Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Klinische Ergebnisse und Arbeitsfähigkeit nach intraartikulärer proximaler Tibiafraktur


Autor/in:

Pätzold, Robert; Bühren, Volker; Thannheimer, Andreas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Trauma und Berufskrankheit, 2018, Sonderheft Unfallmedizinische Tagung Hamburg, 16./17. Februar 2018, Volume 20 (Supplement 4), Seite 250-255, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 1436-6274 (Print); 1436-6282 (Online)


Jahr:

2018



Abstract:


Klinische Ergebnisse und Arbeitsfähigkeit nach intraartikulärer proximaler Tibiafraktur

Hintergrund:

Proximale intraartikuläre Tibiafrakturen stellen eine Herausforderung für den Chirurgen oder die Chirurgin dar. Die Verletzung kann für die betroffene Person weitreichende Folgen in seinem oder ihrem Privat- und Arbeitsleben nach sich ziehen.

Fragestellung:

Gibt es Prognosefaktoren, die das klinische Outcome beeinflussen?

Material und Methoden:

Es wurden alle zu behandelnden Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren der BG Unfallklinik Murnau und des Klinikums Garmisch Partenkirchen der Jahre 2007 bis 2013 mit intraartikulären proximalen Tibiafrakturen in diese Studie eingeschlossen. Die Fraktureinteilung erfolgte nach der AO(Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen)-Klassifikation. Begleitverletzungen des Kniegelenks und Mehrfachverletzungen wurden dokumentiert. Zur Nachuntersuchung dienten der Lysholm-Score, der WOMAC(Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index)-Score und der Tegner-Aktivitätsindex. Außerdem wurde die körperliche Beanspruchung an Arbeitsplätzen gemäß REFA(Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung)-Index 2 Jahre nach Unfall erhoben.

Ergebnisse:

Es konnten 439 betroffene Personen mit proximalen intraartikulären Tibiafrakturen eingeschlossen werden. Unikondyläre Frakturen lagen in zwei Drittel der Fälle vor. Der Anteil eines Kompartmentsyndroms war bei den bikondylären Verletzungen mit 23,8?% versus 1,6?% deutlich erhöht. Der Follow-up-Zeitraum betrug 2,5 Jahre. Der Tegner-Aktivitätsindex nahm von 5,9 vor dem Unfall auf 4,2 für die B1-Verletzung und auf 3,4 bei den C3-Verletzungen ab. Der Lysholm-Score betrug nach durchschnittlich 2,5 Jahren 84,3 bei den B1- und 70,6 für die C3-Frakturen. Das Kompartmentsyndrom und die Mehrfachverletzungen hatten einen negativen Einfluss auf alle Scores. Es konnten 80?% der betroffenen Personen nach B1-Fraktur und 71?% nach C3-Fraktur wieder an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren. Der Anteil an betroffenen Personen, die wegen der proximalen Tibiafraktur nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten, war bei den C3-Frakturen mit 64?% am höchsten. Der REFA-Index nahm bei den B1-Frakturen von 2,6 auf 2,0 und bei den C3-Frakturen von 2,5 auf 1,5 ab.

Schlussfolgerung:

Die klinischen Langzeitergebnisse und die mögliche Rückkehr an einen körperlich anspruchsvollen Arbeitsplatz sind abhängig vom Frakturtyp und den Begleitverletzungen wie etwa Kompartmentsyndrom und von möglichen Mehrfachverletzungen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Clinical results and ability to work after intra-articular proximal tibial fractures


Abstract:


Background:
Proximal intra-articular tibial fractures represent a challenge for the treating surgeon. The injuries can have far-reaching consequences for affected patients in both their private and occupational life.

Objective:
Are there prognostic factors that influence the clinical outcome?

Material and methods:
All patients between 18 and 60 years with intra-articular proximal tibial fractures treated in the trauma hospital in Murnau and the Clinic in Garmisch Partenkirchen from the years 2007-2013 were included in the study. The subdivision of fractures was carried out according to the AO classification. Accompanying injuries of the knee joint and multiple injuries were documented. The Lysholm score, the WOMAC score and the Tegner activity index were used in the follow-up examination. In addition, the physical strain at the workplace was documented according to the REFA index 2 years after the accident.

Results:
Included in the study were 439 patients with proximal intra-articular tibial fractures. Unicondylar fractures were present in two thirds of the cases. In the case of bicondylar injuries the proportion with compartment syndrome was clearly increased with 23.8 % vs. 1.6 %. The follow-up period was 2.5 years. The Tegner activity index decreased from 5.9 before the accident to 4.2 for B1 injuries and to 3.4 for C3 injuries. The Lysholm score after an average of 2.5 years was 84.3 for B1 fractures and 70.6 for C3 fractures. The presence of compartment syndrome and multiple injuries had a negative influence on all scores. After B1 fractures 80 % of the patients could return to work at their previous workplace and 71 % after C3 fractures. The proportion of patients who could no longer return to work after proximal tibial fractures was the highest for C3 fractures with 64 %. The REFA index was reduced from 2.6 to 2.0 for B1 fractures and from 2.5 to 1.5 for C3 fractures.

Conclusion:
The clinical long-term results and the possible return to physically demanding work are dependent on the type of fracture and the accompanying injuries, such as compartment syndrome and possible multiple injuries.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Trauma und Berufskrankheit
Homepage: https://link.springer.com/journal/10039

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Referenznummer:

R/ZA9257


Informationsstand: 27.12.2019

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