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Bibliographische Angaben zur Publikation

Diabetes-Surveillance in Deutschland - Hintergrund, Konzept, Ausblick


Autor/in:

Gabrys, Lars; Schmidt, Christian; Heidemann, Christin [u. a.]


Herausgeber/in:

Robert Koch Institut (RKI)


Quelle:

Journal of Health Monitoring, 2017, 2. Jahrgang (Heft 1), Seite 91-104, Berlin: Eigenverlag, ISSN: 2511-2708


Jahr:

2017



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Abstract:


Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die mit schweren gesundheitlichen Einschränkungen und hohen Kosten einhergeht. In Deutschland sind nach Schätzungen aus bevölkerungsrepräsentativen Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts (RKI) 4,6 Millionen Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren an Diabetes erkrankt.

Zusätzlich liegt bei rund 1,3 Millionen Erwachsenen ein unerkannter Diabetes vor. Um die in Deutschland verfügbaren Datenquellen zum Diabetes zusammenzuführen und um verlässliche und über die Zeit vergleichbare Aussagen zu Krankheitshäufigkeit, Behandlungsfortschritten, Prävention und Versorgung treffen zu können, wird am RKI ein Surveillance-System aufgebaut. Neben zeitlichen Entwicklungen sollen vor allem auch Unterschiede in der Epidemiologie und Versorgung nach sozialer Lage und Wohnregion erfasst werden. Das Vorhaben wird in enger Kooperation mit Akteuren aus Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung durchgeführt und von einem interdisziplinären wissenschaftlichen Beirat begleitet.

Zentrale Elemente der Diabetes-Surveillance sind
(1) die Erarbeitung eines wissenschaftlich fundierten Rahmenkonzeptes mit geeigneten Kennzahlen (Indikatoren) zum Krankheitsgeschehen,
(2) die Entwicklung von Standards für die Nutzung bereits verfügbarer Datenquellen und die Identifizierung von Nutzungsbarrieren und Datenlücken sowie
(3) die Erstellung einer zielgruppensensiblen Schwerpunktberichterstattung. Neben der Politikberatung soll eine zeitnahe und kontinuierliche Information der Öffentlichkeit in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gewährleistet werden. Der Aufbau der Surveillance zum Diabetesgeschehen in Deutschland hat Modellcharakter und soll als Grundlage für die Entwicklung einer Surveillance für weitere nicht
übertragbare Krankheiten dienen.

Grundsätzlich kann eine Indikatoren-gestützte Überwachung des Krankheitsgeschehens auf Bevölkerungsebene als wesentliche Grundlage für eine evidenzbasierte Politikberatung und vorausschauende Gesundheitspolitik angesehen werden, die sowohl effektive Präventionsmaßnahmen als auch eine hohe Versorgungsqualität für alle Bevölkerungsgruppen ermöglichen soll.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Diabetes Surveillance in Germany - Background, concept and prospects


Abstract:


Diabetes mellitus is a chronic disease that is associated with serious health problems and high costs. According to estimates gained from nationally representative health surveys conducted by the Robert Koch Institute (RKI), 4.6 million adults aged 18 to 79 suffer from diabetes in Germany. In addition, around 1.3 million adults have undetected diabetes. A surveillance system is currently being established at the RKI in order to gather the data sources available on diabetes in Germany and to provide reliable and comparable findings on time trends covering the frequency, progress of treatment, prevention and care of the disease. Next to identifying trends, diabetes surveillance also needs to detect differences in epidemiology that are related to social status or geographic region. Diabetes surveillance at the RKI is being undertaken in close cooperation with stakeholders involved in science, health-care provision,
health policy and health-system self-governance. Furthermore, its progress is accompanied by an interdisciplinary scientific advisory board.

Diabetes surveillance involves the following key elements:
1) the development of a research-based conceptual framework that uses indicators to appropriately measure developments in the disease;
2) the establishment of standards for the use of existing data sources and the identification of barriers to data usage and gaps in the data; and
3) the implementation of focused health reporting that is geared towards the target group. In addition to policy consultations, diabetes surveillance must guarantee the provision of timely and continuous information to the public together with the Federal Agency for Health Education. The implementation of a diabetes surveillance in Germany should act as a model and serve as a basis with which to establish the surveillance of other noncommunicable diseases.

In principle, indicator-based diabetes monitoring at the population level can be viewed as providing the body for evidence-based policy consultation and focused health policy. In turn, this should enable the implementation of effective disease prevention measures and high-quality care for all groups within the population.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Online-Zeitschrift Journal of Health Monitoring (JoHM)
Homepage: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/JoHM/JoH...
***Open access / Freier Zugang zu den Beiträgen des Online-Fachjournals***

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8514


Informationsstand: 07.09.2017

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