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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erhöhter selbstwahrgenommener Stress und als hoch empfundene Arbeitsplatzbelastungen

Ergebnisse aus der Anwendung eines internetbasierten Instruments zur individuellen Gesundheitsberatung und zum Gesundheitsmonitoring in Unternehmen



Autor/in:

Krämer, Alexander; Hossain Kahn, Mobarak; Thier, R. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2011, 46. Jahrgang (Heft 1), Seite 25-33, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2011



Abstract:


Einleitung:

Globaler Wettbewerb und Arbeitsverdichtung setzen Arbeitnehmer heute unter steigenden Veränderungsstress und Leistungsdruck mit der Gefahr einer Zunahme psychischer Störungen und Krankheiten. Als ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen wird der persönlich empfundene Stress gesehen, der mit Arbeitsplatzbelastungen wie hoher Verantwortung, hoher Fehlermöglichkeit und Arbeitslosigkeitsrisiko, Termindruck und Leistungsdruck, hohem Arbeitstempo, zu großen Arbeitsmengen und ständig notwendiger Aufmerksamkeit in Zusammenhang stehen kann.

Material und Methoden:

In einer Querschnittstudie wurde in einem mittelständischen Unternehmen eine von der Arbeitsgruppe Public Health Medicine neu entwickelte Gesundheitsbefragung, die die zehn wichtigsten Gesundheitsbereiche berücksichtigte, kombiniert mit einer Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Neben der Erstellung eines individuellen Gesundheitsprofils mit textlicher Beratung für den einzelnen Teilnehmer diente die Gesundheitsanalyse aller teilnehmenden Arbeitnehmer als Basis für die Planung gezielter Gesundheitsförderung im Unternehmen. Die Rücklaufquote betrug 56,3 Prozent. Bivariable und multivariable Analysen ermittelten Prädiktoren für den selbstwahrgenommenen Stress und die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz.

Ergebnisse:

Erhöhter selbstwahrgenommener Stress war unter den Mitarbeitern des untersuchten Betriebes mit 32,6 Prozent häufig und 28,9 Prozent klagten über eine hohe Belastung am Arbeitsplatz mit signifikanter Assoziation (p = 0,04). Schlechtes Betriebsklima erhöhte sowohl das Risiko für erhöhten selbstwahrgenommenen Stress als auch für selbstempfundene Belastungen am Arbeitsplatz signifikant (OR = 4,6; KI: 1,6-13,3 beziehungsweise. 7,0; KI: 2,3-21,9). Während Frauen und Migranten der ersten Generation signifikant höheren selbstwahrgenommenen Stress angaben, waren diese Unterschiede für die Belastungen am Arbeitsplatz nicht oder in geringerem Maße nachzuweisen. Die Belastungen am Arbeitsplatz waren in den höheren Altersklassen höher als in der der 18- bis 35-Jährigen.

Diskussion:

Bei den untersuchten Beschäftigten spielten selbstwahrgenommener Stress und Belastungen am Arbeitsplatz eine große Rolle, was auf ein hohes Risiko für spätere Erkrankungen hinweist. Die Verbesserung des Betriebsklimas scheint die wichtigste präventive Maßnahme zu sein. Die persönliche Ebene und die Subgruppenzugehörigkeit sind aber zusätzlich zu berücksichtigen, da Frauen und Migranten unter stärkerem selbstwahrgenommenen Stress litten. Doppelbelastungen durch Familie und Beruf bei den Frauen und Integrationsprobleme bei Migranten könnten eine Rolle spielen. Neben strukturellen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung im Unternehmen sollte die individuelle Verantwortung für die eigene Gesundheit thematisiert und gefördert werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Increased perceived stress and high subjective workplace strain

Results obtained with an internetbased instrument for individual health consultation and health monitoring at the workplace

Abstract:


Introduction:

Global economic competition and work intensification, change and increased performance expectations lead to increasing stress among employees, with the potential of causing increased mental complaints and disorders. A main risk factor is the individually perceived stress which is associated with workplace pressures such as high levels of responsibility, possibility of errors and risk of job loss, tight schedules, high performance expectations, high work rates, too much work and the necessity for attentiveness at all times.

Materials and methods:

In a medium-sized company a cross-sectional study was performed in which individual health profiles, covering the ten most important health dimensions, were assessed together with an employee survey. The individual employee took part in a computerized health consultation. In addition, the management was provided with a detailed health surveillance report of the participating employees as basis for targeted health promotion. The response rate of the employees was 56.3 percent overall. Using univariate and multivariate logistic regression techniques, predictors for subjective individual and work-related strain were assessed.

Results:

Stress was prevalent in the employees with levels of 32.6 percent (perceived stress) and 28.9 percent (work-related strain; p = 0.04). Poor working atmosphere was significantly associated with perceived stress and work-related strain (OR = 4.6, CI 1.6 to 13.3, and OR = 7.0, CI 2.3 to 21.9, respectively). Whereas females and first generation immigrants suffered from significantly higher perceived stress than males and non-immigrants, these differences were not observed or only to a minor extent for work-related strain. Older age groups were shown to have significantly more work-related strain than the 16 to 35 years old age group.

Discussion:

Perceived stress and work-related strain played an important role for the employees, indicating high-level potential risk factors for future disorders. An effort to improve the working atmosphere seems to be the most important preventive measure. However, subgroup-related and individual health promotion is also needed because women and immigrants suffered from higher subjective stress levels. The double burden of family and job for women and integration problems for immigrants could also play a role. In addition to structural measures to improve health in the company, the individual responsibility for one's own health should be made into a central theme and promoted.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

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Referenznummer:

R/ZS0026/8544


Informationsstand: 27.01.2011

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