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Bibliographische Angaben zur Publikation

Depression als Komorbidität bei rheumatoider Arthritis


Autor/in:

Baerwald, Christoph; Manger, B.; Hueber, A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zeitschrift für Rheumatologie, 2019, Volume 78 (Issue 3), Seite 234-248, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0340-1855 (Print); 1435-1250 (Online)


Jahr:

2019



Abstract:


Unter den Komorbiditäten nicht nur bei der rheumatoiden Arthritis (RA), sondern auch bei anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen gehört die Depression zu den häufigsten Krankheiten, die vor allem auch bei Frauen zu beachten sind. Die Prävalenz der Depression bei einer RA reicht abhängig von den Studien von 9,5-41,5?%. Nach Adjustierung für Geschlecht, Alter und andere Parameter wurde das Risiko für eine Depression bei RA mit einer Odds Ratio von 1,63 (95?%-Konfidenzintervall 1,43-1,87) im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung angegeben.

Das Risiko, eine Depression zu erleiden, ist in den ersten fünf Jahren einer RA am höchsten, und die Depression ist ein größerer Prädiktor für Arbeitsunfähigkeit als Krankheitsaktivität oder Ansprechen auf eine Therapie. Eine Depression bei RA ist assoziiert mit mehr Schmerzen, Fatigue und einer Verschlechterung der Lebensqualität, wobei die Assoziation zwischen Depression und RA bidirektional ist. So steigt das Risiko für eine Depression mit einer Funktionseinschränkung im 'health assessment questionnaire' (HAQ), und es gibt Hinweise, dass auch eine erhöhte Krankheitsaktivität das Risiko für eine Depression bei RA erhöht.

Eine Depression hat auch Auswirkungen auf die subjektive Schwere von 'patient reported outcomes' (PRO), wie zum Beispiel druckschmerzhafte Gelenke oder das globale Patientenurteil bezüglich Krankheitsaktivität, und somit auch auf den Disease Activity Score 28 (DAS28). Schließlich wird durch eine Depression das Ansprechen auf eine Therapie ungünstig beeinflusst, die Rate an Remissionen ist niedriger, und die Mortalität der RA-Patienten steigt. All dies spricht dafür, dass es notwendig ist bei Patientinnen und Patienten mit RA eine Depression frühzeitig festzustellen, damit in entsprechenden Fällen auch eine suffiziente Therapie der Depression eingeleitet werden kann.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Depression as comorbidity of rheumatoid arthritis


Abstract:


Depressive disorders are among the most common comorbidities in patients not only with rheumatoid arthritis (RA) but also with other forms of inflammatory rheumatic diseases. The prevalence of a depressive disorder in RA is estimated to be between 9.5% and 41.5% depending on the study and with women being more affected. After adjusting for sex, age and other parameters the risk of depression in RA was significantly elevated with an odds ratio of 1.63 (95% CI, 1.43-1.87) compared to the general population.

In RA the risk of developing a depressive disorder is highest in the first 5 years and depression is a better predictor of work disability than disease activity and response to treatment. Depression in RA is associated with more pain, fatigue and impaired quality of life, whereby the association between depression and RA is bidirectional. Therefore, the risk to develop a depression is increased with impaired function as measured by the health assessment questionnaire (HAQ) and there is evidence that increased disease activity increases the risk for depression in RA.

In addition, a depressive disorder also affects the subjective severity of patient-reported outcomes (PRO), such as tender joints and the global patient assessment with respect to disease activity and thus exhibiting a direct influence on the DAS28. Finally, it could be shown that depression unfavorably influences the response to therapy, the rate of remission is lower and the mortality is increased in RA patients. Taken together, this indicates that it is necessary to detect a depression in patients with RA as early as possible in order to initiate appropriate treatment of depression in such cases.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Zeitschrift für Rheumatologie
Homepage: https://link.springer.com/journal/volumesAndIssues/393

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8941


Informationsstand: 09.05.2019

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