Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Förderung der Ausbildung - Neue Prämien und Zuschüsse für Betriebe


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)


Quelle:

ZB Zeitschrift: Behinderte Menschen im Beruf, 2005, Heft 2, Seite 8, Wiesbaden: Universum, ISSN: 1433-4089


Jahr:

2005



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Abstract:


Seit 1. Mai 2004 erhalten Arbeitgeber vom Integrationsamt zusätzliche Prämien und Zuschüsse, wenn sie behinderte oder schwerbehinderte junge Menschen ausbilden.

Im vergangengen Jahr hat der Gesetzgeber weitere Anstrengungen unternommen, um die Ausbildungschancen behinderter und schwerbehinderter junger Menschen zu verbessern. So wurden neue finanzielle Leistungen bei den Integrationsämtern eingeführt, mit denen ausbildende Betriebe entlastet werden können. Wie die gesetzlichen Zielvorgaben praktisch umzusetzen sind, darüber haben sich die Integrationsämter in entsprechenden 'Empfehlungen' verständigt. Dort ist beschrieben, was genau gefördert wird, wie hoch die Prämien und Zuschüsse sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Ausbildungsgebühren Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, die besonders betroffene schwerbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene ausbilden, können Zuschüsse zu Ausbildungsgebühren erhalten. Die besondere Betroffenheit liegt zum Beispiel vor, wenn der Betrieb durch die Behinderung dauerhaft außergewöhnliche Aufwendungen hat sowie grundsätzlich bei schwerbehinderten Auszubildenden mit einer intellektuellen oder seelischen Beeinträchtigung. Bei den Ausbildungsgebühren handelt es sich insbesondere um Gebühren der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern, zum Beispiel Abschluss-, Eintragungs- und Prüfungsgebühren. Bei einigen Kammern sind diese Kosten in den so genannten Betreuungsgebühren für Auszubildende enthalten. Darüber hinaus können auch noch Gebühren für überbetriebliche Ausbildungsabschnitte entstehen. Die tatsächlich angefallenen Gebühren für eine Ausbildung können vom Integrationsamt in voller Höhe übernommen werden. Die Höhe der Gebühren variiert je nach Branche. Bei Elektroberufen, zum Beispiel, liegt sie bei rund 2.600 Euro. (Rechtsgrundlage: § 102 Absatz 3 Nr. 2b SGB IX i.V.m. § 26 SchwbAV)

Kosten für die BerufsausbildungBetriebe erhalten Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung, wenn sie behinderte junge Menschen ausbilden, die während der Ausbildung schwerbehinderten Menschen 'gleichgestellt' sind.

Zu den Kosten einer Berufsausbildung gehören zum Beispiel Personalkosten der Ausbilder, Gebühren der Kammern sowie Kosten für Lernmaterial, Lernmedien, Berufskleidung und für externe Lehrgänge. Der Zuschuss wird als Pauschale von maximal 2.000 Euro pro Ausbildungsjahr gezahlt. Außerdem erhält der Arbeitgeber für jedes Ausbildungsverhältnis eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Zuschüsse und Prämie müssen bei einem Ausbildungsabbruch nicht zurückerstattet werden. (Rechtsgrundlage: § 102 Absatz 3 Nr. 2c SGB IX i.V.m. § 26b SchwbAV)

Sonstige FörderungDarüber hinaus können Betriebe die bestehenden finanziellen Förderungen in Anspruch nehmen, wie etwa Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung durch die Bundesagentur für Arbeit oder Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung durch die Bundesagentur für Arbeit oder Zuschüsse für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen durch das Integrationsamt. Individuelle Beratung über die Fördermöglichkeiten erhalten Betriebe bei den Integrationsämtern oder den von ihnen beauftragten Integrationsfachdiensten.

Erläuterungen: Gleichgestellte JugendlicheBehinderte Jugendliche und junge Erwachsene können für die Zeit einer Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen per Gesetz gleichgestellt werden, auch wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht festgestellt wurde. Als Nachweis genügt eine Stellungnahme der Agentur für Arbeit oder ein Bescheid über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Durch die Gleichstellung ist auch eine Betreuung durch den Integrationsfachdienst sowie - unter bestimmten Voraussetzungen - eine Anrechnung auf die Pflichtquote jeweils über die Agentur für Arbeit möglich. Alle anderen Regelungen für schwerbehinderte Menschen, wie der besondere Kündigungsschutz, gelten jedoch nicht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ZB Behinderung & Beruf (ZB online)
Homepage: https://www.integrationsaemter.de/ZB/258c62/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0055/0031


Informationsstand: 08.07.2005

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