Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Diagnostik und Begutachtung der Berufskrankheit Nr. 4101 Quarzstaublungenerkrankung (Silikose) der Berufskrankheitenverordnung

S2k-Leitlinie nach AWMF-Schema der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmunsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin -Teil 2



Autor/in:

Baur, Xaver; Heger, Michael; Bohle, Rainer [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2017, 52. Jahrgang (Ausgabe 1), Seite 48-60, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2017



Abstract:


Die Literaturauswertung ergibt überwiegend konsistent, dass zwischen dem anhand der Thoraxübersichtsaufnahme ermittelten Streuungsgrad der Silikose nach ILO [2] und der Schwere der Symptomatik und der Funktionsausfälle keine strengen Korrelationen bestehen. Bereits in niedrigen Streuungskategorien können Symptome und Funktionsausfälle auftreten. Ebenso wurde konsistent gefunden, dass die Funktionseinschränkungen eng mit dem Emphysen und nicht dem Streuungsgrad silikotischer Herdsetzungen assoziiert sind. Daraus ergibt sich, dass die Moerser Konvention mit ihrem Abschneidekriterium bei dem Streuungsgrad nach ILO [2] 2/2 wissenschaftlich nicht begründet ist.

Bei der gutachterlichen Prüfung des Versicherungsfalls ist zu beachten, dass die Thoraxübersichtsaufnahme eine geringe Sensitivität aufweist, auch ihre eingeschränkte Spezifität ist zu berücksichtigen. Bei gesicherter Exposition ist in der Erstbegutachtung daher ein qualifiziertes Low-Dose-Volumen-HRCT des Thorax obligatorisch. Bei vorliegen einer Silikose jeglicher, auch geringer, Streuungskategorien ist eine qualitätsgesicherte standardisierte Diagnostik indiziert. Dabei sind die radiologischen Befunde, insbesondere aber auch das Beschwerdebild, z. B. Verlauf und Ausmaß von Dyspnoe, zu erfassen und das Ausmaß der Funktionsstörung (u. a. Restriktion, Obstruktion, Gasaustauschstörung) zu objektivieren.

Die Begutachtung erfordert deshalb - nicht zuletzt auch aus differenzialdiagnostischen Gründen - eine umfassende Funktionsprüfung des kardiopulmonalen Systems einschließlich Bestimmung der CO-Diffusionskapazität, des Gasaustausches unter Belastung sowie nach Möglichkeit auch eine Spirpergometrie. Für die Zusammenhangsbegutachtung gilt der Beweismaßstab der hinreichenden Wahrscheinlichkeit. Bei den Funktionsausfällen ist zu beurteilen, ob und in welchem Umfang sie Folge der festgestellten Silikose sind. Hierbei ist häufig zu prüfen, ob konkurrierende Faktoren ggf. überragende Bedeutung für die Verursachung der Funktionsausfälle haben. Dies gilt insbesondere für die Abgrenzung der Funktionseinschränkung durch andere Erkrankungen und - soweit möglich - des Zigarettenrauchens.

Der medizinisch-funktionelle Anteil der MdE ist integrativ aus dem Schweregrad des Beschwerdebildes und der einzelnen funktionellen Einschränkungen zu ermitteln und zu quantifizieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0269x02


Informationsstand: 02.02.2017

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