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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einfluss eines Exoskeletts zur Unterstützung von Überkopftätigkeiten in der Automobilindustrie auf die subjektive, körperliche Beanspruchung

Eine explorative Feldstudie



Autor/in:

Hefferle, Michael; Dahmen, Christian; Kluth, Karsten


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2019, 54. Jahrgang (Ausgabe 12), Seite 801-808, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2019



Abstract:


Zielstellung:

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparats sind unverändert der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeitstage in der Automobilindustrie. Langanhaltende Überkopftätigkeiten sind ein bedeutender Risikofaktor für Muskel-Skelett-Erkrankungen des gesamten Schulterapparats, die zu den längsten Ausfallzeiten führen. Um die Beanspruchungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu reduzieren, werden in der Industrie physisch unterstützende Assistenzsysteme, sogenannte Exoskelette, erprobt. Ziel dieser Studie war es, die empfundene Beanspruchung bei Verwendung eines passiven Exoskeletts zur Unterstützung von Überkopftätigkeiten an existierenden Arbeitsplätzen in der Unterflurmontagelinie eines Automobilherstellers zu analysieren.

Methode:

An realen Arbeitsplätzen im Produktionsumfeld eines Automobilherstellers wurden zwölf Probandinnen und Probanden nach einer jeweils viertägigen Eingewöhnungsphase an einem fünften Versuchstag mit alternierender Verwendung eines Exoskeletts zur Unterstützung von Überkopftätigkeiten hinsichtlich ihrer wahrgenommenen Beanspruchung befragt. Unter Einsatz der Borg‘schen CR-10-Skala wurde mittels einer modifizierten Body-Map das Beanspruchungsempfinden körperteilbezogen abgefragt.

Ergebnisse:

Für 4 von insgesamt 13 betrachteten Körperteilen (Ellenbogen, Unterarme, Hände/Finger und Nacken) konnte eine statistisch signifikante Reduktion der wahrgenommenen Beanspruchung festgestellt werden. Die Hüfte sowie die unteren Extremitäten (Beine, Knie, Füße) zeigten Tendenzen einer Zunahme der Beanspruchung, waren aber statistisch nicht signifikant. Bei den verbleibenden Körperteilen (Schultern, Rücken, Gesäß) zeigte sich nur beim Rücken eine Tendenz zur Reduktion, die ebenfalls statistisch nicht signifikant war.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse weisen auf eine empfundene Entlastung einiger Körperstellen hin. Zum Großteil handelt es sich allerdings um Körperteile, die aus technisch-funktioneller Sicht nicht durch das untersuchte Assistenzsystem unterstützt werden. Daher bedarf es weiterer Untersuchungen zur subjektiv sowie zur objektiv erhobenen physiologischen Beanspruchung beim Tragen von Exoskeletten. Hinsichtlich der subjektiven Evaluationen sollte der angesprochene mögliche Pseudo-Entlastungseffekt nicht unterstützter Körperteile genauer betrachtet werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Influence of an exoskeleton to support overhead activities in the automotive industry on subjective, physical strain

An explorative field study

Abstract:


Objective:

Musculoskeletal disorders (MSD) are still the main reason for sick leaves within the automotive industry. MSDs of the shoulder account for the longest periods of sick leave among all musculoskeletal disorders, with prolonged overhead work being a well-documented risk factor for such disorders. In order to reduce the strain on employees, physically supporting assistance systems, so-called exoskeletons, are being tested in industry. The aim of this study was to investigate perceived strain when using a passive exoskeleton device to support overhead work at real workplaces in the underfloor assembly line of an automobile manufacturer.

Method:

Perceived strain of twelve participants was assessed on a fifth test day after a four-day acclimatization phase with alternating use of an exoskeleton to support overhead activities at real workplaces in the production environment of an automobile manufacturer. Using Borg's CR-10 scale a modified body map was applied to determine body-part related perceived strain.

Results:

Four out of 13 body parts (elbows, forearms, hands/fingers, and neck) showed statistically significant reductions in perceived strain. Hips and lower limbs (legs, knees, and feet) showed increased values during the intervention condition, but they were not statistically significant. Out of the remaining body parts, only the back demonstrated reductions (shoulders, back, and buttocks), though not statistically significant.

Conclusion:

The results suggest a perception of relief in several body parts, although the majority of them are not directly supported by the exoskeleton. Subsequent studies should therefore further investigate subjectively and objectively perceived physiological strain while wearing an exoskeleton device. The apparent pseudo-relief effect on unsupported body parts should be investigated more thoroughly in the subjective evaluations.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0430


Informationsstand: 13.01.2020

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