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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitssysteme und Reformansätze im internationalen Vergleich - I: Schweiz


Autor/in:

Baur, Rita; Wieseler, Silvia; Heimer, Andreas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2002, 37. Jahrgang (Heft 11), Seite 534-540, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2002



Abstract:


Bei dem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete Fassung des Textes der Autoren Baur, Heimer und Wieseler (2000): Gesundheitssysteme und Reformansätze im internationalen Vergleich, In: Böcken, Jan; Butzlaff, Martin; Esche, Andreas (Hrsg.): Reformen im Gesundheitswesen. Gütersloh

Die Bewertung des schweizerischen Gesundheitssystems durch die Autoren fällt folgendermaßen aus: Mit dem 1996 in Kraft getretenen neuen Krankenversicherungsgesetz hat die Schweiz Rahmenbedingungen für einen regulierten Wettbewerb gesetzt. Für die ganze Bevölkerung besteht eine umfassende Grundsicherung im Krankheitsfall, deren Finanzierung auf dem Prinzip der Solidarität zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, Männern und Frauen basiert.

Was fehlt - und durch die Prämienverbilligung für Einkommensschwache nur teilweise ausgeglichen wird - ist die Solidarität zwischen Reich und Arm. Innerhalb des gesetzten Rahmens haben die gut 100 Krankenkassen Gestaltungsspielräume erhalten und können neue Versicherungsformen anbieten. Die innovativsten Elemente sind die verschiedenen Managed-Care-Formen.

Deutlich positive Auswirkungen des neuen KVG auf die Kostenentwicklung sind noch nicht sichtbar. Zum einen ist ein großer Kostenblock, der Krankenhaussektor, noch zu wenig dem Wettbewerb ausgesetzt und zu stark von den Kantonen gesteuert, zum anderen machen auch die Krankenkassen und die Versicherten von den neuen Möglichkeiten noch zu wenig Gebrauch. Die Zeitspanne seit der Einführung des KVGZ ist auch noch zu kurz, um schon umfassende Verhaltensänderungen oder messbare Kostenwirkungen erwarten zu können.

Den Versicherte stehen zwar umfangreiche Wahlmöglichkeiten offen, die Transparenz der Angebote ist allerdings sehr gering. Viele Versicherten fühlen sich verunsichert durch die für sie kaum durchschaubaren Optionen. Generell mangelt es auch den Krankenkassen an Transparenz; sie beginnen erst allmählich, die vorhandenen Möglichkeiten der Datenanalyse zu nutzen. Eine strukturierte Qualitätssicherung steht ebenfalls erst in den Anfängen. Dennoch kann man sagen, dass viele Entwicklungen in Gang gesetzt wurden, die in den nächsten 5-10 Jahren die Effizienz des schweizerischen Gesundheitssystems erhöhen können.

Bei dem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete Fassung des Textes: Baur, Rita; Heimer, Andreas; Wieseler, Silvia (2000): Gesundheitssysteme und Reformansätze im internationalen Vergleich, In: Böcken, Jan; Butzlaff, Martin; Esche, Andreas (Hrsg.): Reformen im Gesundheitswesen. Gütersloh.


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

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Referenznummer:

R/ZS0026/5015A


Informationsstand: 20.12.2002

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