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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die stufenweise Wiedereingliederung als wirksames Instrument der Tertiärprävention

Auswertung bei Beschäftigten eines großen Chemieunternehmens 2013-2015



Autor/in:

Webendörfer, Stefan; Frey, Gunild


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2017, 52. Jahrgang (Heft 5), Seite 366-370, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2017



Abstract:


Ziel:

Ziel des Beitrags ist die Evaluation der stufenweise Wiedereingliederungen nach dem Hamburger Modell der Jahre 2013 bis 2015 im Rahmen des betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements, BEM, am Hauptsitz der BASF SE in Ludwigshafen. Dort arbeiten ca. 35 000 Mitarbeiter/innen, die von der Abteilung Corporate Health Management arbeitsmedizinisch betreut werden.

Kollektiv und Methode:

Die Auswertung der Daten erfolgte anonymisiert aus dem firmeneigenen Arbeitsmedizinischen Dokumentations- und Informationssystem, AMEDIS. Dabei handelt es sich um eine elektronische Gesundheitsakte mit einem abgestuften Berechtigungskonzept. Die Angaben zu Alter, Geschlecht, Arbeitszeitmodell und Beschäftigungsgruppe sind in den so genannten Stammdaten hinterlegt. Die Angaben zur Arbeitsunfähigkeitszeit, der Dauer der Wiedereingliederung, der wesentlichen Diagnose und Tätigkeitseinschränkungen wurden vom betreuenden Betriebsarzt in einen entsprechend dafür konfigurierten Fragebogen eingegeben.

Ergebnisse:

Die Anzahl der stufenweisen Wiedereingliederungen steigt zusammen mit dem Durchschnittsalter der Belegschaft an. Dabei entspricht das Geschlechterverhältnis dem der Gesamtbelegschaft. Wechselschichtmitarbeiter/innen sind nicht häufiger als Tagschichtmitarbeiter/innen betroffen. Die Fallzahlen sind bei gewerblichen Arbeitnehmer/innen höher als bei Tarifmitarbeitern/innen. Bei außertariflichen Angestellten sind sie eher gering. Die Fallzahlen steigen in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre und bei den über 50-Jährigen an. In unserem Kollektiv wurden die Maßnahmen in mehr als 90 % der Fälle erfolgreich abgeschlossen.

Führende Diagnosegruppen sind Erkrankungen des Muskel- Skelettsystems und psychische Erkrankungen vor Herz-Kreislauferkrankungen und Verletzungen.

Schlussfolgerungen:

Die professionelle Organisation des betrieblichen Eingliederungsmanagements, BEM, leistet in unserer immer älter werdenden Belegschaft einen wertvollen Beitrag zum Erhalt bzw. zur Wiedererlangung der Beschäftigungsfähigkeit nach längeren krankheitsbedingten Ausfallzeiten der Mitarbeiter/innen. Hier kann die Arbeitsmedizin im beruflichen Setting eine wertvolle Ergänzung zur haus- und fachärztlichen Versorgung im Umfeld eines Betriebes leisten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Return to work process as an effective instrument for tertiary prevention

Evaluation of employees of a large chemical company 2013-2015

Abstract:


Aim:

The aim of the study was to investigate the return to work processes of employees in a large chemical company.
Aim: The aim of this paper is to evaluate gradual reintegration according to the Hamburg model from 2013 to 2015 in the context of the return to work process at BASF SE in Ludwigshafen. Approximately 35,000 employees and another 4,000 employees of third-party companies and subsidairies who work there receive occupational medicine support from the Corporate Health Management department.

Study Group and Method:

The data from AMEDIS, the company's occupational medicine documentation and information system, were anonymised for this analysis. This system is an electronic healthcare file with a categorised authorisation concept. Information on age, gender, working hours model, and employee group is filed in what are called the master data. Information on incapacity of work times, the duration of reintegration, main diagnosis and restriction on activities was entered by the company doctor into a form designed specifically for this purpose.

Results:

The number of return to work processes increases with the average age of employees. The gender ratio is the same as in the total workforce. Shift workers are not affected more frequently than non-shift workers. The case numbers are higher for blue-collar employees than for white-collar employees. They are very low for employees not subjet to wage agreements. The case numbers increase in the age group 20 to 29 years and in the group >50 years. In our subject group, the measures were successfully completed in more than 90 % of the case. The most common diagnosis groups were diseases of the musculoskeletal system and psychological illnesses, followed by cardiovascular diseases and injuries.

Conclusions:

The professional organisation of companies' return to work processes makes a valuable contribution to maintaining or restoring employability in our increasingly older workforce after prolonged employee absences due to illness. For companies, occupational medicine in a work setting can be a valuable supplement to treatment by primary care physicians and specialists.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0314


Informationsstand: 22.06.2017

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