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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hörgeräte können kognitiven Abbau bremsen


Autor/in:

Zeeh, Joachim


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, Band 158 (Heft 11), Seite 39, München: Urban & Vogel, ISSN: 1438-3276


Jahr:

2016



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Abstract:


Für eine Langzeitstudie untersuchten Forscher*innen aus Frankreich in einer Zufallsstichprobe ca. 3.700 Proband*innen im Alter ? 65 Jahren in 2- bis 3-jährigen Abständen über insgesamt 25 Jahre hinweg. Sie testeten sie dabei auf geistige Leistungsfähigkeit, Depressivität, Alltagsselbstständigkeit und Sozialkontakte.

Zu Studienbeginn Ende der 1980er-Jahre wurden die Proband*innen auch nach ihrem Gehör gefragt und in drei Gruppen klassifiziert: Keine (n = 2.394), leicht- bis mittelgradige (n = 1.139) und schwere (n = 137) Hörbeeinträchtigung. Ca. 8 % der leicht- bis mittelgradig und 45 % der hochgradig Schwerhörigen waren mit einem Hörgerät versorgt.

Mit diesem Studiendesign konnten die Auswirkungen von Schwerhörigkeiten auf die kognitiven Fähigkeiten der Proband*innen auch in Abhängigkeit vom Tragen eines Hörgeräts über einen langen Zeitraum untersucht werden.

Nach 25 Jahren erreichten die hörbeeinträchtigten Proband*innen schlechtere kognitive Testergebnisse - allerdings nur jene ohne Hörgerät. Mit Hörgerät verlief der kognitive Abbau nicht rascher als der von Normalhörenden. Die Geräte scheinen die Kognition positiv zu beeinflussen, da kommunikative Fähigkeiten verbessert, soziale Aktivitäten gefördert und depressive Verstimmungen verhindert werden.

Die Autoren schließen, dass Schwerhörigkeit mit einem beschleunigten geistigen Abbau einhergeht und dass das Tragen von Hörgeräten diese Beschleunigung zurücknehmen kann.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


MMW - Fortschritte der Medizin
Homepage: https://www.springer.com/medicine/family/journal/15006

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA9204


Informationsstand: 20.12.2019

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