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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Psychosoziale Risiken bei der Arbeit: Eine Aufsichtskampagne der deutschen Arbeitsschutzbehörden


Autor/in:

Stadler, Peter; Splittgerber, Bettina


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2014, 49. Jahrgang (Heft 7), Seite 522-526, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2014



Abstract:


Ziel:

2012 führten die staatlichen Arbeitsschutzbehörden eine Aufsichtskampagne zum Thema 'Psychosoziale Risiken bei der Arbeit' in den Branchen Hotellerie/Gaststätten sowie Transport/Verkehr durch. Im Zentrum der Betriebsbesichtigungen stand die Integration psychischer Belastungsfaktoren in die Gefährdungsbeurteilung.

Methoden:

Dazu wurden verschiedene Erhebungsinstrumente sowie Hilfestellungen für die Unternehmen und die Aufsichtsbeamten entwickelt. Insgesamt fanden in Deutschland 617 Besichtigungen statt, davon 475 in Hotels und Gaststätten und 142 im Bereich Transport und Kurierdienste.

Ergebnisse:

Anders als beim herkömmlichen Arbeitsschutz ist das Thema 'psychische Belastungen' in den Betrieben mehrheitlich noch nicht in Angriff genommen worden. Nur in 20 bis 40 % der Fälle waren die psychischen Belastungen in die betriebliche Gefährdungsbeurteilung integriert worden. Schutzmaßnahmen im Hinblick auf psychische Risikofaktoren hatten die Betriebe noch deutlich seltener abgeleitet und umgesetzt. Im Zuge der Besichtigungen erfolgte eine Beratung durch die Gewerbeaufsicht in circa 80 % der Fälle, circa 40 % der Unternehmen zudem erhielten ein Aufsichts-/Revisionsschreiben, um Arbeitsschutzdefizite abzustellen.

Schlussfolgerungen:

Es bedarf noch erheblicher Anstrengungen, die betrieblichen Akteure hinsichtlich der psychischen Belastungen zu sensibilisieren und sie darin zu unterstützen und anzuhalten, umfassende Gefährdungsbeurteilungen in ihren Bereichen zu erstellen und das Thema der psychischen Belastungen in den Köpfen der betrieblichen Akteure und in den Gefährdungsbeurteilungen nachhaltig zu verankern. Dazu wollen die staatlichen Arbeitsschutzbehörden auch zukünftig - etwa im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie - einen Beitrag leisten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Psychosocial Risks at Work - An inspection campaign of the German labour authorities


Abstract:


Objective:

In 2012, the federal occupational safety and health authorities carried out a supervision campaign on the topic 'psychosocial risks at work' in the business branches such as hotels/restaurants and transport/traffic. The campaign had its focus on the risk assessment with the integration of work-related stress in particular.

Methods:

Various questionnaires and survey instruments as well as additional information for the companies and the labour inspectors were developed. A total of 617 companies and businesses were inspected, out of which 475 were hotels and restaurants and 142 of them belonged to the sector 'transport and courier services'.

Results:

Other than the established OSH topics, the issue of work-related stress has not yet been touched upon by the majority of the companies. Only 20-40?percent of the businesses visited had included questions concerning psychological factors at the workplace in their internal risk assessment. Protective measures or improvements regarding psychological risk factors have not yet been implemented in the majority of enterprises. During the course of the inspections, the inspectors provided guidance in approximately 80?percent of the companies and nearly 40?percent of the businesses additionally received a notice of enforcement in order to correct OSH deficiencies.

Conclusions:

There is still considerable effort necessary to raise the awareness of the management and OSH experts about the necessity of implementing issues of work-related stress in the risk assessment. The labour authorities want to contribute to this issue, particularly in the context of the 'Joint German Occupational Safety and Health Strategy” (GDA), in the future.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0039


Informationsstand: 28.08.2014

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