Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Eingliederung Leistungsgewandelter im Betrieb

Derzeitige Situation und prinzipielle Möglichkeiten



Autor/in:

Kentner, Michael; Lauterbach, Jürgen


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 1994, 29. Jahrgang (Heft 12), Seite 507-511, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

1994



Abstract:


Es ist in der Regel wirtschaftlicher, einen leistungsgewandelten Mitarbeiter (LG) seiner Restleistungsfähigkeit entsprechend gezielt arbeiten zulassen, als ihn am falschen Arbeitsplatz Unter- oder Überforderungen auszusetzen.

Dies stellt eine Verletzung der unternehmerischen Fürsorgepflicht dar und führt in aller Regel zu erhöhten Fehlzeiten. Verschiedene neue Entwicklungen (zum Beispiel demografische Umschichtungen, Selektionseffekte durch Sozialpläne, steigende Arbeitsanforderungen) verschärfen diese Problematik. Es gilt also, Instrumente zu verbesserten Eingliederung zu entwickeln.

Bestandsaufnahmen in verschiedenen Produktionsbereichen zeigen, dass der Umfang der Gruppe der LG sowie die Schwere der Leistungsveränderungen im Allgemeinen mit steigendem Durchschnittsalter und höherem Frauenanteil zunehmen. Im Lohnempfängerbereich muss strukturabhängig mit einer Bandbreite von bis zu zehn Prozent oder mehr LG gerechnet werden.

An der Spitze der Gründe für Leistungsminderungen stehen Gesundheitseinschränkungen vonseiten des Stütz- und Bewegungsapparates, gefolgt von Herz-Kreislauferkrankungen und psychiatrischen sowie psychovegetativen Krankheiten.

Prinzipiell existieren drei Methoden zur Integration von LG:
1) Anforderungs-Fähigkeits-Profile dienen dazu, unter den normalen Arbeitsplätzen solche herauszufinden, welche für die Beschäftigung von LG mit bestimmten Einschränkungen geeignet sind.
2) Es können aber auch von vorneherein bei Neuplanungen und für LG vorgesehen werden.
3) Schließlich ist es durch Umgestaltung von Arbeitsplätzen oder durch Sonderwerkstätten möglich, schwierig zu integrierende Mitarbeiter ihrer Leistungseinschränkung gerecht werdende Arbeitsplätze anzubieten.

Speziell bei der Realisierung von Punkt 3) ist eine finanzielle Unterstützung durch Rehabilitationsträger oder Hauptfürsorgestellen möglich. Gefördert wird die Beschaffung von speziellen Einrichtungen und Arbeitsmitteln zu Schaffung oder Erhaltung der Arbeitsplätze von behinderten Menschen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Company integration of persons with changes in performance capacity


Abstract:


As a rule, it is more economic to provide work appropriate to their residual capacity than to expose them to too few or to excessive demands at an inappropriate workplace. The latter would constitute neglect of the duty of the entrepreneur to ensure the welfare of employees and usually leads to increased absence from work. Various more recent developments (e.g. demographic changes, selection effects resulting from redundancy schemes, increasing demands at work) exacerbate this problem.

Instruments must therefore be developed to improve integration.Stocktaking in various sectors of production shows that the size of the group of persons with reduced performance capacity and the severity of the changes in performance capacity generally rise with increasing average age and a higher proportion of women. Depending on the structure, a range of up to 10 per cent or more persons with reduced performance capacity must be reckoned with amongst employees.

Health restrictions emanating from the supporting and locomotor apparatus are the most frequent reasons für reduction of performance capacity, followed by cardiovascular diseases and psychiatric as well as psychoautonomic diseases.

In principle, there are three methods for integrating persons with changed performance capacity:
1. Demand capacity profile serve to find workplaces amongst normal workplaces which are suitable for employment of persons with changed performance capacity and who are subject to certain limitations.

2. Special workplaces for persons with changed performance capacity can also be envisaged from the beginning in replanning and redesign of manufacture processes.

3. Finally, it is possible to offer workplaces appropriate to their restricted performances capacity to employees who are difficult to integrate by redesigning workplaces or establishing special workshops.

Financial support from rehabilitation or main welfare agencies is possible specifically in the implementation of point 3. Establishment of special facilities ans instruments to create or maintain workplaces for handicapped persons is promoted.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/1033


Informationsstand: 20.02.1995

in Literatur blättern