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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Macht die moderne Arbeitswelt psychisch krank - oder kommen psychisch Kranke in der modernen Arbeitswelt nicht mehr mit?


Autor/in:

Jacobi, Frank; Linden, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2018, 53. Jahrgang (Heft 8), Seite 530-536, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2018



Abstract:


Im Zusammenhang mit der häufig geäußerten Frage, ob psychische Störungen 'epidemisch' zunehmen und welche Rolle die moderne Arbeitswelt dabei spiele, werden im Beitrag Befunde aus epidemiologischen Feldstudien sowie administrativen Daten der Kostenträger und -trägerinnen in einen Gesamtkontext eingeordnet. Während es zwar keine Zunahme der wahren Prävalenz in den letzten Dekaden zu verzeichnen gibt, ist allerdings der Behandlungsbedarf bei Vorliegen einer Diagnose deutlich gewachsen.

Bei insgesamt sinkenden Arbeitsunfähigkeitszeiten und Erwerbsminderungsrenten ist der relative Anteil psychischer Diagnosen erheblich gestiegen, das heißt es findet eine Verlagerung im Krankheitsgeschehen statt. Psychische Störungen werden vermehrt wahrgenommen und entsprechende Handlungsmöglichkeiten erheblich ausgebaut. Während es keine Hinweise dafür gibt, dass moderne Arbeitswelten per se krank machen, so stellen sie doch neue Herausforderungen dar, indem spezielle Beeinträchtigungsmuster in heutigen Arbeitskontexten zu neuen Passungsproblemen bei Betroffenen mit psychischen Störungen führen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Arbeit prinzipiell eine gesundheitliche Ressource auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen darstellt und insbesondere Nicht-Arbeit einen verschlimmernden Faktor der psychischen Störung darstellen kann, sind gesellschaftliche und politische Maßnahmen zur Förderung von Inklusion nötig, die es auch Menschen mit psychischen Störungen ermöglichen, am Arbeitsleben teilzunehmen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Does the modern world of work cause mental illness - or are mentally ill people no longer able to keep up with the modern world of work?


Abstract:


In light of the often raised question of whether the prevalence of mental disorders is reaching 'epidemic' proportions and what role is played by modern work conditions, this article first compares findings from epidemiological field studies and administrative data from public health insurance funds in an overall context. Although there was no observable increase in the actual prevalence of mental disorders over recent decades, the demand for treatment has risen considerably if a diagnosis is present.

While overall rates of incapacity for work and early retirement are decreasing, the proportion of psychiatric diagnoses is steadily increasing. Therefore a shift in the course of the development of illness is taking place. There has been a substantial expansion in treatment options as the awareness of mental disorders has increased.

Although there is no evidence that modern workplace environments are leading to illness per se, they do pose new challenges in terms of problems due to poor person-environment fit with regard to specific disability profiles in persons with mental disorders. Keeping in mind that work can also be considered as a healthy resource for the mentally ill and that absence of work can exacerbate or at least perpetuate mental illness, further social and political measures to promote inclusion are essential to enable people with mental disorders to participate in working life.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0373


Informationsstand: 12.10.2018

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