Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gefährdungsbeurteilung bei psychischen Überlastungen am Arbeitsplatz

Ein innereuropäischer Vergleich



Autor/in:

Berger, Matthias; Hofmann, M.; Hölzel, L. P. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2015, 50. Jahrgang (Heft 7), Seite 515-521, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2015



Abstract:


Ziel:

Es handelt sich um eine vergleichende Untersuchung der Umsetzung der 'Rahmenrichtlinie der Europäischen Union (EU) über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer' (RL 89/391/EWG) in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen der jeweiligen nationalen Gesetzgebungen hinsichtlich Gefährdungsbeurteilungen bezüglich psychischer Belastungen am Arbeitsplatz.

Methode:

Sichtung relevanter nationaler Normen sowie offizieller Internetauftritte und weiterer Publikationen von nationalen Behörden, Gewerkschaften, Berufsverbänden und Unfallkassen verschiedener EU-Mitgliedstaaten.

Ergebnisse:

Per Gesetz oder Verordnung sind psychische Belastungen in den meisten untersuchten Ländern im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen zu berücksichtigen und deren Nicht-Durchführung ist zumeist bußgeldbewehrt. Im Weiteren variieren die Vorgaben und Regelungen teilweise erheblich und reichen von empfindlichen zivilrechtlichen Konsequenzen bei Nicht-Durchführung (zum Beispiel Frankreich) über eine hohe Transparenz bezüglich der Inspektionsergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen (zum Beispiel Dänemark) oder der expliziten Verpflichtung zur Bestellung eines Beauftragten für Sicherheit und Vorbeugung am Arbeitsplatz (zum Beispiel Belgien) bis hin zur lediglich formalen gesetzlichen Verankerung ohne Sanktionierung bei Nicht-Durchführung (zum Beispiel Ungarn). In Deutschland werden psychische Belastungen am Arbeitsplatz explizit in der Arbeitsschutzgesetzgebung berücksichtigt, die wiederholte Nicht-Durchführung der Gefährdungsbeurteilung stellt jedoch nur eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit dar.

Schlussfolgerungen:

Formal ist die Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung - teilweise auch bei psychischen Belastungen - in allen untersuchten Ländern normiert. Hinsichtlich der Folgen bei Nicht-Durchführung bestehen jedoch große Unterschiede und die Umsetzung der Regelungen in der betrieblichen Praxis und diesbezügliche förderliche und hinderliche Faktoren bleiben offen und stellen einen lohnenden Gegenstand weiterer Untersuchungen dar.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Risk assessment for mental stress at work

An intra-European comparison

Abstract:


Aim:

Comparative analysis of the implementation of the 'European Union (EU) framework directive on the introduction of measures to encourage improvements in the safety and health of workers' (directive 89/391/EEC) regarding risk assessments related to mental stress in the workplace in the national legislation of different member states of the EU.

Method:

Examination of national legal standards as well as official websites and other publications from national authorities, trade unions, professional associations and accident insurers of different member states of the EU.

Results:

In most examined countries, mental stress has to be considered in risk assessments. Failure to implement risk assessments is mostly punishable by fine. However, the guidelines and regulations regarding implementation or punishment for non-implementation, respectively, vary considerably between the examined nations. They range from strong consequences under civil law (e.g. France) to a high transparency regarding the results of risk assessments (e.g. Denmark) or the explicit obligation to appoint a commissioner for safety and prevention in the workplace (e.g. Belgium) to the mere formal establishment of risk assessments without sanctions for non-implementation (e.g. Hungary). In Germany, mental stress in the workplace is explicitly included in the legislation concerning health and safety at work. However, repeated failure to implement a risk assessment is only punishable by fine.

Conclusions:

The implementation of a risk assessment is formally standardized, also partially for mental stress, in all examined countries. However, with respect to the consequences of non-implementation, there are major differences. The implementation of the regulations in company practice and related favorable and inhibiting factors remain unclear, and constitute a worthwhile topic for further investigations.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0197


Informationsstand: 28.07.2015

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