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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsförderung bei Pflegekräften - lässt sich der Bedarf messen?


Autor/in:

Harling, Melanie; Schablon, Anja; Peters, Claudia [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2015, 50. Jahrgang (Heft 10), Seite 750-754, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2015



Abstract:


Einleitung und Methode:

Die Nurse-Work Instability Scale (Nurse-WIS), ein Fragebogen, der den Bedarf an Gesundheitsförderung bei Pflegekräften erfassen soll, wurde in einer prospektiven Studie validiert. Hierbei wurde eine Kohorte von Altenpflegekräften in der Baseline-Untersuchung sowie 12?Monate später im Follow-up mit einem Fragebogen untersucht. Die Forschungshypothese war, dass Altenpflegekräfte mit einem erhöhten Risiko nach der Nurse-WIS bei der Baseline-Erhebung, beim Follow-up häufiger eine Langzeit-Arbeitsunfähigkeit (Langzeit-AU) oder Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) aufweisen.

Ergebnisse:

Es zeigt sich, dass bei einem erhöhten Risiko nach der Nurse-WIS die Wahrscheinlichkeit beim Follow-up eine Langzeit-AU oder EM-Rente aufzuweisen etwa 8-fach erhöht ist (OR 8.3, 95 %-CI 2,90-23,07). Außerdem haben Personen, die bereits bei der Baseline-Erhebung eine Langzeit-AU oder einen Antrag auf EM-Rente angegeben haben, ein 17-fach erhöhtes Risiko (OR 17.4, 95 %-CI 3,34-90,55) auch beim Follow-up eine Langzeit-AU oder eine EM-Rente aufzuweisen. Die Sensitivität der Nurse-WIS liegt bei 73,9 % (95 %-CI 55,7 % -92,3 %) und die Spezifität beträgt 76,7 % (95 %-CI 71,2 %-82,8 %). Der positive prädiktive Wert (PPW) der Nurse-WIS liegt bei 26,6 %, und der negative prädiktive Wert (NPW) bei 96,3 %.

Schlussfolgerungen:

Es lässt sich schlussfolgern, dass die deutsche Version der Nurse-WIS ein reliables und valides Instrument mit befriedigenden Prognosefähigkeiten ist. Aufgrund dessen scheint die Nurse-WIS geeignet, den Bedarf an Gesundheitsförderung bzw. den Präventions- und Rehabilitationsbedarf bei Pflegekräften zu erfassen. Allerdings wäre sinnvoll, neben der Nurse-WIS weitere Steuerungsinstrumente anzuwenden, wie zum Beispiel eine zusätzliche Untersuchung durch einen Arbeitstherapeuten, Betriebsarzt oder Arzt, um das Ergebnis der Nurse-WIS zu bestätigen. Des Weiteren ist bei der Anwendung der Nurse-WIS von Interesse, wie sich der PPW in weiteren Studien und bei anderem Pflegepersonal (zum Beispiel Krankenhauspersonal) darstellt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Health promotion among nursing staff - is it possible to measure demand?


Abstract:


Introduction and methods:

The Nurse-Work Instability Scale (Nurse-WIS), a questionnaire designed to record the demand for health promotion among nursing staff, has been validated in a prospective study. This involved a baseline study of a cohort of elderly care nurses followed up 12?months later by a questionnaire. The research hypothesis was that nurses in elderly care who have an elevated risk according to the Nurse-WIS during the baseline survey are more likely to have a long-term incapacity for work (LTIW) or reduced earning capacity pension (RECP) in the follow-up.

Findings:

It is shown that if there is an elevated risk according to the Nurse-WIS, then the likelihood of having a LTIW or RECP during the follow-up is about eight times higher (OR?8.3, 95 %-CI 2.90-23.07). In addition, people who already have a LTIW or who applied for a RECP during the baseline survey also have a 17-times higher risk (OR?17.4, 95 %-CI 3.34-90.55) of having a LTIW or RECP during the follow-up. The sensitivity of the Nurse-WIS is 73.9 % (95 %-CI 55.7-92.3) and its specificity 76.7 % (95 %-CI 71.2-82.8). The positive predictive value (PPV) of the Nurse-WIS is 26.6% and the negative predictive value (NPW) 96.3 %.

Conclusions:

It can be concluded that the German version of the Nurse-WIS is a reliable and valid tool with a satisfactory capacity for prognosis. Given this fact, the Nurse-WIS appears to be a suitable means of recording the demand for health promotion and/or for prevention and rehabilitation among nurses. It would make sense to use additional control mechanisms alongside the Nurse-WIS, however, such as an additional examination by an occupational therapist, company medical officer or doctor, in order to verify the findings of the Nurse-WIS. When using the Nurse-WIS, it is also of interest to see how the PPW is represented in further studies and among other nursing staff (e.g. hospital staff).


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0211


Informationsstand: 30.10.2015

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