Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aufgaben der Integrationsämter 2008/2009

Daten und Fakten zur Situation schwerbehinderter Menschen im Beruf



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)


Quelle:

ZB info, 2009, Beilage ZB Info, Wiesbaden: Universum, ISSN: 1433-4089


Jahr:

2009



Link(s):


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Abstract:


Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich erst allmählich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht, zeigte dennoch bereits im 4. Quartal 2008 erste negative Auswirkungen auf die berufliche Situation schwerbehinderter Menschen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen war zwar insgesamt im Jahr 2008 nochmals zurückgegangen, steigt aber inzwischen wieder - parallel zur Entwicklung der allgemeinen Arbeitslosigkeit - an. Ein weiterer Indikator für die sich verschlechternde Situation ist der Anstieg der Zahl der Anträge der Arbeitgeber auf Zustimmung zur Kündigung schwerbehinderter Mitarbeiter schon im 4. Quartal 2008. Diese Entwicklung setzt sich im Jahr 2009 mit zunehmender Dynamik fort.

Die Integrationsämter sind durch den Anstieg der Kündigungsverfahren stark beansprucht, verstärken aber gleichzeitig ihre präventiven Aktivitäten im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben zur Sicherung von Arbeitsverhältnissen. Die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben der Integrationsämter stellt ein unentbehrliches Instrument dar, um die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu sichern. Mit den Leistungen, die die Integrationsämter möglichst präventiv einsetzen, können Arbeitgeber und betroffene Menschen wirkungsvoll unterstützt werden - sowohl durch persönliche und fachliche Beratung als auch durch finanzielle Hilfen. Die Leistungen werden von den Betrieben auch unverändert stark nachgefragt.

Die Ausgaben der Integrationsämter aus der Ausgleichsabgabe gingen im Jahr 2008 als direkte Folge der über einige Jahre deutlich gesunkenen Einnahmen aus der Ausgleichsabgabe erneut zurück und zwar auf 342 Millionen Euro. In finanzieller Hinsicht zeichnet sich aber inzwischen eine leichte Entspannung ab. Mehr als die Hälfte der Ausgaben wurden dabei weiterhin direkt an die Arbeitgeber erbracht, die die Ausgleichsabgabe auch aufbringen. Mit ihren fachlichen und finanziellen Leistungen an Arbeitgeber im Rahmen der Begleitenden Hilfe konnten die Integrationsämter in knapp 37.000 Fällen zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen. Dabei haben die Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber die größte Bedeutung unter den Leistungen, gefolgt von der behindertengerechten Ausstattung der Arbeitsplätze. Ein Teil der Leistungen der Integrationsämter dient aber auch der Unterstützung der Vermittlung.

Im Jahr 2008 arbeiteten in 508 Integrationsprojekten 7.083 schwerbehinderte Menschen, denen als Alternative oft nur die Werkstatt für behinderte Menschen bliebe. Die Integrationsprojekte wurden wie im Vorjahr mit rund 46 Millionen Euro gefördert. Ihr weiterer Ausbau verlangsamte sich wegen der knapper gewordenen finanziellen Mittel.

Individuelle Leistungen in Höhe von über 25 Millionen erhielten 8.130 schwerbehinderte Menschen. Diese Zahlen bewegen sich auf einem relativ konstanten Niveau. Die Leistungen im Rahmen des Rechtsanspruchs auf eine Arbeitsassistenz stellen dabei die wichtigste Leistungsart dar. Bei ihnen ist auch erneut ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. Aber auch technische Arbeitshilfen, Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes und zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit waren für viele Betroffene wichtig.

Der mehrjährige Rückgang des Gesamtaufkommens der Ausgleichsabgabe bis zum Jahr 2007, der spürbare Sparmaßnahmen der Integrationsämter unvermeidlich machte, ist vorerst gestoppt. Das Aufkommen ist im Jahr 2008 wieder gestiegen, nämlich auf rund 520 Millionen Euro. Es ist gerade in Zeiten der wirtschaftlichen Krise wichtig, dass die finanziellen Ressourcen zur Unterstützung der Arbeitgeber und der Betroffenen zur Verfügung stehen, auch wenn die Ausgleichsabgabe keine Finanzierungsfunktion hat.


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ZB online - ZB Zeitschrift: Behinderung & Beruf
Homepage: https://www.integrationsaemter.de/ZB/258c62/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0055/0028x09


Informationsstand: 05.04.2011

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