Projektbaustein wurden im November 2006 alle Unternehmen mit >50 Beschäftigten im Kreis Wesel mit der Bitte angeschrieben, die in deutscher und türkischer Sprache beigefügten Faltblätter mit Schlaganfallinformationen an ihre Mitarbeiter auszuhändigen.

Ergebnisse:

Durch die vorgenannten Aktionen konnten rund 100.000 Faltblätter zum Themenkomplex Schlaganfall verbindlich und persönlich an Bürger des Kreises Wesel ausgehändigt werden. Ausgehend von einer Einwohnerzahl von rd. 490.000 konnte somit jeder 5. Bürger persönlich angesprochen werden. Schließt man sich der Auffassung an, dass jedes Faltblatt zumindest von einer weiteren Person gelesen wurde, sind ca. 200.000 Bürger im Kreisgebiet mit Informationen zum Thema Schlaganfall versorgt worden.

Diskussion und Ausblick:

Der innovative Ansatz dieser Wissensvermittlung wird als Modell einer effektiven und kostengünstigen Vermittlung von Gesundheitsinformationen für die breite Öffentlichkeit angesehen. Alle Bestandteile dieser Aktion konnten mit einem 'Low Budget' bestritten und realisiert werden. Eine Tatsache, die der durchaus angespannten finanziellen Situation der Öffentlichen Hand Rechnung trägt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Stroke prevention

New approaches to addressing the community by the public health office

Abstract:


Background and objective:

The programme 'Healthy Lower Rhine Against Stroke' started in 2003 and is aimed at improving community knowledge about stroke in order to reduce the time before hospital admission of patients with suspected stroke. Early evaluation of the programme results indicates that it is necessary not only to use a mass media mix, but also to intensify personal communication in order to address the community. While so far we have relied on tried and tested routes of distribution (flyers in pharmacies, practices of doctors approved by health insurance companies, etc.), it was time to find and utilize new ways in an efficient and effective public health strategy for getting health-related information into the community.

Materials and methods:

In order to make an impact with a thoroughgoing low-cost campaign against stroke that was based on direct personal communication, in a first step in-house channels of distribution were utilized for appropriate dissemination of information. It soon emerged that the motor vehicle registration/approval offices in the cities of Wesel and Moers were visited by members of the public especially frequently. The staff working in these offices were therefore asked to distribute the self-explanatory brochure: 'Stroke … a medical emergency' to members of the public every time one of them came to the office.

In collaboration with the Institute of Public Health NRW (loegd), the public health department of the Wesel district administration developed a quiz card in postcard format. In this case, barbers and hairdressers were the 'personal communicators': while dressing their clients' hair, barbers and hairdressers asked questions about stroke (warning signs, risk factors, proper action in case of acute stroke). Barbers/hairdressers read out to their clients the information on the aspects they had not mentioned. In order to stimulate wide participation, three prizes were offered, for both barbers and clients. Over 380 barbers' and hairdressers' shops in the district of Wesel were invited in writing to take part as multiplicators in this unique project.

A further module was an approach to all companies in the district of Wesel with more than 50 staff in November 2006; they were requested to distribute the folders (in German and Turkish) supplied with the letter to their staff.

Results:

The above projects allowed distribution of about 100,000 folders to residents of the district of Wesel in a personal and obliging way. If we assume that each folder was read by at least one further person, about 200,000 citizens were supplied with information on stroke. If we further assume a total population of a round 490,000 in the district, about every fifth resident was thus spoken to in person.

Discussion and future prospects:
This innovative approach to knowledge transfer is seen as a model of effective and low-cost dissemination strategy for information in the public health sector. All modules presented here were implemented with a low budget, in keeping with the limited resources available to public health services.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Prävention und Gesundheitsförderung
Homepage: https://www.springer.com/medicine/health+informatics/journal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA7790


Informationsstand: 23.03.2017

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